Mehr Zeit für Hunde und Haus

Der Ausstieg aus dem Berufsleben fiel Susanne Sieber leicht. Sie freute sich darauf, da sie so endlich ihren Haushalt während der Woche erledigen konnte und Zeit für ihre Hobbies und die Ausbildung der Hunde fand, erzählt sie bei einem Besuch bei ihr.

Adi Lippuner
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Seit Susanne Siebers Übertritt in den Vorruhestand bleibt mehr Zeit für ihre beiden Labradore. Diese Zeit nutzt sie für ausgedehnte Spaziergänge mit den Hunden in der Natur. (Bild: Adi Lippuner)

Seit Susanne Siebers Übertritt in den Vorruhestand bleibt mehr Zeit für ihre beiden Labradore. Diese Zeit nutzt sie für ausgedehnte Spaziergänge mit den Hunden in der Natur. (Bild: Adi Lippuner)

WILDHAUS. Während 25 Jahren hat Susanne Sieber ihren Ehemann Bruno tatkräftig bei den administrativen Aufgaben im Baugeschäft LG Bau AG unterstützt. Die Lehrerin befasste sich mit Baumaterial, lernte die einzelnen Codes auswendig und erstellte Rechnungen für das Baugeschäft. «Ich hatte mein Büro zu Hause und konnte meine Zeit gut einteilen. Mit dieser Lösung hatte Bauführer Bruno Sieber eine tüchtige Unterstützung an seiner Seite.

«Die Hausarbeiten wurden dann halt am Wochenende erledigt und die Zeit, um mit den Hunden rauszugehen, nahm ich mir tagsüber.» Dass dabei die sportliche Betätigung und die Pflege des Gartens und des Biotops nicht immer nach Wunsch ausgeführt werden konnten, liegt auf der Hand.

Neue Fachkraft eingestellt

Vor fünf Jahren dann die Veränderung: Im Bauunternehmen wurde eine neue Sekretärin mit entsprechender Fachausbildung eingestellt. «Die hat alle administrativen Aufgaben perfekt im Griff und so wurde meine Arbeit mit der Zeit überflüssig.» Dass es ihrem Vorgesetzten nicht leicht- fiel, die Veränderung zu kommunizieren, bringt Susanne Sieber noch heute zum Schmunzeln. «Dabei war ich doch froh, endlich mehr Zeit für mich zu haben. Die täglichen ausgedehnten Spaziergänge mit Sina und Holly, der schwarzen und der hellen Labradorhündin, gehören zum fixen Programm.» Frühmorgens ist Susanne Sieber im Munzenriet unterwegs, und am Nachmittag steht nochmals eine rund zweistündige Wanderung in der Umgebung von Wildhaus an. Mit Computerkursen und ihrem iPhone, dieses ersetzt GPS, Fotoapparat und Schreibblock, ist die sportliche Frau auch unterwegs bestens gerüstet.

Hundesport und Ausbildung

Für die engagierte Hundehalterin ist klar: «Die Vierbeiner brauchen eine entsprechende Ausbildung. Nur so können sie artgerecht leben, denn Hunde müssen gefordert werden.» Bei Susanne Sieber ist es die Sanitätshundeausbildung, welche Mensch und Tier fordert. «Das Suchen nach klaren Regeln hat mich von Anfang an fasziniert, und unser Trainer Ruedi Gantenbein ist eine anerkannte Fachkraft.» Eigentlich wollte sich die Hundehalterin zur Lawinenhundeführerin ausbilden lassen. Denn als Ski- und Tennislehrerin brachte sie die dafür notwendigen sportlichen Voraussetzungen mit. «Leider war ich schon zu alt, denn damals konnte man diese Ausbildung nur bis zum 40. Altersjahr machen», so ihr, von einem Lächeln begleiteten Kommentar.

Wahlheimat Wildhaus

Die gebürtige Schaffhauserin lernte Wildhaus schon als Schülerin kennen. «Meine Eltern haben hier ein Ferienhaus, und so durfte ich die sportlichen Möglichkeiten früh ausloten.» Dass Wildhaus dann zur zweiten Heimat wurde und sie zusammen mit Ehemann Bruno das Haus im Schönenboden nach eigenen Vorstellungen um- und ausbauen konnte, bezeichnet die sportliche Frau als Glücksfall. Dies gelte sowohl für ihre Partnerschaft als auch für die herrliche Landschaft im obersten Toggenburg. «Wir haben hier alles, können stundenlang wandern oder im Winter Ski fahren und langlaufen.» Doch nicht nur die sportliche Betätigung, auch ruhigere Stunden sind der 58-Jährigen wichtig. «Arbeiten im Haus und Garten, aber auch ein Buch lesen, gehören dazu. Aktuell fasziniert mich <Der Zauberberg> von Thomas Mann.» Und weil Susanne Sieber erst kürzlich ein paar Ferientage im Hotel Waldhaus in Davos, dort wo dieser Roman spielt, verbringen durfte, hat das Buch einen besonderen Stellenwert für sie.

Viel Zeit im Freien

Rundum glücklich im Vorruhestand, das trifft für Susanne Sieber vollumfänglich zu. Ihre Tage sind ausgefüllt, sie verbringt viel Zeit im Freien, und wenn die Prognose der guten Gene zutrifft, kann sie sich auf ein agiles und langsames Älterwerden freuen. Ihre Eltern, beide um die 90 Jahre alt, ziehen in Schaffhausen gerade vom Terrassenhaus in eine Parterrewohnung.