Festival-Chef Christof Huber zieht Bilanz: «Wir sind einen Schritt zu weit gegangen»

Das Openair St.Gallen muss zum dritten Mal in Folge einen Besucherrückgang hinnehmen. Insgesamt wurden 88'000 Tageseintritte verkauft. Open-Air-Chef Christof Huber zeigt sich selbstkritisch. 

Andri Rostetter
Drucken
Teilen
Sommergefühle: Noch nie war es am Festival im Sittertobel durchgehend so heiss. (Bild: Michel Canonica)

Sommergefühle: Noch nie war es am Festival im Sittertobel durchgehend so heiss. (Bild: Michel Canonica)

Das Wetter dominierte das 43. Open Air St.Gallen. Noch nie war es am Festival im Sittertobel durchgehend so heiss. Im Tobel war es tagsüber permanent mehr als 30 Grad heiss. Trotz der Hitze gab es keine grösseren Zwischenfälle, wie Festivalchef Christof Huber an der Medienkonferenz am Sonntagnachmittag sagte. 

Insgesamt wurden 88'000 Tageseintritte verkauft: 13'000 am Donnerstag, je 25'000 von Freitag bis Sonntag. Das sind rund 12'000 Besucher weniger als im Vorjahr. Für das Open Air St.Gallen ist dies der dritte Besucherrückgang in Folge. Von 2011 bis 2016 war das Festival mit jeweils 30'000 Besucherinnen und Besuchern beziehungsweise 110'000 Tageseintritten durchgehend ausverkauft.

War Yung Hurn des Guten zu viel? 

Ob der Rückgang mit dem diesjährigen Programm zusammenhängt, lässt sich zwar nicht mit Sicherheit festhalten. Klar ist aber: Bereits im Vorfeld war das Programm in den Sozialen Medien teils heftig kritisiert worden. In einem Interview hatte Huber anschliessend erklärt, dass das Festival sein Publikum verjüngen wolle und das Programm entsprechend anpasse.

Am Sonntag zeigte sich Huber selbstkritisch. Mit der radikalen Verjüngung des Programms sei das Festival wohl «einen Schritt zu weit gegangen». Auftritte wie jene des Österreichers Yung Hurn seien kontrovers diskutiert worden. Allenfalls werde das Festival in den kommenden Jahren wieder vereinzelt auf Rock-Acts setzen, um insbesondere das ältere Publikum nicht zu vergraulen. 

Die Ärzte  (Bild: Michel Canonica)
80 Bilder
Publikum beim Auftritt der Ärzte (Bild: Michel Canonica)
Die Ärzte  (Bild: Michel Canonica)
Publikum beim Auftritt der Ärzte  (Bild: Michel Canonica)
Die Ärzte  (Bild: Michel Canonica)
Bild: Michel Canonica
Bild: Michel Canonica
Bild: Michel Canonica
Bild: Michel Canonica
Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
Pale Waves auf der Sternenbühne (Bild: Michel Canonica)
Bild: Michel Canonica
Bild: Michel Canonica
Bild: Michel Canonica
Bild: Michel Canonica
Bild: Michel Canonica
Bild: Michel Canonica
Bild: Michel Canonica
Bild: Michel Canonica
(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
(Bild: Adriana Ortiz Cardozo)
Auftritt von Royal Republic   (Bild: Michel Canonica)
Auftritt von Royal Republic   (Bild: Michel Canonica)
Auftritt von Royal Republic   (Bild: Michel Canonica)
Auftritt von Royal Republic   (Bild: Michel Canonica)
Auftritt von Royal Republic  (Bild: Michel Canonica)
Auftritt von Royal Republic  (Bild: Michel Canonica)
Auftritt von Royal Republic  (Bild: Michel Canonica)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Michel Canonica)
(Bild: Michel Canonica)
(Bild: Michel Canonica)
(Bild: Michel Canonica)
(Bild: Michel Canonica)
(Bild: Michel Canonica)
(Bild: Michel Canonica)
(Bild: Michel Canonica)
(Bild: Michel Canonica)
(Bild: Michel Canonica)
(Bild: Michel Canonica)
(Bild: Michel Canonica)
(Bild: Michel Canonica)
(Bild: Michel Canonica)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)

Die Ärzte (Bild: Michel Canonica)

Umfrage unter den Abwesenden

Es sei aber nicht immer im Vorfeld erkennbar, ob etwas beim Publikum ankomme oder nicht. «Das Progamm wird während eines gesamten Jahres zusammengestellt. Man sieht erst am Festival, wie die Bands auf der Bühne funktionieren», sagt Huber. Die Festivalleitung werde nach dem Open Air eine breit angelegte Umfrage durchführen, insbesondere auch bei langjährigen Festivalbesuchern, die dieses Jahr kein Ticket kauften. 

Kritik vom Publikum gab es teils auch an der Infrastruktur. Aufgrund der tiefen Vorverkaufszahlen plante die Festivalleitung weniger Toiletten ein. Auch bei den Ticket-Schaltern kam es am Samstag zu Engpässen. Die Veranstalter ziehen dennoch eine positive Bilanz. Mit einzelnen Pannen müsse bei einer Veranstaltung dieser Grössenordnung immer gerechnet werden, sagte Huber. Sehr erfreulich sei indes, dass das Festival äusserst friedlich verlaufen sei.