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Vorsicht vor der Hasenpest: Auch im Kanton St.Gallen mussten schon Menschen deswegen ins Spital

Der Kanton St.Gallen liegt bei Tularämie-Fällen bei Menschen national im vorderen Mittelfeld: Hospitalisationen gab es vor allem in der Region Werdenberg.
Armando Bianco, Nancy Neuhauser
Finger weg: Das Berühren von erkrankten Hasen (Bild) ist gefährlich. (Bild: Getty)

Finger weg: Das Berühren von erkrankten Hasen (Bild) ist gefährlich. (Bild: Getty)

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verzeichnet seit 2010 einen starken Anstieg von Tularämie, auch Hasenpest genannt, bei Menschen. Durch das Bakterium Francisella tularensis erkranken vorwiegend Hasen, aber auch andere Nagetiere wie Mäuse, Eichhörnchen oder Steinmarder. Als Folge der Übertragung von Erregern durch Parasiten kommt es nach wenigen Tagen zu einer Infektion – die befallenen Tiere schwächeln, bekommen Fieber, werden apathisch und verenden innerhalb von einigen Tagen. Heim- und Nutztiere waren laut BAG noch nie betroffen.

Die Krankheit ist auch für Menschen gefährlich. 2010 wurden 14 Fälle gezählt, im vergangenen Jahr waren es bereits 121 Personen, die sich mit dem Bakterium angesteckt haben. In der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (RWS) wurden 2018 mehrere infizierte Personen hospitalisiert. Die Kommunikationsverantwortliche Andrea Bachmann sagt:

«Wir hatten zwei Fälle in Altstätten, einen in Walen­stadt und eine einstellige Zahl im Spital Grabs.»

Im laufenden Jahr wurde in Grabs und Walen­stadt noch kein Fall registriert, in Altstätten ist den Behörden einer bekannt.

Im ganzen Kanton St.Gallen waren gemäss BAG-Statistik letztes Jahr zehn, im Jahr zuvor 17 erkrankte Personen in Spitalbehandlung. Mit diesen Zahlen liegt St.Gallen im Vergleich mit anderen Kantonen im vorderen Mittelfeld.

Der Kontakt mit infizierten Tieren ist gefährlich

Menschen stecken sich durch direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Tieren an, nicht aber untereinander. Die Übertragung erfolgt meistens durch verseuchte Zecken oder Mücken, selten auch durch den Verzehr von ungenügend erhitztem Fleisch. Die Infektion zeigt sich als grippeartige Erkrankung mit Fieber, Gliederschmerzen und einer geschwürigen Veränderung an der Infektionsstelle. Eine rechtzeitige Antibiotikatherapie hat im Allgemeinen einen guten Behandlungserfolg. Unbehandelt kann die Krankheit aber auch einen tödlichen Verlauf nehmen.

In der Region Werdenberg wurden vergangenes Jahr einzelne an Hasenpest verendete Tiere gefunden. In Liechtenstein sind zwischen November 2018 und April 2019 offiziell drei tote Feldhasen registriert worden, die an Tularämie erkrankt waren. Silvan Eugster, Wildhüter der Region Rheintal-Werdenberg, geht davon aus, dass es auch in diesem Jahr Fälle geben wird.

Vorher jahrelang keine Fälle

Insgesamt wurden im Kanton St.Gallen im vergangenen Jahr fünf Fälle von Hasenpest gemeldet. «Vorher hatten wir Jahre lang nichts», sagt Adrian Fäh, Leiter Fachbereich Tiergesundheit beim kantonalen Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen. Dieses Jahr gibt es noch keine gemeldeten Fälle, sagt er weiter. Auch in Appenzell Innerrhoden und in Appenzell Ausserrhoden gibt es derzeit keine Hasenpest-Fälle. Auch im Thurgau gibt es laut Amtstierärztin Annette Baumer keine Fälle der Infektionskrankheit.

Verbreitung aus dem süddeutschen Raum

In den letzten Monaten mehrten sich die Meldungen von Hasenpest in Mitteleuropa, vor allem im süddeutschen Raum. Letzten November berichteten Medien im Bundesland Bayern von neun Jägern, die nach einer gemeinsamen Jagd an der Hasenpest erkrankt sind. Wildhüter Eugster geht davon aus, dass die immer noch seltene Krankheit aus diesem Gebiet in die Schweiz vordringt, und stellt fest, dass das seit Jahren wellenartig geschieht.

Die wichtigste Schutzmassnahme bestehe darin, offensichtlich kranke und tote Tiere nicht mit blossen Händen anzugreifen. Zudem solle die Einatmung von Staub oder Wasser in unmittelbarer Umgebung solcher Kadaver vermieden werden.

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