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Neue Misstöne vor der Gemeindepräsidenten-Wahl in Hohentannen: Wird die Kandidatin bevorteilt?

Am Sonntag wählt die Gemeinde Hohentannen, wer nach Werner Minder das Präsidium übernimmt. Hinter den Kulissen ist von Bevorteilung der Kandidatin Eberhart die Rede.
Manuel Nagel
So harmonisch, wie sich Paul Stahlberg, Evelyne Eberhart und Lukas Hoffmann hier zeigen, geht es nicht zu und her. (Bild: Manuel Nagel)

So harmonisch, wie sich Paul Stahlberg, Evelyne Eberhart und Lukas Hoffmann hier zeigen, geht es nicht zu und her. (Bild: Manuel Nagel)

Es war schon bei der Präsentation von Evelyne Eberhart am 16. April in der «Hirschenschüür» spürbar, dass die Wahl für das Gemeindepräsidium nicht in Minne über die Bühne gehen dürfte.

Zuerst verlas Jürg Röthlisberger von der Wählerkommission das Rückzugsschreiben des Kandidaten Werner Keller, bevor eine Gruppe um drei ehemalige Gemeinderäte bereits nach Versand der Wahlunterlagen noch eine weitere Kandidatin aus dem Hut zauberte. Weil man eine weitere Alternative zu den bisherigen Kandidaten bieten wolle, hiess es an jenem Abend.

Doch zwischen den Zeilen hörte man heraus, dass im Dorf nicht alle glücklich waren mit der ursprünglichen Auswahl, zu der drei Männer gehörten. So wurde also innert weniger Minuten aus dem Kandidatenduo Hoffmann und Stahlberg wieder ein Trio.

Stimmen sind gültig, selbst für Werner Keller

Evelyne Eberhart, die in der Zwischenzeit mit ihrem Mann und vier ihrer fünf Kinder ins Schloss Oetlishausen eingezogen ist, blieben also keine zwei Wochen mehr, um sich bei der Bevölkerung bekannt zu machen.

Das sorgte für Unmut bei einigen Hohentannern, die offensichtlich ihre Wahl schon schriftlich getroffen und abgeschickt hatten. Ob man diese Couverts nicht zurückbekäme, das sei doch ungerecht gegenüber der neuen Kandidatin.

Doch Gemeindeschreiberin Bete Neziraj machte unmissverständlich klar, dass dies von Gesetzes wegen nicht gehe, und dass diese Stimmen gültig seien, selbst wenn sie für Werner Keller sind, der ja zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Rennen war. Neziraj gab keine Auskunft, wie viele Couverts schon eingetroffen seien, doch es kursierten Gerüchte von einem Viertel der Stimmen.

Aber nicht nur das Lager von Eberhart fühlte sich benachteiligt. Auch Paul Stahlberg war sichtlich nicht erfreut, als ihm an jenem Abend das Wort abgeklemmt wurde, weil er sich nochmals vorstellen wollte. Stahlberg habe diese Chance bereits vorher gehabt, sagten die Unterstützer Eberharts, die den Abend organisiert hatten. Er könne lediglich Fragen beantworten, aber keine Werbung mehr machen.

Offizielle Fristen wurden keine verpasst

Auch Kandidat Lukas Hoffmann fühlte sich ungerecht behandelt. In einer E-Mail an die Gemeinde schrieb er:

«Leider entsteht bei mir das Empfinden, dass Evelyne von der Gemeindeverwaltung speziell portiert wird.»

Schliesslich habe Eberhart vorgegebene Termine nicht eingehalten, etwa den Versand oder das Format des Steckbriefes. Das Schreiben ging nebst anderen Adressaten auch an Paul Stahlberg, der Hoffmann «in allen Punkten» zustimmte.

Vorwürfe, welche Gemeindeschreiberin Neziraj nicht unbeantwortet liess. Die Anschuldigung, die Gemeindeverwaltung habe den Vorstellungsabend von Eberhart organisiert, sei «gravierend», denn es sei da offiziell mitgeteilt worden, wie der Abend zu Stande gekommen sei, schreibt Bete Neziraj zurück.

Auch gebe es keine Bewerbungsfrist, die von der Gemeindeverwaltung oder sonst jemandem vorgegeben sei. Termine seien also keine verpasst worden.

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