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Entscheide aus dem St.Galler Kantonsrat: Wer sauber fährt, zahlt weniger Steuern +++ Fossile Heizungen sollen im Kanton verschwinden +++ Es gibt kein kantonales Verbot für Einwegplastik an Veranstaltungen

Regula Weik
18:25 Uhr

Wir beschliessen unsere Berichterstattung über die Klimadebatte und danken für Ihre Aufmerksamkeit. Geniessen Sie den sonnigen Abend an der frischen Luft.

18:09 Uhr

Damit hat sich das Parlament durch die "substanziellen" Vorstösse durchgearbeitet - sprich durch jene, die konkrete Gesetzesanpassungen zugunsten des Klimas im Kanton zur Folge haben. Es liegen jetzt noch knapp 20 Interpellationen auf dem Tisch, welche die Regierung im Vorfeld der Klimadebatte beantwortet hat. Die Interpellanten haben kurz die Möglichkeit dazu Stellung zu nehmen - zeitlich begrenzt auf drei Minuten.

17:56 Uhr

Der Kanton soll klimafreundliche Mobilitätsprojekte fördern. Das verlangt die Fraktion von SP und Grünen. Die Fraktion schlägt auch gleich vor, wie diese Projekte finanziert werden sollen: Es soll ein "substanzieller Teil der Strassenverkehrsabgaben" dafür eingesetzt werden. Die Fraktion wehrt sich dagegen, dass zu ihrem konkreten Anliegen lediglich ein Bericht erstellt wird, wie es die Regierung vorschlägt. "Das Klima ist derart krank, dass nun gehandelt werden muss", sagt SP-Kantonsrat Ruedi Blumer.

Das Anliegen findet im Parlament kein Gehör. Es wird mit 74 Nein zu 29 Ja deutlich abgelehnt.

17:43 Uhr

"Wir haben hier die Möglichkeit, etwas Handfestes fürs Klima zu tun", sagt CVP-Kantonsrat Peter Göldi - und "wirbt" damit für die Motion seiner Fraktion: Diese verlangt, die Fahrzeuge sollten künftig nach ihre Ökobilanz besteuert werden. Kurz: Wer sauber fährt, zahlt weniger Steuern.

Es soll ein Anreiz geschaffen werden, umweltfreundliche Fahrzeuge anzuschaffen, argumentiert FDP-Präsident Raphael Frei. Die Regierung soll die gesetzlichen Grundlagen anpassen - dabei aber darauf achten, dass "die Steuererträge langfristig gesichert werden".

Auch die SVP unterstützt das Anliegen. Auch bei SP und Grünen findet es Zustimmung. Somit ist sich das Parlament in dieser Frage einig - eine seltene Situation an diesem Nachmittag.

17:38 Uhr

Das Parlament fordert die Regierung auf, einen weiteren Bericht zu erstellen, wie der Kanton die Wasserversorgung bei künftigen Trockenperioden sicherstellen will.

17:19 Uhr

Der Zwischenstand auf der Anzeigetafel von SP und Grünen zeigt eine Trendwende: 5 rasche Massnahmen stehen 7 späteren Massnahmen gegenüber. Wird die Klimapolitik auf die lange Bank geschoben?

Peter Hartmann hakt genau bei dieser Frage ein: "Wir wollen Nägel mit Köpfen machen." Die Gutheissung irgendwelcher Postulate bringe nichts bis wenig. "Was nützt es uns, wenn uns die Regierung in zwei, drei Jahren einen Bericht vorgelegt? Das ist doch keine konkrete Klimapolitik. Das ist eine Abschwächung und Verwässerung der Klimapolitik."

17:06 Uhr

Aufgefallen - Michael Götte, Fraktionschef der SVP, und Beat Tinner, Fraktionschef der FDP, haben sich heute beide eine grüne Krawatte umgebunden. Eine Referenz an die Klimadebatte, lautet die offizielle Erklärung. Ein spätnächtlicher Beschluss, die inoffizielle.

17:00 Uhr

Parlamentspräsident Daniel Baumgartner gibt den "Fahrplan" für die nächsten Stunden bekannt: Die Motionen und Postulate werden vorgezogen, die Interpellationen hintenan gestellt. Die Parlamentsmitglieder tun gut daran, sich noch auf eine längere Sitzung einzustellen.

16:40 Uhr

Der Parlamentspräsident erbarmt sich der ermüdeten Geister - und beschliesst eine Pause. Davon "ausgenommen" sind die Fraktionschefs: Diese fordert Daniel Baumgartner zu einer Lagebesprechung auf.

16:16 Uhr

Meinrad Gschwend von den Grünen stellt erste Ermüdungserscheinungen des Parlaments fest - wohl nicht zuletzt zurückzuführen auf den "tiefen Sauerstoffgehalt" im Saal. Will das Parlament mit seinen Forderungen eines besseren Klimas ernst genommen werden, wäre wohl eine Pause angezeigt.

15:54 Uhr

Die beiden SP-Kantonsräte Max Lemmenmeier und Peter Hartmann verlangen ein kantonsweites Verbot von Einwegplastik an bewilligungspflichtigen Veranstaltungen. Die Regierung will nichts davon wissen - der Grund: Die Bewilligungen für die Veranstaltungen erfolgten kommunal, die Gemeinden könnten diese bereits heute mit Auflagen verbinden. So schreibe etwa die Stadt St.Gallen für Anlässe mit mehr als 500 Besuchern die Verwendung von Mehrwegbechern vor.

"Wenn bereits ein derart kleiner Eingriff in die Freiheit des Einzelnen unverhältnismässig ist, müssen wir wirklich an der Bereitschaft der Regierung zweifeln, sich auch nur einen kleinen Schritt zu bewegen", hatte Bettina Surber, Co-Präsidentin der Fraktion von SP und Grünen, bereits vor der Debatte festgehalten. Max Lemmenmeier doppelt in der Debatte nach und hält an die Adresse der Bürgerlichen fest: "Sie werden sich mit gewissen Zwängen anfreunden müssen, wenn sie tatsächlich etwas bewegen wollen in der Klimafrage."

Das Parlament lehnt das Anliegen der Linken mit 72 Nein zu 31 Ja ab.

15:37 Uhr

Der Klimawandel sei "kein Hirngespinst" der Linken, sagt Bettina Surber, Co-Präsidentin von SP und Grünen. Es sei "5 vor 12". Deshalb fordere ihre Fraktion die Regierung auf, nötige und geeignete Gesetzes- und Verordnungsanpassungen zu prüfen mit dem klaren Ziel: Der Kanton soll bis 2030 treibhausneutral unterwegs sei.

Diese "harte Massnahme" sei nötig, unterstützt Ruedi Blumer seine Fraktions-Co-Präsidentin. Und sie sei machbar - so man denn wolle.

Die Bürgerlichen lehnen das Anliegen ab. Es sei "unrealistisch". Sie erinnern an das Pariser Abkommen, dessen Zeithorizont sei 2050 - und sie erinnern daran, dass sich das Parlament erst am Vormittag dem Pariser Abkommen verpflichtet habe.

Die Regierung lehnt die Motion ab. Sie stehe schlicht nicht im Einklang mit dem Pariser Abkommen. Sie sei vielmehr "eine deutliche Verschärfung", sagt Bauchef Marc Mächler. Das Parlament lehnt die Motion von SP und Grünen schliesslich mit 78 Nein zu 23 Ja deutlich ab.

15:26 Uhr

Sascha Schmid fordert einen Steuerabzug für all jene, welche ihre Ferien in der Schweiz verbringen. Der SVP-Kantonsrat erntet bei seiner Begründung des Ansinnens einige Lacher. Und auch einen verhaltenen Aufschrei, als er kundtut, dass er dank der sozialen Medien sehr wohl wisse, wo einige seiner Ratskollegen ihre Ferien verbringen. Detail verrate er nicht, so Schmid.

Der SVP-Politiker kommt dann aber zum Schluss - oder auch zur Einsicht: Die Umsetzung seines Anliegens sei wohl unmöglich. Kurz: "Ich ziehe meine Motion zurück."

14:56 Uhr

Wie nachhaltig ist die Anlagepolitik des Kantons? Auch damit beschäftigt sich das Parlament diesen Nachmittag. Es existierten genügend aktive und passive Investitionsstrategien, um heutige klimaschädliche Anlagen zu ersetzen - ohne Ertragsausfälle. Das halten Basil Oberholzer (Grüne), Christopher Chandiramani (SVP) und Thomas Warzinek (CVP) in ihrer gemeinsamen Motion vor.

Die Regierung lehnt das Ansinnen ab und begründet dies umfangreich. Ein Einflussmöglichkeiten sei bei weitem nicht so weitreichend wie von den Motionären ausgeführt. Als Beispiel führt die Regierung die St.Galler Pensionskasse an: Seit deren rechtlichen Verselbständigung gebe es keine direkten Einflussmöglichkeiten des Kantons auf deren Anlagepolitik mehr - entgegen der Annahme der Motionären.

Regierungsrat Fredy Fässler kommt als Stellvertreter von Finanzchef Benedikt Würth bei Finanzfragen zum Einsatz.

Regierungsrat Fredy Fässler kommt als Stellvertreter von Finanzchef Benedikt Würth bei Finanzfragen zum Einsatz.

Die Regierung verneine mit ihren Antrag die Notwendigkeit einer nachhaltigen Anlagepolitik keineswegs; die geforderten Gesetzesanpassungen seien aber der falsche Weg, argumentiert Regierungsrat Fredy Fässler. Wie kommt der Sicherheits- und Justizdirektor dazu, sich zu einer Vorlage des Finanzdepartements zu äussern? Die Erklärung ist einfach: Er ist der Stellvertreter von Finanzchef und Neo-Ständerat Benedikt Würth, der in Bern gefragt ist.

Die Mehrheit des Parlaments schliesst sich der Haltung der Regierung an. Sie lehnt die Motion mit 69 Nein zu 36 Ja ab.

14:44 Uhr

Die Temperatur im Saal ist gestiegen - ob allein durch die hitzigen Voten verursacht, bleibt offen. Parlamentspräsident Baumgartner reagiert aufs Klima im Saal - und erlaubt Tenueerleichterung als "persönlicher Beitrag" zur Klimadebatte.

14:26 Uhr

Eine Motion von SP-Kantonsrat Dario Sulzer verlangt eine St.Galler Bio-Offensive - der Kanton soll den Umstieg auf Bio-Landbau fördern. Sulzer erwähnt den Kanton Bern, der eine solche Offensive bereits 2016 lanciert habe und damit erfolgreich unterwegs sei.

Die SVP hält nichts davon. Es gehe nicht an, dass der Staat den Bauern diktiert, wie sie ihren Hof zu führen hätten. Und es gehe nicht an, dass der Staat die Zahl der Bio-Betriebe vorgibt, der Markt werde dies regeln.

Die Regierung ist bereit einen St.Galler "Bio-Bericht" zu verfassen; eine Gesetzesänderung lehnt sie ab. Sie schlägt deshalb eine Umwandlung der Motion in ein Postulat vor - und erhält damit die breite Unterstützung des Parlaments.

14:10 Uhr

Wie stark soll sich der Kanton für den Wald und die Waldwirtschaft engagieren? In der Debatte äussert sich auch Regierungsrat Bruno Damann - bis ihn Parlamentspräsident Baumgartner mahnt: "Sehr geehrter Herr Regierungsrat ihre Redezeit ist abgelaufen." Der Volkswirtschaftsdirektor nimmt es locker, er habe seinen Ausführungen nichts mehr hinzuzufügen, sein Votum sei abgeschlossen. Damit holt sich Damann das Lob Baumgartners: "Ihr Votum war in diesem Fall eine Punktlandung."

13:59 Uhr

Kurz vor Beginn der nachmittäglichen Debatte haben sich die Frauen aus dem Kantonsparlament zu einem Gruppenfoto aufgestellt - mit dem klaren Appell: Es braucht mehr Frauen im Parlament!

13:34 Uhr

Die über 50 Vorstösse zeigen erste Auswirkungen: Die Redezeit wird pro Vorstoss auf drei Minuten beschränkt! Bereits der erste Redner, SVP-Kantonsrat Bruno Dudli tappt in die Zeitfalle - das Mikrofon wird ihm abgestellt, bevor er konkret zu seinem Antrag redet. Das Anliegen Dudlis betrifft das Parlament selber: Er verlangt nämlich, dieses solle "mit gutem Beispiel" vorangehen und künftig auf seine Ausflüge verzichten.

Das Klimaanliegen werde mit derartigen Vorstössen "ins Lächerliche" gezogen. Das Parlament brauche die Nähe zu den Leuten und Institutionen in den Regionen. Der Vorstoss sei gelinde gesagt "Quatsch", kritisieren CVP und Grünliberale. Die Linke will die Ausflüge des Parlaments nicht abschaffen - aber: Sie sollen künftig "klimaschonend" gestaltet werden. Die Freisinnigen schliessen sich SP und Grünen an. Diese Variante setzt sich im Parlament klar durch - gut möglich, dass die Parlamentsmitglieder demnächst Velo fahrend im Rheintal, wandernd im Toggenburg oder schwimmend im Zürichsee anzutreffen sind.

13:30 Uhr

Auf dem Pult ein kleiner "Klimagipfel", ein origineller Energieschub für den Nachmittag? Falsch gerätselt. Beim vermeintlichen "Klimagipfel" handelt es sich um den übrig gebliebenen Reiseproviant von gestern - schmecken tut er trotzdem, danke, und wir fühlen uns bestätigt: Das Parlament hat noch selten mit Spontaneität und Witz geglänzt.

13:11 Uhr

In wenigen Minuten geht die Klimadebatte weiter.

Die Fraktion von SP und Grünen zieht laufend Bilanz der vom Parlament getroffenen Entscheide. Ihr aktueller Stand: 2 Beschlüsse, die dem Klima sofort zugute kommen - 1 Entscheid, vom das Klima erst später profitieren wird.

11:57 Uhr

Vorerst ist ausgeredet - und Mittagspause. Der Bericht der Regierung und die Aufträge sind durchberaten. Arbeit bleibt für nach der Mittagspause noch reichlich: Es liegen über 50 parlamentarische Vorstösse auf den Pulten.

11:53 Uhr

Das Parlament erteilt der Regierung eine Hausaufgabe: Sie soll prüfen, wie im Kanton St.Gallen das Grundwasser stärker für thermische Zwecke genutzt werden kann. Der Beschluss fällt mit 109 Ja zu 1 Nein.

11:39 Uhr

SP und Grüne fordern aktuell einen weiteren finanziellen Effort - und zwar einen Sonderkredit von 10 Millionen zur Förderung von technischen Heizungsoptimierungen und Dämmmassnahmen bei Gebäuden für die Jahre 2020 bis 2023. Damit könne der Kanton parallel zum eigenen finanziellen Engagement beim Bund ergänzend 20 Millionen abholen, so der Fraktion von SP und Grünen.

Die Kritiker monieren, der Kredit zur Unterstützung des kantonseigenen Förderprogramms - wie vor wenigen Minuten beschlossen - reiche. Das Parlament lehnt das Ansinnen der Linken mit 78 Nein zu 31 Ja ab.

11:28 Uhr

Soll sich der Kanton St.Gallen dem Pariser Klimaabkommen verpflichten? Das Parlament findet ja: Es verpflichtet die Regierung, die Ziele von Paris als Vorgabe zu akzeptieren - sprich: Klimaneutralität 2050. Der Beschluss des Parlaments kommt mit 57 Ja zu 48 Nein zustande.

11:15 Uhr

Das Parlament beschliesst einen Sonderkredit von 10 Millionen Franken. Damit will der Kanton den Ersatz fossiler Heizungen vorantreiben - allerdings nicht mit neuen Vorschriften. Die Zustimmung des Parlaments für diesen Kredit fiel mit 97 Ja zu 4 Nein sehr deutlich aus.

Jedes Jahr werden im Kanton zwischen 4000 und 4500 fossile Heizungen ersetzt - 80 Prozent davon wieder durch eine fossile Heizung. Mit dem Sonderkredit soll vor allem auch mehr Geld in die Beratung und Aufklärung fliessen. Denn hinter dem 1:1-Ersatz steckt nicht allein Ignoranz gegenüber Klima- und Energiefragen. In vielen Fällen seien die Hauseigentümer schlicht "ungenügend oder gar einseitig" informiert. Häufig würden die einmaligen Investitionskosten gegenüber den jährlich wiederkehrenden Betriebskosten deutlich stärker gewichtet, so die Regierung

11:14 Uhr

Eintreten und Spezialdiskussion sind abgeschlossen. Das Parlament hat vom Bericht "Klima- und Energiepolitk des Kantons St.Gallen" Kenntnis genommen.

11:08 Uhr

Die aktuelle Klimadebatte stösst auf grosses Interesse - die Stühle auf der Besuchertribüne sind gut besucht.

10:44 Uhr

Aus den Reihen des Parlaments melden sich keine weiteren Sprecherinnen und Sprecher mehr - vorerst.

Regierungsrat Marc Mächler

Regierungsrat Marc Mächler

Nun spricht Regierungsrat und Bauchef Marc Mächler. Die Regierung sei nicht untätig gewesen, wie von verschiedenen Seiten kolportiert werde. Selbstverständlich könne man sich über das Tempo streiten - "wir müssen beschleunigen, da gebe ich Ihnen recht". Und da würden alle Departemente gefordert sein, nimmt Mächler eine Bemerkung von Stadträtin Sonja Lüthi auf.

Die Nachfrage nach dem kantonalen Förderprogramm Energie 2015 bis 2020 sei deutlich höher als es der dafür vorgesehene Sonderkredit erlaube. Dieser umfasst gut 32 Millionen Franken - und ist bereits ausgeschöpft. Deshalb will die Regierung dem Parlament einen Nachtragskredit von 9,4 Millionen Franken beantragen. Als erste wird sich die Finanzkommission damit auseinandersetzen; das Parlament wird in der Septembersession zum Nachtragskredit Stellung nehmen können.

Regierungsrat Mächler ist - mit Blick auf die nationale Politik - überzeugt, dass die Schweiz in Bälde ein neues CO2-Gesetz haben werde; der Ständerat werde die aktuelle Variante gutheissen und auch der Nationalrat werde der revidierten Version zustimmen.

10:37 Uhr

Es melden sich verschiedene Mitglieder des Parlaments zu Wort. Ihre Voten zeigen: Die Meinungen über die Notwendigkeit von Klimamassnahmen gehen weit auseinander - während die einen die USA zum Vorbild nehmen und sich bemühen, die Klimaveränderungen mit Worten klein zu reden, fordern die anderen sofortige Massnahmen und erinnern daran, dass nun Handeln und nicht nur schöne Worte und "heisse Luft" gefragt seien.

10:19 Uhr

"Der beste Zeitpunkt zum Handeln war vor 30 Jahren. Der zweitbeste ist nun", sagt Andreas Widmer, Fraktionschef von CVP und Grünliberalen. Er plädiert für eine "wirtschaftsverträgliche Klimapolitik" und fordert konkrete Massnahmen - abgestimmt auf nationale und internationale Klimabemühungen.

10:09 Uhr
Stadträtin Sonja Lüthi.

Stadträtin Sonja Lüthi.

Für die Fraktion von CVP und Grünliberalen spricht nun die Stadtsanktgaller Stadträtin Sonja Lüthi. Der Kanton verfehle sein CO2-Ziel klar. Nun müsse der Verkehr ins Visier genommen werden. "Es sind nun Taten nötig." Absichtserklärungen reichen definitiv nicht mehr. Der Kanton habe eine Vorbildfunktion. Das zukünftige Energiekonzept des Kantons müsse zwingend mehr neuartige, innovative Ideen und Projekte enthalten - und, dies der zweite Wunsch der Fraktion, das neuen Energiekonzept müsse zwingend über alle Departemente erstellt werden. Das Thema sei zu komplex, um departemental bearbeitet zu werden. Es gehe nicht an, dass sie sich gewisse Departemente mehr oder weniger um die Klimafragen foutierten.

09:59 Uhr
Christoph Gull, Kantonsrat

Christoph Gull, Kantonsrat

Es nütze nichts, "jetzt auf Dramatik" zu machen, hält der Sprecher der SVP-Fraktion Christoph Gull aus Flums fest. Er warnt vor "übertriebenem Aktionismus". Viele Vorstösse seien schlicht "nicht zu Ende gedacht". Die SVP-Fraktion wehrt sich "gegen einen massiven Ausbau des Staates, neuen Steuern und Verbote unter dem Deckmantel des Klimas". Der Kanton sei recht gut unterwegs, auch wenn er nicht alle definierten Ziele erreiche. Wenn nun der Verkehr als einer der Hauptgründe dafür genannt werde, müsse auch festgehalten werden, dass in den vergangenen Jahren ein Bevölkerungswachstum erfolgt sei - aufgrund der Einwanderung.

09:52 Uhr
Martin Stöckling, Stadtpräsident von Rapperswil-Jona

Martin Stöckling, Stadtpräsident von Rapperswil-Jona

Für die FDP-Fraktion spricht nun Martin Stöckling, Stadtpräsident von Rapperswil-Jona. Die Freisinnigen hatten im Vorfeld der Session vor "rot-grünem Klimapopulismus" gewarnt. Gleichzeitig zeigte sich enttäuscht, dass ihre liberalen klima- und energiepolitischen Vorstösse von der Regierung bis zur Session unbeantwortet geblieben sind. Sie hat aber eine Erklärung dafür parat: "Gute, wirksame Massnahmen brauchen eben mehr Zeit für die Beantwortung als rot-grüne Vorstösse für die Galerie."

09:47 Uhr

Nun legen die Fraktionen ihre Positionen dar.

Ruedi Blumer, Kantonsrat

Ruedi Blumer, Kantonsrat

Als erster erhält der Gossauer Kantonsrat Ruedi Blumer das Wort. Er kritisiert, der Kanton erreiche selbst "die bescheiden gesetzten Ziele" nicht. Dies sei schon länger klar. Doch konsequente Bemühungen, dies zu korrigieren, seien bislang keine erfolgt. Für die Fraktion von SP und Grünen sei klar: "Nun ist Verzicht angesagt - beim Autofahren und bei Flugreisen."

Die Fraktion hatte der Regierung im Vorfeld der Session vorgeworfen, sie verweigere sich den drängenden Klima- und Umweltfragen. "Es fehlt der politische Wille, hier vorwärts zu machen." Grund ihres Ärgers: Die Regierung will auf zahlreiche Vorstösse von SP und Grünen nicht eintreten.

09:41 Uhr

Das Wort hat Barbara Dürr, Präsidentin der vorberatenden Kommission. Basis der heutigen Debatte ist der Bericht der Regierung über die Klima-und Energiepolitik des Kantons. Barbara Dürr fasst dessen Erkenntnisse zusammen.

Das kantonale Energiekonzept gilt noch bis 2020. Ziel ist, den CO2-Ausstoss gegenüber 1990 um einen Fünftel zu verkleinern. Die vorläufige Bilanz ist ernüchternd: Das Ziel wird massiv verfehlt. Hier setzt die vorberatende Kommission an. Sie fordert einen Sonderkredit von zehn Millionen Franken für die kommenden vier Jahre. Damit soll der Ersatz fossiler Heizungen beschleunigt werden.

09:32 Uhr

Präsident Daniel Baumgartner eröffnet die Session.

09:28 Uhr

Die ersten Mitglieder des Kantonsparlaments treffen im Saal ein.

09:16 Uhr

Aufmerksame Beobachterinnen und Beobachter des politischen Geschehens im Kanton dürfte es bereits aufgefallen sein: Der heutige Sessionstag beginnt eine Stunde später als üblich. Der Grund: Die Mitglieder des Kantonsparlaments lauschen derzeit noch im Pfalzkeller einem Referat zu den klimapolitischen Bemühungen und Projekten des Bundes - zur Einstimmung in den heutige Debatte.

Böse Zungen behaupten, Aufmerksamkeit und Präsenz seien nicht allzu hoch gewesen - gestern Abend hatten die Mitglieder des Parlaments ihren neuen Präsidenten Daniel Baumgartner in Flawil gefeiert! Überprüfen lassen die Vermutungen nicht: Es waren keine Gäste zum Mithören des Referats geladen.

08:57 Uhr

Guten Morgen und Willkommen in der Klimasession. Die heutige Debatte des St.Galler Kantonsparlaments dürfte heftig und heiss werden - darauf deuten jedenfalls Äusserungen der Fraktionen in den vergangenen Tagen hin. Von den Parlamentarierinnen und Parlamentariern dürften Ausdauer, Disziplin und Durchhaltewillen gefragt sein. Sessionsende ist auf 20 Uhr festgelegt.

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