Mit Leib und Seele beim Theater

Ob Musik, Gesang, Tanz, Theater oder andere Künste: Kulturelle Organisationen kommen nicht ohne Leistungen der Freiwilligenarbeit aus.

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Ernst Knecht unterstützt freiwillig die Theatergruppe Neckertal und engagiert sich für den Bühnenaufbau. (Bild: pd)

Ernst Knecht unterstützt freiwillig die Theatergruppe Neckertal und engagiert sich für den Bühnenaufbau. (Bild: pd)

NECKERTAL. Im kommenden März wartet die Theatergruppe Brunnadern mit einer neuen Produktion im Gasthaus Rössli, Bächli, auf. Seit August sind die Proben für die englische Komödie «Grobe Unfueg» im Gange. Zu jenem Zeitpunkt hat Ernst Knecht bereits 90 Stunden unentgeltlich gearbeitet, denn das Bühnenbild stand von Anfang an zur Verfügung. «Es werden wohl noch einige Stunden dazukommen, bis alle Details stimmen und Ende März wieder alles aufgeräumt ist», lacht der Bühnenbauer.

Hotel Chalet Waldhaus

Schauplatz des Dreiakters ist die Eingangshalle des kleinen Landhotels Chalet Waldhaus. «Beim Wort Chalet war mir sofort klar, dass ich viel Holz zeigen möchte. Ich entschied mich für heimische Fichte, gebürstet», erklärt Ernst Knecht, der beruflich als Zimmermann tätig ist.

Und in der Tat dominiert Naturholz das Bühnenbild, Farben sind sparsam verwendet worden. Bevor mit dem Bau begonnen werden kann, wird in Absprache mit der Regie die Anordnung festgelegt. Ein- und Ausgänge, Fenster und die festen Einrichtungen werden plaziert. «Aber dann habe ich freie Hand und kann meine eigenen Ideen einbringen. Das gefällt mir. Zuerst zeichne ich das Bühnenbild massstabgetreu auf, dann beginne ich mit der Produktion der einzelnen Elemente», erläutert er sein Vorgehen. «Für mich ist es bei jeder neuen Produktion eine Herausforderung, das passende Bühnenbild zu erstellen. Dieses Mal war es eine besondere Herausforderung, trotz der beschränkten Platzverhältnisse eine Treppe in das obere Stockwerk zu integrieren.»

Finanzen im Lot

Die Theatergruppe Brunnadern beansprucht bewusst keine Gelder der öffentlichen Hand. Trotzdem waren bei den letzten Produktionen Einnahmen und Ausgaben im Lot. Dies ist möglich, weil sich die Gruppe so organisiert hat, dass die Ensemblemitglieder nebst der Probenarbeit je nach persönlicher Neigung und den Fähigkeiten in der Technik, in der Werbung, bei der Beschaffung oder Herstellung von Requisiten und Kostümen teilweise viele Frondienststunden erbringen.

Hinzu kommen Auslagen für Kostüme und Requisiten, die durch die Spielenden selbst zu berappen sind. Mit den grosszügigen Beiträgen einiger treuer Sponsoren liegt jeweils ein gediegenes Nachtessen nach Abschluss der Produktion drin. Und wenn etwas übrig bleibt, investiert die Gruppe in die Weiterbildung ihrer Mitglieder.

Lachen ist gesund

Im Hotel Chalet Waldhaus treffen Gäste zusammen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und dennoch einiges gemeinsam haben.

Mit immer wieder neuen Ideen versuchen die Figuren, ihr Ziel zu erreichen. Witz und Turbulenzen nehmen zu, so dass die beschauliche Idylle aus den Fugen zu geraten droht. Witzige Dialoge und überraschende Wendungen in der Handlung sorgen dafür, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer wohl einen Abend lang herzhaft lachen können. Ernst Knecht freut's, wenn das Publikum Freude am Bühnenbild hat und die Spielerinnen und Spieler sich darin wohl fühlen. Für ihn sind die Aufführungen ein besonderes Erlebnis: In der Figur des Fred Müller spielt er faktisch in den eigenen drei Wänden. Die Premiere ist am 13. März 2015. (pd)

Weitere Informationen zum Stück und zu den Aufführungen: www.theater-brunnadern.ch