Schmerzerfüllt und melancholisch zugleich: Oratorienchor tritt in Frauenfeld auf

Mit Antonín Dvořáks «Stabat Mater» erklang am Sonntagabend eine der beliebtesten Vertonungen überhaupt in der evangelischen Stadtkirche Frauenfeld. Der Oratorienchor führte das schwierige Werk begeisternd auf.

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Chor, Orchester und Solisten nehmen nach der Aufführung den Applaus des begeisterten Publikums entgegen. (Bild: PD)

Chor, Orchester und Solisten nehmen nach der Aufführung den Applaus des begeisterten Publikums entgegen. (Bild: PD)

(red) Unter der ebenso bewährten wie auch umsichtigen und konzentrierten musikalischen Leitung von Christian Dillig – welcher übrigens mit seiner nunmehr zehnten Jahresproduktion mit dem Frauenfelder Oratorienchor ein rundes Jubiläum feierte – gab es dieses Mal eine neue Anordnung zu bestaunen.

Teile des Chores standen nun seitlich vom Orchester und bildeten mit den im Hintergrund Verbliebenen nun drei Gruppierungen anstatt wie bisher einen einzigen, grossen Chor im Hintergrund.

Diese zusätzliche Nähe war für die Zuhörerschaft ein Plus, wurde doch vieles verständlicher, da so niemand gegen das sehr gut aufgelegte Orchester, die Camerata Schweiz, ansingen musste, sondern es vielmehr zu einer wunderschönen klanglichen Durchdringung von Stimmen und Instrumenten führte. Christian Dillig gelang es wunderbar, eine überaus angenehme Balance zwischen den Registern des Orchesters sowie zwischen dem Orchester und dem Chor herzustellen.

Verzückender Gesang

Auch mit den Solistinnen und Solisten hatte der Frauenfelder Oratorienchor einen guten Griff getan, gaben doch alle vier ihren solistischen Einsätzen eine persönliche Note und verbanden sich zugleich in den Duetten und Quartetten dennoch aufs Feinste zusammen.

Wunderbar die Stimme von Ruben Drole, der mit seinem sonoren Bass das Leid der Gottesmutter eindrucksvoll offenbarte. Susanne Gritschneder, Alt, stand ihm da bei ihrer flammenden Vision des Jüngsten Gerichtes, «Inflammatus et accensus», in nichts nach.

Ganz exquisit gestaltete Mechthild Bach den Sopranpart. Beim Duett «Fac ut portem» mit dem Tenor Raphael Wittmer wetteiferte sie gesanglich überzeugend um ihr Mitgefühl mit der Gottesmutter. Ihr Gesang wirkte so gleichsam verzückt. Und Raphael Wittmer schliesslich sorgte mit seinem Schmelz für ein berührendes «Fac me vere tecum fiere».

Das Publikum dankte den Aufführenden ihre Darbietung mit einem langen, begeisternden Applaus, der vollauf verdient war. Wer dieser ersten Aufführung nicht beiwohnen konnte, erhält kommenden Sonntag, 24. März, um 17 Uhr, noch einmal Gelegenheit dazu. Dann erklingt in der evangelischen Stadtkirche Frauenfeld Antonín Dvořáks «Stabat Mater» ein zweites Mal.