Grün und sauber? – So klimaneutral ist das Open Air St.Gallen wirklich

Das Open Air St.Gallen ist als erstes grosses Schweizer Festival «klimaneutral». Was bedeutet das? Und welche Auswirkungen hat das für die Besucher?

Laura Widmer
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So soll es nach dem Open Air nicht aussehen. (Bild: Ralph Ribi, 2018)

So soll es nach dem Open Air nicht aussehen. (Bild: Ralph Ribi, 2018)

Seit 2005 wird ein Depot auf Geschirr, Besteck und Becher erhoben, seit 2012 gibt es auf dem Festival nur noch Ökostrom. Seit 2015 wird ausschliesslich Schweizer Fleisch verkauft. Besucher, die mit dem öffentlichen Verkehr anreisen, erhalten 50 Prozent Rabatt auf das Billett. Das Open Air trifft seit Jahren Massnahmen, um das Festival nachhaltiger zu machen. In diesem Jahr ist es zum ersten Mal klimaneutral. 

1. Warum wurde das Label angestrebt?

Das Open Air versucht, die CO2-Emissionen zu minimieren und kompensiert die Restemissionen mit Myclimate. Mit den Bestrebungen wolle das Open Air St.Gallen ein Zeichen setzen für die Massnahmen zum Umweltschutz, die bisher getroffen wurden, sagt Mediensprecherin Nora Fuchs. «Wir machen das nicht nur, weil es gerade in ist.» 

2. Was bedeutet «klimaneutral»?

Das Open Air St.Gallen arbeitet mit Myclimate zusammen. Mediensprecher Kai Landwehr sagt: «Klimaneutral werden Veranstaltungen, Produkte und Dienstleistungen dann, wenn im ersten Schritt die dadurch verursachten klimawirksamen CO2-Emissionen nach wissenschaftlichen Kriterien berechnet werden». Im zweiten Schritt müsse dieser Wert vollständig ausgeglichen werden. Das geschieht durch die Unterstützung von Umweltschutzprojekten.

3. Wie viel kostet die Kompensation der Restemissionen?

Das Open Air lässt sich die Kompensation rund 66'000 Franken kosten. So gleicht es die Hälfte der 2500 Tonnen CO2-Emissionen aus, die am Festival entstehen. 

Bild: Michel Canonica
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(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
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Bild: Michel Canonica

4. Nach welchen Kriterien werden die Projekte ausgewählt?

Myclimate betreibt weltweit rund 100 Projekte, die CO2-Emissionen einsparen. Diese Einsparungen werden von unabhängigen Standards überprüft und dann zertifiziert.

«Wir wollten etwas in der Region unterstützen», sagt Nora Fuchs. Leider gebe es jedoch noch kein solides Projekt im Kanton St.Gallen. Mit der Renaturierung von Schweizer Hochmooren in Glarus und einem Wiederaufforstungsprojekt in Nicaragua unterstütze man nun Pläne, die den Organisatoren am Herzen liegen.

5. Welche Bereiche verursachen bei Festivals am meisten Emissionen?

Die grössten Emissionsquellen sind die An- und Abreise der Gäste und Musiker, die Verpflegung vor Ort und das verwendete Material sowie dessen Transport. Besonders beim Open Air St.Gallen ist, dass das Material der Hauptfaktor ist, mit etwas über einem Drittel aller Emissionen. Die Mobilität fällt aufgrund der starken Nutzung des öffentlichen Verkehrs weniger ins Gewicht als bei anderen Veranstaltungen.

Die Ärzte  (Bild: Michel Canonica)
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Publikum beim Auftritt der Ärzte (Bild: Michel Canonica)
Die Ärzte  (Bild: Michel Canonica)
Publikum beim Auftritt der Ärzte  (Bild: Michel Canonica)
Die Ärzte  (Bild: Michel Canonica)
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Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
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Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
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(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
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(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
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Auftritt von Royal Republic   (Bild: Michel Canonica)
Auftritt von Royal Republic   (Bild: Michel Canonica)
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Auftritt von Royal Republic  (Bild: Michel Canonica)
Auftritt von Royal Republic  (Bild: Michel Canonica)
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(Bild: Benjamin Manser)
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(Bild: Michel Canonica)
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(Bild: Benjamin Manser)
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Die Ärzte (Bild: Michel Canonica)

5. Welche Massnahmen zur Verminderung des ökologischen Fussabdrucks setzt das Open Air St.Gallen in diesem Jahr neu um?

Es gibt auf dem Gelände keine Plastikröhrli mehr. Ausserdem besteht das Geschirr an den Verpflegungsstände aus Pflanzenfasern und das Besteck aus Stärke. 

7. Gibt es weitere Schweizer Festivals, die mit Myclimate zusammenarbeiten?

Es gibt Veranstaltungen, die mit Myclimate arbeiten, in diesem Jahr etwa der Swiss E-Prix, das Züri Fäscht oder auch das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Zug. Das Open Air St.Gallen ist jedoch das einzige grosse Schweizer Festival, welches «klimaneutral» ist. 

8. Höheres Zelt-Depot oder rein vegetarisches Essen: Festivals gehen unterschiedliche Wege, um umweltfreundlicher zu werden. Sind solche Vorschläge auch für das OASG ein Thema?

Für das Open Air kommen solche Massnahmen nicht in Frage, der Spass soll im Vordergrund stehen. «Rein vegetarisches Essen ist keine Option. Zum Open Air St.Gallen gehört die Bratwurst, das Grillieren», sagt Nora Fuchs. Ausserdem ist «Schweizer Fleisch» einer der Festival-Sponsoren.

Für das Zeltdepot liege die Rücklaufquote bei 91 Prozent, bei den Mehrwegbechern bei 95 Prozent. «Unsere Konzepte in diesem Bereich müssten wir hinterfragen, wenn diese Zahlen sinken», sagt Mediensprecherin Nora Fuchs.