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Knappe Entscheidung: Das Klanghaus im Toggenburg kann realisiert werden +++ Kulturchef Klöti: «Das wird der Region Glanz verleihen»

Der Kanton kann somit am Schwendisee oberhalb von Wildhaus und Unterwasser ein Kulturvorhaben realisieren, das schweizweit einzigartig ist und in der Region Toggenburg den Tourismus stärken soll. Die Eröffnung des Klanghauses ist für 2023 vorgesehen.
Martin Oswald, Adrian Vögele

Das Resultat

  • 53.68 Prozent der St.Galler Stimmbevölkerung stimmen Ja.
  • Von den 77 Gemeinden haben 41 Gemeinden dem Bau des Klanghauses zugestimmt.
  • Der Kanton kann somit am Schwendisee oberhalb von Wildhaus und Unterwasser ein Kulturvorhaben realisieren, das schweizweit einzigartig ist und in der Region Toggenburg sowohl die ursprüngliche Gesangs- und Musikkultur wie auch den Tourismus stärken soll.
  • Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 23,3 Millionen Franken, der Kanton finanziert 22,3 Millionen Franken. Das Klanghaus bleibt nach der Inbetriebnahme im Eigentum des Kantons. Der Betrieb wird von der Klangwelt Toggenburg sichergestellt. Der Kanton startet die Bauarbeiten 2021. Diese dauern voraussichtlich zwei Jahre. Die Eröffnung des Klanghauses ist für 2023 vorgesehen.
  • Die Stimmbeteiligung liegt bei 24.65%.

Grafik: Die Resultate der Gemeinden.

Unser Kommentar

Die Reaktionen

Regierungsrat Martin Klöti. (Bild: Urs Bucher, St.Gallen, 3.4.2019)

Regierungsrat Martin Klöti. (Bild: Urs Bucher, St.Gallen, 3.4.2019)

Auch wenn das Resultat knapp ausfiel – «für uns ist es trotzdem ein sehr gutes Zeichen», sagt Kulturchef Martin Klöti. Erfreulich sei das Top-Ergebnis in der Standortgemeinde Wildhaus-Alt St.Johann mit knapp 72 Prozent Ja-Stimmen. «Die Zustimmung in den Städten – Rapperswil-Jona, Wil, Gossau, St.Gallen, Buchs - bildete das Rückgrat, das nötig war für den Abstimmungserfolg.» Allerdings sei die Stimmbeteiligung mit 26% «bedenklich tief» gewesen, sagt Klöti. Obwohl die Abstimmungskarte des Kantons einen Flickenteppich zeige, habe die Solidarität zwischen den Regionen am Ende doch gespielt: «Das ist wunderbar. Das Klanghaus wird der Region Toggenburg und dem Kanton St.Gallen bis über die Grenzen hinaus grossen Glanz verleihen», freut sich Klöti.

Worum geht es?

Im Toggenburg, genauer am Schwendisee, soll ein Klanghaus entstehen. «Mit dem Neubau wird ein einzigartiges Projekt realisiert, das den Kulturkanton St.Gallen im Wettbewerb der Kantone und die Region Toggenburg in ihrer kulturellen Ausstrahlung nach innen und aussen stärkt», heisst es in der Abstimmungsbroschüre des Kantons St.Gallen. Die Klangwelt Toggenburg könne mit dem Klanghaus ihr Angebot qualitativ und quantitativ ausbauen. Zudem fördere das Projekt den sanften Tourismus im Toggenburg nachhaltig.

Der Kanton plant das Klanghaus als Bauherr. Als Betreiberin ist die Klangwelt Toggenburg vorgesehen, die das Haus auf eigene Kosten führen wird. Konkret finanziert wird der Betrieb ausschliesslich mit Mitteln eines privaten Fonds, für den bereits verbindliche Zusagen in der Höhe von 5,3 Millionen Franken vorliegen. Die Gesamtkosten für das Projekt einschliesslich aller Vorbereitungsarbeiten belaufen sich auf 23,3 Millionen Franken. Davon finanziert die Klangwelt Toggenburg eine Million. Es verbleibt ein Kreditbedarf von 22,3 Millionen. Das Klanghaus bleibt nach Inbetriebnahme im Besitz des Kantons.

Die Argumente der Befürworter

Die kantonalen Parteien stehen hinter der Vorlage – mit einer gewichtigen Ausnahme: Als einzige grosse Partei im Kanton lehnt die SVP das Klanghaus ab; die Delegierten beschlossen mit 34 Ja- zu 128 Nein-Stimmen bei 7 Enthaltungen deutlich die Nein-Parole. Inzwischen hat sich ein überparteiliches Ja-Komitee gebildet mit Vertreterinnen und Vertretern von CVP, FDP, SP, Grünen, Grünliberalen, BDP und EVP. Im Kantonsparlament gab es nur wenig Widerstand gegen die Vorlage; in der Februarsession wurde sie mit 87 Ja- zu 21 Nein-Stimmen gutgeheissen.

Das sagen die Gegner

Das Projekt sei überdimensioniert, die Baukosten hoch, die Lage ungünstig – dies sind die Hauptargumente, welche die Kritiker aus den Reihen der SVP ins Feld führen. Die Befürworter derselben Partei weisen auf «den wichtigen kulturellen, wirtschaftlichen und touristischen Mehrwert» des Klanghauses für das obere Toggenburg hin. Die Rede ist von jährlich über fünf Millionen Franken Wertschöpfung für die Region.

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Weitere kommunale Abstimmungen

  • Kein Einsatz von E-Voting. Nachdem an den vergangenen Volksabstimmungen in fünf Pilotgemeinden die Stimmbevölkerung jeweils auch den elektronischen Stimmkanal wählen konnte, fand die heutige Abstimmung ohne E-Voting statt. Grund ist ein Systemwechsel: Der Kanton St.Gallen wechselt vom System des Kantons Genf auf jenes der Post. Dies deshalb, weil der Kanton Genf sein System nicht mehr anbietet. Das System der Post wiederum wird derzeit noch vom Bund geprüft. Der Kanton St.Gallen hat somit die zweite Pilotphase abgeschlossen. Die dritte Pilotphase will er ab Mai 2020 beginnen. In dieser will er E-Voting allen Stimmberechtigten über ein Anmeldeverfahren und ohne Beschränkung auf einzelne Gemeinden anbieten. Bei den nationalen und kantonalen Erneuerungswahlen im Herbst 2019 und im Frühjahr 2020 verzichtet die Staatskanzlei hingegen auf den Einsatz von E-Voting. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil das praktische Zusammenspiel der unterschiedlichen Umsysteme für den Fall von Proporzwahlen noch nicht hinreichend erprobt werden konnte.
  • Charlotte Widrig ist neue nebenamtliche Richterin des Kreisgerichtes Werdenberg-Sarganserland. Sie erhält 6'507 Stimmen. Das absolute Mehr liegt bei 4’799 Stimmen.

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