Corona
Ungeimpft nach Österreich oder Deutschland – diese Regeln müssen beachtet werden

Die Coronazahlen im deutschen Bundesland Baden-Württemberg sind nochmals massiv gestiegen. Deshalb gilt seit Mittwoch die Alarmstufe. Auch die österreichische Bundesregierung hat einen landesweiten Lockdown für Ungeimpfte beschlossen. Was sich für Betroffene und Touristen jetzt ändert – Fragen und Antworten.

FM1Today und Francesca Stemer
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Ungeimpfte Personen müssen in Österreich und Deutschland mit diversen Einschränkungen rechnen.

Ungeimpfte Personen müssen in Österreich und Deutschland mit diversen Einschränkungen rechnen.

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Hans Punz

Was sind die Einreisebedingungen?

Österreich: Ungeimpfte Reisende müssen an der österreichischen Grenze künftig einen PCR-Test vorweisen. Antigen-Schnelltests werden bei der Einreise ab Montag nicht mehr akzeptiert. Nur noch für Grenzpendler sind diese ungenaueren Tests gültig, wie aus einer Verordnung hervorgeht, die am Dienstagabend öffentlich gemacht wurde.

Vollständig Geimpfte und Genesene sowie Kinder unter zwölf Jahren müssen keinen Test, sondern lediglich das Zertifikat vorweisen. Somit gilt die 3G-Regel für die Einreise. Diese gilt auch für kurze Aufenthalte von unter 24 Stunden. Kann keines der 3G nachgewiesen werden, muss eine Reiseregistrierung durchgeführt und ein Test innerhalb von 24 Stunden nach der Einreise nachgeholt werden. Für eine Durchreise gelten diese Regeln nicht. Details der Lockdown-Verordnung wurden allerdings noch nicht publiziert. An diesen Regelungen könnte sich also noch etwas ändern.

Baden-Württemberg: Grundsätzlich gilt in Deutschland eine Test- respektive Nachweispflicht. Davon ausgenommen sind neben Kurzaufenthaltern auch Grenzgänger. Ungeimpfte Personen dürfen nach Deutschland einreisen – allerdings nur, wenn der Aufenthalt nicht länger als 24 Stunden dauert.

Reisende, die sich in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einer als Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet eingestuften Region aufgehalten haben, müssen sich vor der Einreise unter www.einreiseanmeldung.de anmelden. Die Schweiz fällt derzeit nicht darunter.

Welche Regeln gelten für Ungeimpfte?

Österreich: Wer weder geimpft noch genesen ist, darf das Haus oder die Wohnung nur noch aus dringenden Gründen verlassen – etwa für Einkäufe des täglichen Bedarfs, für den Weg zur Arbeit, den Besuch beim Arzt oder zum für nötig erachteten Spaziergang.

Baden-Württemberg: Im Einzelhandel gilt eine 3G-Regelung. Das heisst: Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, ist der Zutritt nur mit negativem Antigen-Schnelltest erlaubt.

Geschäfte des täglichen Bedarfs sind von der 3G-Regel ausgenommen. Neben Einkaufszentren für Lebensmittel und den täglichen Bedarf gilt die Ausnahme auch für Apotheken und Baumärkte.

Im Fitnessstudio, beim Vereinssport oder sonstigen sportlichen Aktivitäten gilt in geschlossenen Räumen 2G, im Freien 3G mit PCR-Testpflicht für Ungeimpfte.

Ausgenommen von der PCR-Pflicht und den 2G-Beschränkungen sind generell Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, Schwangere sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Für diese ist grundsätzlich ein Antigen-Schnelltest ausreichend.

Mit welchen Einschränkungen müssen Touristen rechnen?

Österreich: In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens gilt die 2G-Regel. Für Ungeimpfte könnte es also schwierig werden, angenehme Ferien zu verbringen. Die 2G-Regel gilt in Beherbergungsbetrieben, Gastroeinrichtungen, Freizeit- und Sportbetrieben, Kultureinrichtungen und Seilbahnen. Körpernahe Dienstleistungen wie beispielsweise ein Coiffeurbesuch kann nur von Geimpften oder Genesenen in Anspruch genommen werden. In Geschäften und Museen muss eine FFP2-Maske getragen werden.

In Baden-Württemberg gilt bei öffentlichen Veranstaltungen, Messen und Kongressen sowie Freizeiteinrichtungen die 2G-Regel. Dasselbe gilt in Innenräumen von Gastrobetrieben. Im Freien gilt die 3G-Regel, wobei nur PCR-Tests akzeptiert werden. Das Gleiche gilt für körpernahe Dienstleistungen.

Hotelübernachtungen in Baden-Württemberg sind möglich, doch es gilt: Nichtgeimpfte oder -genesene Gäste müssen einen PCR-Test vorlegen. Alle drei Tage muss dieser erneuert und geprüft werden.

An Weihnachtsmärkten in Baden-Württemberg gilt für Verkaufsstände mit Lebensmitteln zum sofortigen Verzehr die 2G-Regel. Bei allen weiteren Ständen gibt es keine Beschränkungen.

Was ist, wenn ich erst die erste Impfung hinter mir habe?

Österreich: In diesem Fall kann man sich frei testen. Personen, welche bisher nur die erste Impfung erhalten haben, können einen PCR-Test machen lassen. Ist dieser negativ, ist man vom Lockdown nicht betroffen. Allerdings ist die Gültigkeit des Tests zu beachten.

Wie wird das kontrolliert?

Österreich: Die Polizei will eigens Streifen abstellen, um die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen. Bei Verstössen drohen bis zu 1450 Euro Strafe. «Es wird sehr konsequent kontrolliert und auch sanktioniert werden. Ich danke allen Polizistinnen und Polizisten sehr herzlich für ihren Einsatz», heisst es in einer Mitteilung von Bundeskanzler Alexander Schallenberg.

Ändert sich auch für Geimpfte und Genesene etwas?

Österreich: Für vollständig Geimpfte und Genesene ändert sich vorerst nichts. Ab dem 6. Dezember wird jedoch die Gültigkeit des Zertifikats verkürzt. Die Zweitimpfung darf ab dann nur noch neun anstatt zwölf Monate her sein. Wer also im März die zweite Impfung erhalten hat, müsste bis zu seiner Einreise nach Österreich eine Booster-Impfung bekommen haben.

Ausserdem: Personen, welche eine Johnson-&-Johnson-Impfung erhalten haben, müssen diese ab dem 3. Januar 2022 ebenfalls auffrischen lassen.

Baden-Württemberg: Für vollständig Geimpfte und Genesene ändert sich vorerst nichts.

Wie lange gilt die Regelung?

Österreich: Vorerst gilt die neue Regelung bis und mit 24. November.

In Baden-Württemberg gilt zurzeit die Alarmstufe. Diese tritt dann ein, wenn unter anderem 390 Covid-19-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden müssen.

Die nächstniedrigere Stufe, in diesem Fall die Warnstufe, tritt dann ein, wenn die massgebliche Zahl an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unterschritten wurde.

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