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«Eine ungemein schlimme Zeit»: Ehemalige Braunauer Gemeinderätin erhielt mit 9 Jahren Krebsdiagnose – und kommt gestärkt daraus hervor

Was mich nicht umbringt, macht mich stärker. So könnte das Lebensmotto von Silvia Gantner lauten. Nach einer Krebsdiagnose im Alter von nur neun Jahren hat sie sich zurück ins Leben gekämpft. Heute setzt sie sich für ihre Mitmenschen ein.
Christoph Heer
Ein eingespieltes Team: Silvia Gantner mit Gipsy und Vegas. (Bild: Christoph Heer)

Ein eingespieltes Team: Silvia Gantner mit Gipsy und Vegas. (Bild: Christoph Heer)

Erst zarte neun Jahre alt und schon die Schockdiagnose: Halstumor. Was folgte waren Operationen, Gelenksversteifungen, monatelange Rehabilitationsaufenthalte und Schmerzen.

«Unglaubliche Schmerzen», sagt Silvia Gantner heute. Die Leidensgeschichte hat sie hinter sich gelassen, trotzdem gehört diese Zeit ihres Lebens zu ihr. So kann sich die 49-jährige an jedes Detail dieser gefühlt ewigen Leidenszeit erinnern:

«Die lange Zeit im Spital, dann die acht Monate in der Rehabilitation, herumlaufen mit einem Spezialkorsett, stets die Hoffnung, dass alles gut kommt und die Gewissheit auch, dass es anderen Patienten mit gleicher Diagnose noch schlechter ergeht wie mir. Das war eine ungemein schlimme Zeit.»

Tatsächlich kommt es vor, dass nach gewissen Diagnosen mit darauf folgenden Versteifungsoperationen an der Wirbelsäule (Spondylodese) Lähmungserscheinungen auftreten. Silvia Gantner hat Bekanntschaft mit einem derart traurigen Fall gemacht. «Diese Person ist heute vom Hals an abwärts gelähmt. Da habe ich doch etwas mehr Glück gehabt.»

Trotzdem, auch die im Weiler Oberhausen wohnhafte Pferdenärrin ist nicht frei im Bewegungsalltag. Der Bewegungsradius des Kopfes ist stark eingeschränkt und eine lange Narbe am Hals zeugt von den Operationen. Silvia Gantner hat dies aber verinnerlicht. Sie steht dazu, hat es verarbeitet und gibt ihren dadurch entstandenen Lebensmut weiter; auch an ihrem jetzigen Arbeitsort im Alterszentrum Sunnewies in Tobel.

Grosseltern führten Dorflädeli

Silvia Gantner lebt seit 21 Jahren in Oberhausen, das zur Politischen Gemeinde Braunau gehört. Aufgewachsen mit vier Geschwistern in Egnach am Bodensee, lernte sie das kleine Dorf schon früh kennen. «Meine Grosseltern führten damals das Dorflädeli und meine Mutter war eine Braunauerin. Nachdem ich meinen Mann Andreas kennen- und lieben gelernt habe, wohne ich mittlerweile über 20 Jahre hier.»

Nebst ihrer Familie, die drei Kinder umfasst, hege und pflege sie auch die Tiere. «Allen voran unsere Pferde, die sind ein wichtiger Teil in meinem Leben.» Aber auch Hund Jack, die Zwergziegen, die Schweine und noch weitere Tiere gehören zu ihrem Leben. So wie das Lachen. Denn so kennt man sie heute, gut gelaunt, witzig und sympathisch. Das sei während und nach ihrer langen Leidenszeit nicht immer so gewesen, betont sie.

Dass sie gestärkt da heraus gekommen ist, beweisen ihre unzähligen Engagements, welche sie in den vergangenen drei Jahrzehnten ausgeübt hat. Als gelernte Kinderpflegerin, Spielgruppenleiterin, treibende Kraft in Sonntagsschulen oder Waldspielgruppen, kurzzeitig als Servicemitarbeiterin in einem Gasthof – den Kontakt mit Menschen will sie niemals missen. Als ihre drei Kinder älter wurden, suchte sich Silvia Gantner eine neue Herausforderung:

«Natürlich musste es etwas mit Menschen sein. Da wurde ich auf den Pflegehelfer-Lehrgang beim Schweizerischen Roten Kreuz in Weinfelden aufmerksam. Genau mein Ding, dachte ich.»

Dass sie damals anfangs 2013 bereits im «Sunnewies» engagiert war, spielte ihr in die Karten. Doch auch nach diesem Lehrgang blieb sie nicht stehen, bildete sich fortan mit unzähligen Weiterbildungen zum Langzeitzertifikat aus.

«Das ist echt eine tolle Sache, ich empfehle das jedem, der sich verändern will, etwas Neues ausprobieren möchte und dem die Mitmenschen am Herzen liegen», sagt sie und kommt ins Schwärmen, von ihren zahlreichen Erfahrungen, die sie erleben durfte; auch am Sterbebett.

Silvia Gantner ist stets offen für Neues. So erstaunt es nicht, dass in ihrem reichhaltigen Portfolio auch vier Jahre als Braunauerin Gemeinderätin vermerkt sind. «Das war eine intensive Zeit, in welcher ich ungemein viel gelernt habe», tönt ihr heutiges Fazit dazu.

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