Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Interview

Heldin trifft Heldin: Ostschweizerin Susann Schuh feiert mit der geretteten Amanda Eller – «Es flossen viele Freudentränen»

Am Strand von Hawaii wurde am Montag ein grosses Fest zu Ehren der geretteten Amanda Eller gefeiert. Susann Schuh aus Schwarzenbach war bei der Suche massgeblich beteiligt und konnte jetzt Eller in die Arme schliessen.
Martin Oswald
Beide strahlen: Susann Schuh (links) und Amanda Eller beim grossen Fest auf Hawaii. (Bild: PD)

Beide strahlen: Susann Schuh (links) und Amanda Eller beim grossen Fest auf Hawaii. (Bild: PD)

Es sind emotionale Tage auf der Insel Hawaii: Kaum war die US-Wanderin Amanda Eller verschwunden, machten sich hunderte freiwillige Helfer auf die Suche nach ihr. Mittendrin auch Susann Schuh aus Schwarzenbach bei Wil.

Zwar war sie gerade auf Weltreise mit ihrer Familie, aber das Verschwinden von Amanda Eller liess ihr keine Ruhe. Fortan kümmerte sich die gelernte Prozessentwicklerin um die Organisation im Hintergrund, baute Infrastruktur auf, machte Dienstpläne, sorgte für einen digitalen Check-In und Check-Out aller Helfer und leistete so einen entscheidenden Beitrag.

Susann Schuh, erzählen Sie uns von der Feier am Strand.

Da waren so viele Medien und Menschen vor Ort heute. Menschen, die ich während der Suche jeden Tag gesehen habe. Jetzt waren zum ersten Mal alle zusammen auf einem Haufen. Da wird einem erst bewusst, wie viele Personen beteiligt waren. Da sind Freundschaften entstanden, wildfremde Menschen sind mir sehr ans Herz gewachsen.

Die Leute kamen zu mir, wollten Fotos machen und mich umarmen. Das war mir einerseits unangenehm, schliesslich haben hier ja alle mitgeholfen. Aber irgendwann musste ich es einfach akzeptieren. Es flossen viele Tränen heute. Alle sind einfach nur dankbar, dass Amanda wieder gefunden wurde.

Wie war die Begegnung mit Amanda Eller?

Ich war extrem aufgeregt und gespannt Amanda kennenzulernen. Ein anderer Helfer brachte mich zu ihr und meinte, «Amanda, du musst unbedingt Susann kennenlernen». Doch Amanda meinte, sie wisse genau, wer ich sei. Ihre Eltern hätten bereits viel von mir erzählt.

Amanda sagte zu mir: «Es ist unglaublich, dass jemand so etwas für mich macht.» Wir haben uns lange umarmt. Ich bin einfach so froh, dass sie jetzt gesund zurück bei ihrer Familie ist. Ich habe ihr einen Schlüsselanhänger mit einem kleinen Kompass und einer Temperaturanzeige geschenkt. «Du gehst bitte nie wieder verloren.» Amanda lachte und sagte, wir könnten uns gar nicht vorstellen, wie kalt es in diesen Nächten allein in der Wildnis gewesen sei.

Sie sind gerade am Flughafen und verlassen jetzt Hawaii, um mit Ihrem Mann und Sohn die Weltreise fortzusetzen. Welche Erinnerungen an die letzten zwei Wochen bleiben?

Wir fliegen jetzt weiter nach Vancouver Island. Die Leute hier haben Witze gemacht, ich soll sicherstellen, dass dort niemand vermisst werde. Es fällt mir nicht leicht, Abschied zu nehmen. Aber ich trage alle in meinem Herzen. So eine Situation schweisst extrem zusammen.

Sie haben mit Ihrem Flair für Organisation massgeblich mitgeholfen, dass Amanda Eller gefunden wurde. Werden Sie diese Erfahrung anderen weitergeben?

Ich habe vor, mit einigen anderen zusammen, die bei der Suche beteiligt waren, ein Handbuch zu erstellen. Ich war erstaunt, dass es 2019 noch keine Systematik gibt, wie bei so einer Suche professionell vorgegangen wird. Wenn sich alles etwas beruhigt hat, werden wir uns zusammensetzen und alles aufschreiben. Ich lass es auf mich zukommen.

Jetzt freuen sich mein Mann und mein Sohn, dass wir wieder etwas Zeit zusammen haben.

Wir wünschen Ihnen eine schöne Reise.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.