HOHENTANNEN
Ein Mann der klaren Worte

Markus Hinrichs kandidiert für den frei werdenden Sitz im Gemeinderat Hohentannen. Die Ersatzwahl, nötig geworden durch den bevorstehenden Rücktritt von Daniel Zurbrügg, findet am 13. Februar statt.

Georg Stelzner
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Markus Hinrichs, Kandidat für de Gemeinderat Hohentannen.

Markus Hinrichs, Kandidat für de Gemeinderat Hohentannen.

Bild: Georg Stelzner (11. Januar 2022)

Als ihm 2018 die Kandidatur für das Gemeindepräsidium angetragen wurde, lehnte Markus Hinrichs noch dankend ab. Die Idee, sich dereinst auf politischer Ebene für Hohentannen zu engagieren, liess ihn seither aber nicht mehr los.

«Im privaten Kreis ist das Thema kürzlich wieder angesprochen worden und so habe ich mich entschlossen, ins Rennen um den Gemeinderatssitz zu steigen», sagt Hinrichs. Verantwortung hat er schon verschiedentlich übernommen, unter anderem als OK-Präsident für das Thurgauer Kantonal-Schwingfest 2017 in Zihlschlacht, seinem langjährigen Wohnort.

Kiesabbau soll transparenter werden

Dass er bei einer Wahl voraussichtlich das Ressort Bauwesen und Kiesabbau übernehmen würde, stellt für Hinrichs einen weiteren Anreiz dar.

«Ich bin direkter Anstösser einer Kiesgrube und kenne mich berufsbedingt mit Fragen, welche Bauprojekte betreffen, gut aus.»

Experte in Sachen Kiesabbau sei er allerdings nicht, räumt Hinrichs ein. In diese Materie müsste er sich auch zuerst einarbeiten. Wo er den Hebel ansetzen würde, weiss der 49-Jährige jedoch schon heute: «Ich hätte in Zukunft gerne mehr und präzisere Informationen über den Kiesabbau in unserer Gemeinde.» Auch würde er sich für die Interessen Hohentannens in dieser Angelegenheit starkmachen.

Zielstrebig, geduldig und auf Qualität bedacht

Wie sein Mitbewerber tritt auch Hinrichs als parteiloser Kandidat an. Seine weltanschauliche Positionierung bezeichnet er als «bürgerlich», ein Parteibeitritt sei für ihn aber auch künftig kein Thema, betont er. Hinrichs schätzt sich als zielstrebig, geduldig und qualitätsbewusst ein. Als weitere Eigenschaften nennt er seine Entschlossenheit, Dinge zu hinterfragen und beim Namen zu nennen:

«Um den heissen Brei herumzureden,
das ist nicht meine Art.»

Hinrichs ist sich bewusst, dass er die Wahl nicht in der Tasche hat, was für ihn jedoch kein Problem ist, wie er versichert. Die Ausgangsposition mit zwei Kandidaten sei interessant und biete eine echte Auswahl, stellt er vielmehr fest. Ein Problem wäre ein Amtsantritt ebenfalls nicht, da ihm eine bevorstehende berufliche Veränderung den nötigen Freiraum verschaffen würde.

Herausforderungen durch Kooperation meistern

Hinrichs sähe in seiner Behördentätigkeit auch eine Möglichkeit, der Bevölkerung etwas zurückzugeben. Er habe sich mit seiner Partnerin eher zufällig in Hohentannen niedergelassen, sei hier aber sehr freundlich aufgenommen worden. Die schöne Lage und das angenehme soziale Klima trösteten darüber hinweg, dass es vergleichsweise wenig Gewerbebetriebe in der Gemeinde gibt. Umso erfreulicher sei es, dass nach dem «Hirschen» in Hohentannen bald auch die «Blume» in Heldswil wieder geöffnet sein wird.

Anerkennung zollt Hinrichs der Gemeinde für die konsequenten Bemühungen zur Etablierung der erneuerbaren Energie. Nachholbedarf ortet er bei der Pflege von Aussenkontakten. Langfristig werde man nicht umhinkommen, den Schulterschluss mit anderen Gemeinden zu suchen, um Synergien zu nutzen. Als Plädoyer für eine Fusion will Hinrichs diese Einschätzung jedoch nicht verstanden wissen:

«Mit der heutigen Einwohnerzahl sollte es möglich sein, als Gemeinde eigenständig zu bleiben.»

Zur Person

Markus Hinrichs wurde am 20. Mai 1972 in Münsterlingen geboren. Er lebte bis 1998 in Zihlschlacht. In der Uzwiler Firma Bühler machte er eine Lehre als Mühlebauer, bei Meyerhans in Weinfelden liess er sich zum Müller ausbilden. Es folgte der Besuch der Müllereifachschule in St.Gallen. Heute ist Hinrichs bei der Morewa AG in Rickenbach als Müllereitechniker angestellt. Mit seiner Partnerin wohnt er seit Oktober 2018 in Hohentannen. Zu seinen Hobbys zählen Skifahren, Schwingen, Mountainbike und Hard Enduro. (st)