«Ich bestreite alle gegen mich erhobenen Vorwürfe mit Vehemenz»: Ehemaliger Steinacher Gemeindeschreiber wehrt sich gegen Verdacht auf sexuelle Handlungen mit Kindern

Seit Mitte November 2019 sass der ehemalige Gemeindeschreiber von Steinach wegen Verdachts auf sexuelle Handlungen mit Kindern und Verbreitung von Kinderpornografie im Internet in U-Haft. Auf eigenen Antrag wurde er vorzeitig entlassen. Kürzlich hat er im Kanton Aargau eine neue Arbeitsstelle angetreten und beteuert seine Unschuld.

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Der Mann war im November im Steinacher Gemeindehaus verhaftet worden.

Der Mann war im November im Steinacher Gemeindehaus verhaftet worden.

Bild: Lisa Jenny

(red/nat) Die Kantonspolizei verhaftete am 13. November 2019 den damaligen Steinacher Gemeindeschreiber am Arbeitsplatz. Laut Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen haben der Verdacht auf die Herstellung und Zugänglichmachung illegaler Pornografie im Internet und sexueller Handlungen mit Kindern den Zugriff nötig gemacht. Gleichzeitig wurde beim Beschuldigten auch eine Hausdurchsuchung vorgenommen.

Das Zwangsmassnahmengericht hat damals entschieden, dass der Mann in Untersuchungshaft kommt. Diese wurde bis 15. Januar 2020 bewilligt. Der ehemalige Gemeindeschreiber wurde jedoch vorzeitig entlassen. Wie Beatrice Giger, Mediensprecherin der St.Galler Staatsanwaltschaft, Anfang des Jahres gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte, habe sich der dringende Tatverdacht auf sexuelle Übergriffe an Kindern nicht bestätigt.

Doch die Strafuntersuchung ist nach wie vor pendent, sagt Stefan Hess, Medienbeauftragter der St.Galler Staatsanwaltschaft, auf Anfrage. Über allfällige Erkenntnisse könne er sich jedoch wegen der noch andauernden Untersuchung nicht äussern. Zudem komme es aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation auch in den Strafverfahren zu gewissen Verzögerungen, erklärt Hess.

Neuer Arbeitgeber glaubt an Unschuld

Der ehemalige Steinacher Gemeindeschreiber habe gemäss Recherchen von «Blick» die Zeit nach seiner Freilassung genutzt, um sich neu zu orientieren: Er ist er in einen anderen Kanton umgezogen und hat einen neuen Job gefunden. Alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestreite er mit Vehemenz, wie er sagt.

Der neue Arbeitgeber im Kanton Aargau glaube dem Beschuldigten, dass er keine fehlbaren Handlungen begangen habe. Der Ostschweizer sei gar an der Firma beteiligt. Auf Anfrage von «Blick» heisst es dort:

«Unser neuer Partner hat uns glaubhaft versichert, dass die Vorwürfe in dieser Form nicht zutreffen.»

Der ehemalige Gemeindeschreiber habe die Verantwortlichen ausführlich und transparent über das laufende Verfahren informiert. Der Arbeitgeber halte fest, dass er es als heikel ansehe, wenn Personen mit laufendem Verfahren ein moralisches Berufsverbot auferlegt wird. Für den Ostschweizer gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung.