KRADOLF
Andrea Müller-Richner strebt das Amt als Präsidentin der Volksschulgemeinde Region Sulgen an: «Diese Chance will ich ergreifen»

Die Kradolferin ist in der Region gut vernetzt und bereit für eine berufliche Neuausrichtung. Wahltag ist der 27. März.

Hannelore Bruderer
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Andrea Müller-Richner aus Kradolf kandidiert für das Präsidium in der Volksschulgemeinde Region Sulgen.

Andrea Müller-Richner aus Kradolf kandidiert für das Präsidium in der Volksschulgemeinde Region Sulgen.

Bild: Hannelore Bruderer (Kradolf, Februar 2022)

«Ich habe mir so viele Informationen zu den Aufgaben des Schulpräsidiums beschafft wie möglich, bevor ich mich zur Kandidatur entschieden habe», sagt Andrea Müller-Richner. «So bin ich – wenn ich etwas anpacke, dann gründlich.» Wie ihr Gegenkandidat ist auch sie von der Findungskommission für eine Kandidatur angefragt worden.

Trotz ihrer Begeisterung für dieses Amt, habe sie sich natürlich auch die Frage stellen müssen, ob der Zeitpunkt richtig sei für eine berufliche Neuausrichtung. Andrea Müller-Richner hat eine Familie, einen Teilzeitjob und übt ein politisches Amt aus. «Das Schulpräsidium in der Volksschulgemeinde Region Sulgen ist eine Chance, die sich nicht immer bietet. Diese Chance will ich ergreifen. Die 44-Jährige sagt:

«Ich bin motiviert und im richtigen Alter, um etwas zu bewirken.»

Ziel: Vom Gemeinderat ins Schulpräsidium

Wird sie gewählt, gibt Andrea Müller-Richner ihre Arbeit im Zentralvorstand von «florist.ch» auf, wo sie für die Aus- und Weiterbildung zuständig ist. Ab und zu arbeitet sie auch als Aushilfe bei einem Blumenfachgeschäft in Weinfelden. Auf diese kurzzeitigen Einsätze werde sie vermutlich nicht verzichten, meint sie. Sie liebe die Tätigkeit als Floristin, die zur ihrer Ausgeglichenheit beitrage und ihr Energie geben würde.

«Ich will mir auch mit einer 80-Prozent-Stelle weiterhin genügend Zeit für die Familie nehmen. Bei der Betreuung unserer Tochter kann ich mir gut vorstellen, dass wir die familienergänzenden Angebote des Projekts FAME in Anspruch nehmen, das im Sommer eingeführt wird.» Durch ihre Mitarbeit als Gemeinderätin in diesem Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Schule entstanden ist, hat Andrea Müller-Richner einige Kontakte zur Schule geknüpft.

Dass sie dem Posten als Schulpräsidentin auch ihr Amt im Gemeinderat opfern müsste, falle ihr schwer, sagt sie. «Die Arbeit in der Gemeindebehörde macht mir viel Freude und ich lerne viel, auch über politische Prozesse. Ich sehe es aber auch so, dass ich als Schulpräsidentin weiterhin etwas für die Region leisten kann, einfach in einem anderen Rahmen.»

Mit Amt ist grosse Verantwortung verbunden

Sie sei sich bewusst, dass das Schulpräsidium mit viel Verantwortung verbunden ist, sagt die Kandidatin. «Für mich bedeutet dies, dass ich mich in eine neue Materie einarbeiten muss. Eine Volksschule ist etwas anderes als meine Arbeit im beruflichen Bildungswesen. Dennoch gibt es einige Parallelen, die mir zugutekommen werden.»

Die VSG Region Sulgen verfügt über eine effiziente Verwaltung und ein gutes pädagogisches Team, die sie in ihrer neuen Aufgabe unterstützen werden, ist Andrea Müller-Richner überzeugt. Auch habe sie bei ihrem Aktenstudium eine gut strukturierte Organisation angetroffen mit klar formulierten Legislaturzielen.

Keine Scheu vor möglichen Konflikten

Andrea Müller-Richner war auch einige Jahre als Geschäftsführerin tätig. Daher weiss sie, was Führungsarbeit bedeutet. «Ich arbeite gerne im Team, kann gut zuhören und bin offen für alle Anregungen», sagt sie.

«Ich bin mir auch bewusst, dass jede Zusammenarbeit Konfliktpotenzial in sich birgt. Auch damit kann ich umgehen.»

Andrea Müller erachtet es als Vorteil, dass ihr beruflicher Hintergrund nicht im Schulbetrieb liegt. «Dies ermöglicht mir, Aufgaben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.» Als Mutter eines schulpflichtigen Kindes habe sie auch Verständnis für die Sorgen und Anliegen von Eltern.

In der Digitalisierung und der Bereitstellung von genügend Schulraum sieht Andrea Müller-Richner die grössten Herausforderungen, die in der nächsten Zeit auf die VSG Region Sulgen zukommen. Im Falle einer Wahl will sich die Kradolferin längerfristig engagieren. «In der ersten Legislatur gibt es viel Neues zu erlernen, das sich erst allmählich festigt. Spüre ich, dass ich mit meiner Arbeit etwas bewegen kann, dann werde ich auf jeden Fall weitermachen wollen.»

Zur Person

Andrea Müller-Richner wurde am 20. März 1977 geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Schweizersholz. Sie lebt mit ihrem Mann in Kradolf, das Paar hat eine zehnjährige Tochter. Nach der Schule machte Andrea Müller-Richner eine Lehre als Floristin. Es folgten diverse branchenspezifische Weiterbildungen. Die Kandidatin arbeitet mit einem Teilzeitpensum beim Zentralvorstand des Schweizerischen Floristenverbands. Seit 2019 ist Andrea Müller-Richner parteiloses Mitglied des Gemeinderats Kradolf-Schönenberg. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit der Familie. Sie fährt gerne Ski und hat das Fotografieren als neues Hobby entdeckt. (hab)