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Schlimmer Verdacht in St.Galler Kindertagesstätte: Betreuer soll zwei Buben sexuell missbraucht haben

Im vergangenen Sommer war ein Betreuer der St.Galler Kindertagesstätte Fiorino wegen des Verdachts der Verbreitung von Kinderpornographie verhaftet worden. Nun besteht der dringende Verdacht, dass der Mann zwei Buben missbraucht und Videos von ihnen im Darknet verbreitet hat.
Tim Naef
Blick auf die Kinderkrippe Fiorino St. Gallen Ost an der Heiligkreuzstrasse in St.Gallen. (Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller, 7. Februar 2019)

Blick auf die Kinderkrippe Fiorino St. Gallen Ost an der Heiligkreuzstrasse in St.Gallen. (Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller, 7. Februar 2019)

Die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen hatte Anfang Juli 2018 im Rahmen einer Strafuntersuchung wegen des Verdachts der Verbreitung von Kinderpornographie im «Darknet» gegen einen damals 33-jährigen Schweizer Hausdurchsuchungen durchgeführt. Wie die Staatsanwaltschaft St.Gallen in einer Medienmitteilung schreibt, war davon auch eine Kindertagesstätte in der Stadt St.Gallen betroffen. «Die Ermittlungen haben aufgrund von Polizeiermittlungen begonnen», sagt Roman Dobler, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft St.Gallen. Mehr könne er zum Anfangsverdacht nicht sagen.

Der Beschuldigte sei damals festgenommen worden und befinde sich seither in Untersuchungshaft. Dobler: «In diesem Zusammenhang muss gesagt werden, dass der Verdächtige nicht einschlägig vorbestraft war.» Die Kantonspolizei St.Gallen hat im Auftrag der Staatsanwaltschaft St.Gallen sichergestellte Datenträger ausgewertet. Dabei stiessen die Ermittler auf mehrere zehntausend Bilddateien mit mutmasslich kinderpornographischem Inhalt. «Ferner besteht der dringende Verdacht, dass der Beschuldigte sexuelle Handlungen an zwei Knaben unter zwei Jahren vornahm und dabei Videos erstellte, die er zum Teil im «Darknet» verbreitete», so die Staatsanwaltschaft.

Laut Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass der damals 33-jährige Schweizer Angestellte auch in der Kindertagesstätte selbst Kinderpornographie hergestellt hat. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller, 7. Februar 2019)

Laut Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass der damals 33-jährige Schweizer Angestellte auch in der Kindertagesstätte selbst Kinderpornographie hergestellt hat. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller, 7. Februar 2019)

St.Galler Kindertagesstätte zeigte sich zutiefst schockiert

Man sei über den Vorfall zutiefst schockiert, hiess es in einem Schreiben von Jacques Hefti, dem Verwaltungspräsidenten der Fiorino AG, als die Vorwürfe erstmals publik wurden. Das Unternehmen führt weitere neun Krippen in St.Gallen und Umgebung. Einen Tag nach der Verhaftung des Mitarbeiters wurden alle Eltern, die ihre Kinder in der betreffenden Kita betreuen lassen, sowie die anderen Mitarbeiter informiert. Der Verhaftete wurde fristlos entlassen. Gemäss damaligen Erkenntnissen lagen keine Hinweise vor, dass Kinder der St.Galler Kita in kinderpornografische Handlungen verwickelt war. Diese Annahme bestätigte sich leider nicht.

Fotos online verbreitet

Die Strafverfolgungsbehörden gehen davon aus, dass einer der Buben mutmasslich im privaten Rahmen missbraucht wurde. «Dieser Verdacht hat nichts mit seiner beruflichen Tätigkeit zu tun», sagt Dobler. Der andere Bub sei im Rahmen der beruflichen Tätigkeit des Beschuldigten bei der von der Hausdurchsuchung betroffenen Kindertagesstätte in der Stadt St.Gallen missbraucht worden. «Zudem besteht der dringende Verdacht, dass der Beschuldigte im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit von weiteren zwei Knaben sexuell motivierte Fotoaufnahmen gemacht und in einem Fall anonymisiert online verbreitet hat», heisst es in der Mitteilung. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen stehe mit den betroffenen Eltern in Kontakt.

Verantwortliche informieren Medienorientierung

Die Verantwortlichen der betroffenen Kinderkrippe werden zum Vorfall und getroffenen Massnahmen heute Donnerstag Stellung nehmen. Für 13 Uhr wurde eine Medienkonferenz einberufen. Das Tagblatt wird mit einem Liveticker von der Medienorientierung berichten.

Mann bot auch seine Dienste als Babysitter an

Der Mann, der wegen Besitz von kinderpornografischen Materials in U-Haft sitzt, bot auf verschiedenen Online-Plattformen auch seine Dienste als Babysitter an. Wie «20 Minuten» schreibt, habe er sich dabei als «liebevolle und qualifizierte» Betreuung bezeichnet. Dabei habe er sich auf den Plattformen zuerst als Frau ausgegeben, um leichter ein Engagement als Babysitter zu finden.

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