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Bruchlandung mit Schwerverletzten: 150 Einsatzkräfte meistern Grossübung auf dem Flugplatz Altenrhein

Alle zwei Jahre müssen Schweizer Flugplätze ein Notfallszenario durchspielen. Am Montagabend ging der Alarm in Altenrhein los. In der Übung «Kormoran» wurde die Ostschweizer Polizei, Feuerwehr und Sanität im Verbund herausgefordert. Das Protokoll einer Katastrophe zu Trainingszwecken.
Martin Oswald

Das Übungsszenario

Bei einer People's Maschine von Wien nach St.Gallen-Altenrhein bricht bei der Landung das linke Fahrwerk ein, das Flugzeug kippt zur Seite. Viele Trümmerteile liegen darum auf dem Flugfeld. Man geht von vielen Verletzten und möglichen Todesopfern aus. Dazu werden Flughafenangestellte geschminkt und machen so den Übungseinsatz für die Rettungskräfte realistischer. Im Flugzeug sitzen Teilnehmer der Berufsweltmeisterschaften World Skills - also viele junge Leute. In der Flughafenhalle Altenrhein warten darum bereits viele Angehörige, welche sie erwarten.

Insgesamt standen für die Übung «Kormoran» rund 150 Personen der verschiedenen Blaulicht-Organisationen und 50 Figuranten im Einsatz. Zu Gast waren auch der St.Galler Regierungsrat Fredy Fässler und der Gemeindepräsident von Rorschacherberg Beat Hirs.

Das Protokoll der «Katastrophe»

19:08 Uhr

Der Alarm wird ausgelöst - die Übung beginnt. Das St.Galler Tagblatt hört von einem Notfall auf dem Flugplatz Altenrhein und ruft sofort bei der Kantonspolizei St.Gallen an. Noch gibt es keine Informationen, die ersten Reporter rücken aus. Die Feuerwehr in Thal schickt einen ersten Rettungswagen los. Die anderen Fahrzeuge warten noch zu, um die Phase der Bereitstellung möglichst realitätsnah zu simulieren.

19:20 Uhr

Schwarzer Rauch steigt auf über dem Flugplatz Altenrhein. Beim Flugzeug der People's Airline ist bei der Landung ein Fahrwerk eingebrochen. Überall auf dem Feld liegen brennende Trümmerteile. Die ersten Löschfahrzeuge treffen ein.

Die Feuerwehr Thal bekämpft einen Brandherd auf dem Flugplatz Altenrhein. (Bild: Sandro Büchler)

Die Feuerwehr Thal bekämpft einen Brandherd auf dem Flugplatz Altenrhein. (Bild: Sandro Büchler)

19:27 Uhr

Rasch wird klar; bei diesem Unglück sind möglicherweise viele Verletzte im Spiel. Im Minutentakt treffen jetzt Rettungskräfte aus der ganzen Ostschweiz ein. Der Feierabendverkehr zwischen Thal und Rorschach kommt zeitweise zum Erliegen. Später wird die Strecke ganz gesperrt. Auch die Rega macht sich mit einem Helikopter auf den Weg.

20:05 Uhr

Die Bergung der Opfer kommt zügig ins Rollen. Ziel ist es, alle Schwerverletzten innerhalb einer Stunde zu versorgen und auf umliegende Spitäler zu verteilen. 50 Figuranten sind im Einsatz, spielen Angehörige und Verletzte.

20:30 Uhr

Jetzt ist der ganze Platz hell ausgeleuchtet, es laufen Stromgeneratoren, die Fahrzeuge sind geordnet aufgereiht. Zeit für eine erste Lagebesprechung mit dem Einsatzleiter und allen Fachverantwortlichen. Alles läuft nach strengem Protokoll und sehr diszipliniert ab. Unter den interessierten Gästen sind auch der St.Galler Regierungsrat Fredy Fässler und der Gemeindepräsident von Rorschacherberg Beat Hirs. Der nächste Rapport wird auf 22 Uhr angesetzt. Bis dahin soll auch eine Medienkonferenz stattfinden.

20:55 Uhr

Emsiges Treiben im Sanitätszelt. Die Schwerverletzten sind bereits geborgen und mit Krankenwagen abtransportiert. Im zweiten Zelt (Video) warten Passagiere mit leichten und mittelschweren Verletzungen auf ihre Behandlung oder einen Weitertransport. Alle umliegenden Spitäler haben ihre Kapazitäten gemeldet. Zur Not müssen Patienten bis nach Winterthur oder Zürich gebracht werden.

21:10 Uhr

Ein Mann scheint im ganzen Chaos den Durchblick zu behalten. Günter Bildstein ist Leiter Rettung und erklärt, worauf es bei einem solchen Grosseinsatz ankommt. Seine Leute haben in weniger als 90 Minuten eine Sanitätsstrasse eingerichtet, in der Patienten nach dem Schweregrad ihrer Verletzung behandelt werden und schliesslich registriert - wie beim Check-Out in einem Hotel - den Platz verlassen. «Hier darf uns keiner verloren gehen», sagt Günter Bildstein.

21:30 Uhr

Den Rettungskräften hat sich bei ihrer Ankunft ein chaotisches Bild präsentiert. Auf dem Flugfeld liegen Koffer und zahlreiche Trümmerteile. Auch eine Maschine der People's Airline sorgt für realitätsnahe Kulisse.

21:56 Uhr

Der St.Galler Regierungsrat Fredy Fässler, Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartementes, hat der Übung hautnah beigewohnt und zieht sein positives Fazit:

«Mich beeindruckt, wie schnell und gut organisiert hier alle zusammenarbeiten und diesen Einsatz meistern.»

22:05 Uhr

Für ein ausführliches Fazit ist es noch zu früh. Doch die Übungsleitung gibt zu Protokoll: «Im Vergleich zur Übung Seemöve vor zwei Jahren konnten wir uns in einigen Bereichen nochmals deutlich steigern.»

Warum diese Grossübung?

Die Schweizerischen Flugplätze haben gemäss Konvention über die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) alle zwei Jahre ein Notfallszenario durchzuspielen. Dieses wird vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) geprüft. Die diesjährige Übung am People’s Business Airport St.Gallen-Altenrhein fand am Montagabend, 10. September statt. Vor zwei Jahren wurde am gleichen Ort die Übung «Seemöve» durchgeführt. Daraus folgt jeweils ein Massnahmenkatalog, mit dem kritische Punkte verbessert werden sollen.

Der Ort des Geschehens

Diese Organisationen waren Teil der Übung

  • People’s Business Airport St.Gallen-Altenrhein
  • Kantonspolizei St.Gallen
  • Betriebsfeuerwehr People’s Business Airport St.Gallen-Altenrhein
  • Feuerwehr Sicherheitsverbund Rheineck-Thal-Lutzenberg
  • Sanitätszug Feuerwehr und Zivilschutz Stadt St.Gallen (FWZSSG)
  • Rettung St.Gallen
  • Psychologische Erste Hilfe (PEH) Kanton St.Gallen
  • Rega

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