Schwingen
Für einmal keine Terminkollision: Bless und Hersche am Innerschweizer Schwing- und Älplerfest

Mit dem Innerschweizer Schwing- und Älplerfest (Isaf) steht am Sonntag in Ennetbürgen das dritte Teilverbandsfest an. Zwei Appenzeller werden ins Wettkampfgeschehen eingreifen.

Thomas Mock
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Michael Bless (oben) scheint auch dieses Jahr gut in Form zu sein.

Michael Bless (oben) scheint auch dieses Jahr gut in Form zu sein.

Bild: Lorenz Reifler

Der Hauptgrund für diese erfreuliche Konstellation liegt insbesondere in der diesjährigen Saisonplanung. In den meisten vorhergehenden Jahren fiel das Isaf auf das gleiche Wochenende wie das Appenzeller Kantonalschwingfest. Entsprechend war es für die Appenzeller Spitzenschwinger nur selten möglich, sich an diesem Teilverbandsfest zu präsentieren. In diesem Jahr wird das eigene Kantonalschwingfest allerdings erst am übernächsten Wochenende stattfinden, weshalb sich mit Michael Bless und Martin Hersche nun zwei Appenzeller für dieses prestigeträchtige Schwingfest in Stellung bringen konnten.

Der Saisonverlauf der beiden Sennenschwinger könnte bis anhin allerdings nicht unterschiedlicher sein. Der Gaiser Eidgenosse Bless brillierte bis mit vier Kranzerfolgen bei vier Kranzfestteilnahmen. Zusätzlich gelang ihm am Zürcher Kantonalschwingfest auch die Schlussgangqualifikation, wenngleich er den Sieg dem Glarner Roger Rychen überlassen musste. Auch am eigenen Teilverbandsfest im thurgauischen Balterswil gelang ihm der erwünschte Kranzgewinn. Allerdings musste er sich in der Begegnung mit dem letztjährigen Isaf-Sieger Joel Ambühl beugen.

Ein erneutes Aufeinandertreffen am kommenden Sonntag wäre aus Sicht der Innerschweizer entsprechend durchaus denkbar. Sollte es mit dem ersehnten Kranzerfolg klappen, könnte Bless seine Sammlung an Teilverbandskränzen vervollständigen. Nebst nunmehr 14 NOS-Kränzen ergänzt auch je ein Kranz aus den restlichen drei Teilverbänden sein Palmarès.

Hersche noch auf Vertrauensuche

Eine harzige Saison hat der Innerrhoder Eidgenosse Martin Hersche vorzuweisen. Aufgrund mehrerer Verletzungen konnte sich Hersche erst verspätet ins Wettkampfgeschehen einbringen. Nach einigen Regionalfesten wäre sein erster Kranzfesteinsatz bereits am Bündner Kantonalfest vorgesehen gewesen. Aufgrund einer erneuten Verletzung am Ellbogen verzögerte sich dieser Einsatz bis zum NOS am vergangenen Sonntag. Der verpasste Kranzgewinn dürfte wohl nicht in Hersches anvisiertem Ziel gewesen sein, wenngleich das nötige Vertrauen natürlicherweise auch erst aufgebaut werden muss. Allerdings hat der Innerrhoder bereits 2019 bewiesen, dass er für wichtige Anlässe nur wenig Vorbereitungszeit benötigt. In diesem Sinne ist es gut möglich, dass sich sein Auftritt in Ennetbürgen von demjenigen in Balterswil grundsätzlich unterscheiden könne. Allerdings benötigt er in der Innerschweiz nochmals eine zusätzliche Portion Vertrauen in seinen Körper und sein Können, wenn er sich am Abend unter die Kranzgewinner reihen möchte.

Auf Schläpfers Spuren

Als Topfavorit auf den Festsieg in diesem Jahr wird einmal mehr der Sörenberger Joel Wicki gehandelt, obwohl seine Auftritte bis anhin weniger unwiderstehlich zu sein scheinen als in vergangenen Jahren. Das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest brachte in den vergangenen Jahren aber immer mal wieder Überraschungssieger hervor und nicht selten konnte sich auch ein Gast den Sieg sichern. Letztmals gelang dies dem Nordwestschweizer Nick Alpiger, als er 2018 in Flüelen die gesamte Innerschweizer Elite hinter sich liess. Der letzte Nordostschweizer Sieg datiert auf das Jahr 1981, als sich der damals amtierende Appenzeller Schwingerkönig Ernst Schläpfer den Sieg sichern konnte. Die Appenzeller werden dieses Jahr wohl eher weniger um den Festsieg mitreden können, doch wie bereits erwähnt ist das ISAF bekannt für Überraschungen.