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Interview

«Ich bin nicht cool genug für Trap»: Der Appenzeller Musiker Marius Bear vor seinem grossen Auftritt am Open Air St.Gallen

Der Appenzeller Singer-Songwriter Marius Bear hat eine musikalische Wandlung hinter sich. Einst sang er Mundart, heute macht er Pop mit Tiefgang – und das äusserst erfolgreich. Am Samstag spielt der 26-Jährige im Sittertobel auf der Sternenbühne.
Luca Ghiselli
«Das Open Air St.Gallen ist unser Festival: »Marius Bear posiert in der Appenzeller Hauptgasse vor seinem Konzert auf der Sternenbühne. (Bild: Ralph Ribi, 24. Juni 2019)

«Das Open Air St.Gallen ist unser Festival: »Marius Bear posiert in der Appenzeller Hauptgasse vor seinem Konzert auf der Sternenbühne. (Bild: Ralph Ribi, 24. Juni 2019)

«Ein Mutant!», ruft Marius Bear und nimmt ein Streichholz aus der Schachtel, um sich eine Zigarette anzuzünden. Es ist eines dieser Streichhölzer, die zusammengewachsen sind. Bear macht ein Bild, verschickt es an Freunde. «An solchen kleinen Sachen muss man Freude haben, oder?»

Der 26-Jährige Singer-Songwriter sitzt in einem Strassencafé an der Appenzeller Hauptgasse, und kaum einer, der vorbeigeht, kennt ihn nicht. Bear winkt, Bear grüsst. «Wie hesch?», «Wa machsch denn du do?», «Chonsch as Grümpeli?».

Bild: Michel CanonicaBild: Michel Canonica
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(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
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Mit Sonnenschirmen, Sonnencrème und Wasserkübeln: So rüsten sich die Open-Air-Besucher für den zweiten Hitze-Tag

Fürs Appenzeller Grümpeli am Wochenende reicht's nicht, denn Marius Bear hat einen dicht gedrängten Terminkalender. Noch am selben Abend fliegt er zurück nach London, wo er rund die Hälfte seiner Zeit verbringt. Songs schreiben, aufnehmen, dann geht's zurück in die Schweiz. Freitag: Bundesplatz, Bern. Samstag: Sternenbühne, Open Air St.Gallen. Sonntag: Bärenland, Arosa.

Wie viele Selfies haben Sie heute schon mit Fans gemacht?

Keine! Dafür habe ich 25 Abschlussklassen-Shirts signiert. Ich war an meiner alten Sekundarschule und habe den Schulabgängern von meiner Karriere erzählt.

Aber es kommt inzwischen oft vor, dass Sie erkannt werden?

Ja klar, aber wir sind hier immer noch in der Schweiz. Die Leute lassen einen in Ruhe.

Es läuft gut für Sie: Ausverkaufte Shows in grossen Klubs wie dem Zürcher Kaufleuten, ein Swiss Music Award, Best Talent von SRF 3...

Das stimmt. Wir haben viel gearbeitet. Mit der Musik ist es so: Man muss einen Weg gehen, bis man überhaupt weiss, was man will.

Sie machen erst seit fünf Jahren Musik, und doch wirkt es von aussen so, als wäre dieser Weg schon weit fortgeschritten.

Ich bin von der Strassenmusik direkt zu einem grossen Label. Dann bin ich dort wieder weg, habe Filmmusik gemacht, auf Hochzeiten und Festivals gespielt. Irgendwann konnte ich dann das kanalisieren, was ich wirklich will. Mit meinem Team gehen wir jetzt dem «Ranzegfühl» nach. Immer, wenn ich meinem Bauchgefühl folge, kommt es gut.

Ihre erste EP beim grossen Label haben Sie auf Mundart aufgenommen.

So habe ich angefangen, ja. Aber ich habe dann gemerkt, dass es für mich nicht stimmt – vom Zwischenmenschlichen, aber auch vom Bauchgefühl her. Deshalb habe ich mir dann gesagt: Mundart ist vorläufig nichts für mich.

Zur Person

Marius Hügli ist im Weiler Enggenhütten bei Appenzell aufgewachsen. Nach seiner Schulzeit absolvierte er eine Lehre zum Baumaschinenmechaniker. Sein Stimmpotenzial erkannte Hügli erst im Militär, als er als Wachmeister Befehle gab. In einem früheren Interview sagte er: «Ein Rekrut kam zu mir und sagte: ‹Du hast eine irrsinnige Stimme, du könntest Grunge singen.›»

Im Alter von 21 Jahren begann Hügli mit Strassenmusik und veröffentlichte 2016 unter dem Titel «Marius Bär» – er hatte sich inzwischen umbenannt – seine erste EP. Auf Berndeutsch, dem Dialekt seines Vaters. 2017 zog der heute 26-Jährige nach London, um an der British and Irish Modern Music School Musikproduktion zu studieren. Im Februar 2019 wurde Marius Bear mit dem Swiss Music Award in der Kategorie «Best Talent» ausgezeichnet. (ghi)

Vorläufig?

Ja, gestorben ist das Thema nicht. Aber dadurch, dass ich jetzt in London lebe, bis auf Weiteres auf Eis gelegt.

Ihr Bauchgefühl hat sie jetzt zum Pop mit Ecken und Kanten geführt.

Ich nenne es Raw Pop. Es ist Pop, der ein bisschen so ist (Bear streicht mit seiner Hand über die raue Tischfläche). Das funktioniert am Radio nicht immer gleich gut wie das Aalglatte, aber es ist authentisch. Ich will die Menschen berühren.

Wie bringen Sie denn kreativen Instinkt und Business unter einen Hut?

Es ist schwierig, das, was an Kreativem aus einem heraussprudelt, nicht durch äussere Einflüsse verfälschen zu lassen. Da sieht man die ganzen neuen Künstlerinnen und Künstler wie Billie Eilish oder all die coolen Trap-Typen. Und ich mach meine Balladen und mein Durchschnittspublikum ist 35 und weiblich. Aber das bin ich! Ich bin nicht cool genug.

Am Samstag spielen Sie im Sittertobel auf der Sternenbühne. Ist das für Sie noch etwas Besonderes, haben Sie doch in den vergangen 18 Monaten kaum eine grosse Bühne ausgelassen.

Das Open Air St.Gallen ist immer etwas Spezielles, vor allem für einen Ostschweizer. Es ist die «Homebase». Dort zu spielen, ist ein grosser Moment für mich. Seit ich 15 bin, gehe ich ins Sittertobel. Es ist schlicht und einfach unser Open Air.

Gibt's ein Konzert, das Ihnen als Festivalbesucher besonders in Erinnerung geblieben ist?

Wegen der Konzerte ging ich eigentlich gar nicht. Es ging um den Zeltplatz und all die komischen Leute, die dort herumlaufen. Aber jetzt, wo ich darüber nachdenke: Kodaline 2015, am Sonntagnachmittag. Die Jungs habe ich inzwischen persönlich kennengelernt.

Und haben Sie bei all Ihren Terminen am Wochenende überhaupt Zeit, um die Zeltstadt im Tobel zu geniessen?

Dieses Jahr leider nicht, ich fahre noch am Samstag zum nächsten Konzert nach Arosa. Im Bärenland stellen sie einen Weltrekord auf: Alle, die zum Nachnamen Bär heissen, treffen sich dort. Und da kann ich natürlich nicht fehlen.

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