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Ostschweizer Gesundheitsdirektoren zum Prämienanstieg: «Es braucht einen grossen Effort»

In der Ostschweiz steigen die Krankenkassenprämien weniger stark als im nationalen Durchschnitt: Die Reaktionen der kantonalen Gesundheitsdirektoren.
Adrian Vögele
Die St.Galler Gesundheitschefin Heidi Hanselmann. (Bild: Ralph Ribi)

Die St.Galler Gesundheitschefin Heidi Hanselmann. (Bild: Ralph Ribi)

In der Ostschweiz fällt der Prämienanstieg im kommenden Jahr moderater aus als im nationalen Durchschnitt: Alle vier Kantone liegen deutlich unter 1,2 Prozent. Entsprechend zufrieden äussern sich die Gesundheitsdirektoren. Besonders auffällig ist die Entwicklung in Appenzell Innerrhoden: Hier sinkt die mittlere Prämie sogar – um 1,5 Prozent. Laut Gesundheitschefin Antonia Fässler (CVP) dürfte der Rückgang damit zu tun haben, dass die Prämienanstiege in früheren Jahren höher waren als das effektive Kostenwachstum in der Grundversicherung, «was nun zu einer Korrektur führt». Für die nächsten Jahre rechnet Fässler in ihrem Kanton mit einer «sehr moderat zunehmenden Prämienentwicklung», falls die Rahmenbedingungen dieselben bleiben. Dazu gehöre auch das Spital Appenzell, «das heute und künftig im gleichen Umfang tätig sein und Leistungen auf Grundversorgungslevel anbieten wird».

Landammann Matthias Weihaupt. (Bild: Michel Canonica)

Landammann Matthias Weihaupt. (Bild: Michel Canonica)

In Ausserrhoden steigen die Prämien um 0,3 Prozent. Der Wert sei im interkantonalen Vergleich «sehr tief» , freut sich der Ausserrhoder Landammann und Gesundheitschef Matthias Weishaupt (SP). «Neben der leicht abnehmenden Beanspruchung von Gesundheitsleistungen dürfte hier auch die gute Reservesituation der Krankenversicherer eine Rolle spielen.»

Hanselmann: «St.Gallen hat die Hausaufgaben gemacht»

Im Kanton St. Gallen nimmt die mittlere Prämie 2019 um 0,6 Prozent zu. «Über die klar unterdurchschnittliche Prämienerhöhung sind wir natürlich erfreut», sagt Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann (SP). Das Resultat zeige, dass im Kanton St. Gallen die Hausaufgaben gemacht würden. Der Kanton könne seinen Vorsprung auf andere Kantone beibehalten.

Zur künftigen Entwicklung sagt Hanselmann: «Der Bund und die Kantone setzen viel daran, den Anstieg der Gesundheitskosten zu dämpfen.» Ein Expertenteam habe im Auftrag des Bundes mehr als 30 Massnahmen vorgeschlagen. Es könne gelingen, die Kosten einzudämmen – «dazu braucht es aber einen grossen Effort». Zum Beispiel müssten Fehlanreize in der Tarifstruktur eliminiert werden. Auch bei den Medikamentenkosten und den elektronischen Patientendossiers gebe es noch Potenzial.

Das «positive Signal» zur Prämiensituation im Kanton habe nichts mit der Diskussion um die St. Galler Spitäler zu tun, so Hanselmann. «Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen der Prämienerhöhung und der Spitalstrategie. Ausschlaggebend für die Prämienhöhe ist vielmehr, wie viele Gesundheitsleistungen beansprucht werden.»

Jakob Stark: «Prämien müssten noch tiefer sein»

SVP-Regierungsrat Jakob Stark. (Bild: Reto Martin)

SVP-Regierungsrat Jakob Stark. (Bild: Reto Martin)

Der Thurgauer Gesundheitsdirektor Jakob Stark (SVP) weist darauf hin, dass die neuen Zahlen auf einer neuen Berechnungsgrundlage basieren. «Die neue Berechnungsart führt dazu, dass das Wachstum auch zukünftig moderater ausgewiesen wird als bisher. Sie ist realistisch, und das Wachstum wird wohl etwa auf diesem Stand bleiben.» Im Thurgau wächst die mittlere Prämie nächstes Jahr um 0,8 Prozent. «Die Zahl ist tief, dank tiefer Kosten und vielen Versicherten mit speziellen Prämienmodellen und Wahlfranchisen», sagt Stark. Er kritisiert allerdings, dass der Wert immer noch zu hoch sei:

«Aufgrund der Kosten müssten die Prämien noch tiefer sein. Wir vermuten den Aufbau von Reserven bei den Krankenkassen.»

Auf Bundesebene arbeiten Ostschweizer Parlamentarier darauf hin, die Prämien zu entlasten. «Dass jetzt die Prämien nur moderat ansteigen, ist noch kein Anlass, um wirklich aufzuatmen», sagt Nationalrat Christian Lohr (CVP/TG). Er hat vor kurzem eine Motion eingereicht, um «lokale oder regionale Über- und Fehlversorgungen» im stationären Bereich zu verhindern. «Wichtig ist jetzt, dass wir im Gesundheitswesen die richtigen Prioritäten setzen», sagt Lohr. Oberstes Ziel müsse ein würdiger Umgang mit Krankheiten sein.

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