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50'000 Franken Vorschuss: Thurgauer Phoenix Wohnheime können Miete und Lebensmittel bezahlen

Der neue Verein, der die Phoenix Wohnheime für schwer erziehbare Jugendliche nun führt, hat ein Darlehen über 50'000 Franken vorgeschossen. Damit können die Mieten und Lebensmittel bezahlt werden.
Sabrina Bächi
Im Haus der Phoenix-Wohnheime in Müllheim wohnen keine Jugendlichen mehr – sie sind nach Frauenfeld umgezogen. (Bild: Donato Caspari)

Im Haus der Phoenix-Wohnheime in Müllheim wohnen keine Jugendlichen mehr – sie sind nach Frauenfeld umgezogen. (Bild: Donato Caspari)

Mitte März ging plötzlich alles sehr schnell: Monika Egli-Alge, Gründerin der Phoenix Wohnheime für schwer erziehbare Jugendliche, reagierte mit einer Pressekonferenz auf Anschuldigungen wegen Steuerhinterziehung. Es stellte sich raus, dass das Verhältnis zwischen den Phoenix Mitarbeitern und Gründerin Egli-Alge zerrüttet ist.

Vergangene Woche bestätigte die Thurgauer Staatsanwaltschaft: Gegen Egli-Alge wurde eine Strafuntersuchung eröffnet.

Für die Jugendlichen, die in den Heimen wohnen, ist nun wieder Ruhe im Alltag eingekehrt. Nachdem Monika Egli-Alge vor zwei Wochen die Bilanz deponierte und ein Konkursverfahren eröffnet wurde, hat ein neu gegründeter Verein die Wohnheime übernommen.

Von Müllheim nach Frauenfeld gezügelt

Wie Heimleiterin Jacqueline Romann erzählt, laufe es derzeit gut. Der Verein hat ein Darlehen von rund 50'000 Franken vorgeschossen, womit hauptsächlich die Mieten von Weinfelden und das selbstständige Wohnen bezahlt werden konnten. Des Weiteren wurden mit diesem Geld auch Lebensmittel für die rund 16 Jugendlichen eingekauft.

Da die Wohngruppe in Müllheim das Haus, welches in Privatbesitz von Monika Egli-Alge ist, innerhalb eines Tages verlassen musste und auch keine Möbel mitnehmen durfte, floss einiges von dem Darlehen auch in Einrichtungsgegenstände und die Miete der neuen Wohnung in Frauenfeld.

«Wir durften unheimlich viel Unterstützung aus der Bevölkerung erfahren», sagt Jacqueline Romann. Aus Solidarität spendeten Leute Möbel oder Lebensmittel.

Die Mitarbeiter sind alle noch an Bord

Von den Jugendlichen musste keiner in eine andere Institution umplatziert werden. «Im Gegenteil, wir haben in Frauenfeld bereits einen Neueintritt», sagt Romann.

Jacqueline Romann, Leiterin Wohnheime. (Bild: PD)

Jacqueline Romann, Leiterin Wohnheime. (Bild: PD)

Des Weiteren werde nun auch die Wohngruppe in Frauenfeld ISVE zertifiziert. Das heisst, dass der Kanton allfällige Verluste ausgleicht. «Mit einer 85-Prozent-Belegung sollten wir aber kein Defizit haben», sagt Romann. Der berechnete Tagessatz sei nun sogar günstiger als zuvor. «Weil wir etwas weniger Geld für die IT ausgeben.»

Die Mitarbeiter seien auch alle noch an Bord und hätten ihre noch ausstehenden Löhne über die Insolvenzversicherung beziehen können. «Finanziell geht es uns zum Glück allen wieder besser», sagt die Heimleiterin erleichtert. Die Arbeit sei anstrengend, der administrative Aufwand enorm. Aber Jacqueline Romann sagt:

«Wir haben wenigstens wieder eine Perspektive. Vorher wussten wir einfach nicht, ob und wie lange es noch weitergeht.»

Mit der Gründerin und ehemaligen Geschäftsführerin Monika Egli-Alge steht Romann nicht mehr in Kontakt. Sie sagt: «Für uns ist es erledigt. Ich glaube nicht, dass es zu einer Versöhnung kommt.»

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