Ratgeber
Anleitung für den Sommer: Feuer machen, Hitzschlag vermeiden, Mücken und Wespen loswerden, Draussen übernachten

Mit diesen Tipps und Anleitungen lösen Sie in den Sommermonaten fast jedes Problem. Viel Spass!

Martin Oswald
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Reizvolle Sommerzeit: Draussen campieren, Essen zubereiten, die Nacht unter dem Sternenhimmel verbringen.

Reizvolle Sommerzeit: Draussen campieren, Essen zubereiten, die Nacht unter dem Sternenhimmel verbringen.

Bild: Corinne Glanzmann

So machen Sie richtig Feuer

Die Kinder lernen im Thurgauer Pfaditreffen ein sicheres Feuer zu machen.

Die Kinder lernen im Thurgauer Pfaditreffen ein sicheres Feuer zu machen.

Bild: Donato Caspari
  1. Die Wahl der Feuerstelle: Achten Sie darauf, dass sich in einem Radius von mindestens drei Metern (auch nach oben) kein brennbares Material befindet. Der Boden sollte  fest sein, damit das Feuer nicht einsinkt und einen Wurzelbrand auslösen könnte. Am besten, Sie errichten eine Begrenzung aus Steinen um das Feuer.
  2. Brennmaterial: Bevor Sie das Feuer anzünden, legen Sie erst mal Zunder, Anfeuer- und Brennmaterial bereit, damit das Feuer zu Beginn nicht gleich wieder erlischt. Als Zunder eignen sich leicht brennbare Materialien wie trockenes Laub oder dünne Holzspäne. Um das Feuer über einen längeren Zeitraum in Gang zu halten, benötigt man Zweige und Äste verschiedener Dicke. Wichtig bei der Wahl des richtigen Holzes für Ihr Feuer ist insbesondere, dass es trocken ist.
  3. Feuer schichten: Neben der Wahl des geeigneten Brennmaterials verhilft Ihnen vor allem der richtige Aufbau des Lagerfeuers zum Erfolg: Als unterste Schicht häufen Sie sich das Anzündmaterial auf. Um diesen Haufen herum errichten Sie aus dünnen Ästen und anderem Holz eine Pyramide. Achten Sie darauf, dass die dünnen Äste nach innen platziert werden, die dickeren nach aussen. Lassen Sie schliesslich an einer Seite ein Loch frei, um den Zunder in der Mitte anzuzünden.
  4. Feuer anzünden: Jetzt kommt Ihr Feuerzeug, Streichhölzer oder auch Zündstein zum Einsatz. Zündstein (oder auch Feuerstahl genannt) hat den Vorteil, dass er immer funktioniert, auch bei Regen. Feuerzeug und Streichhölzer sind dafür leichter anzuwenden. Schirmen Sie das Feuer gut vor dem Wind ab und halten Sie das Feuerzeug möglichst nah an den Zunder. Sobald das Material Feuer gefangen hat, pusten Sie langsam und gleichmässig Luft von unten in die Pyramide. Und zwar nicht direkt in die Flammen, sondern in die Glut.  Wenn das Feuer erst mal richig brennt, legen Sie weitere, grössere Äste um Ihre Pyramide herum.
  5. Grösse des Feuers: Halten Sie Ihr Feuer stets unter Kontrolle. Lassen Sie es darum nicht zu gross werden. Ist Ihr Feuer hingegen zu klein, besteht die Gefahr, dass es rasch wieder erlischt.

So vermeiden Sie Sonnenbrand und Hitzeschlag

  • Nase, Ohren und Nacken brauchen besonders viel Schutz, da die gefährlichen UV-Strahlen dort teils senkrecht auftreffen. Beim Eincremen gerne vergessen werden die Lippen, die keine Hornschicht und damit keinen Eigenschutz haben.
  • Wenn die Haut doch mal rot ist, ist das kein Grund zur Panik: In harmlosen Fällen verheilt ein Sonnenbrand von alleine. Zur Linderung empfehlen sich parfümfreie Gele und Lotionen, fliessendes Wasser oder nasse Umschläge.
  • Schwere Verbrennungen können ein Fall für den Arzt sein – beispielsweise wenn sich Bläschen bilden, die Schmerzen sehr gross sind oder zusätzlich Fieber auftritt. Sind Kinder unter einem Jahr von starken Sonnenbränden betroffen, sollten Eltern mit ihnen immer zum Arzt gehen.
  • Wer in der prallen Sonne unterwegs ist, trägt lieber einen Hut. Sonst droht ein Sonnenstich. Kopfschmerzen, ein steifer Nacken, Übelkeit und Erbrechen sind Symptome. Sind diese Anzeichen sehr stark oder kommen weitere hinzu wie Fieber über 39 Grad, Krampfanfälle oder Verwirrtheit, sollte ein Arzt gerufen werden. Die ersten Massnahmen in so einem Fall: schnell raus aus der Sonne und in den Schatten gehen. Kopf und Nacken so schnell wie möglich mit feuchten, kühlen Tüchern bedecken.

So werden Sie Mücken los

Gut zu wissen: Stechmücken sind wichtig für unser Ökosystem. Ohne sie würde ein Grossteil anderer Lebewesen verhungern. Auch unser Immunsystem halten die Mücken ständig auf Trab, wodurch die körpereigene Abwehr auf lange Sicht gestärkt wird. Wir tun deshalb gut daran, die kleinen Insekten nicht mit der Chemiekeule zu vernichten - sondern mit natürlichen Hausmitteln die Mücken zu vertreiben.

  • Möchten Sie die Mücken aus den eigenen vier Wänden vertreiben, sollten Sie Gewürzpflanzen aufstellen. Kräuter wie Minze und Eukalyptus, Zitronenmelisse, Thymian, Basilikum, Rosmarin und Lavendel mögen Stechmücken gar nicht.
  • Zusätzlich können Sie die ätherischen Öle der Pflanzen auch für die Haut verwenden, um Mückenstiche zu vermeiden. Tragen Sie ätherisches Öl mit Zitronengras-, Minz-, Eukalyptus-, Zimt- oder Nelkenaroma auf freiliegende Hautflächen auf. Beachten Sie dabei unbedingt die Angaben zur jeweils empfohlenen Verdünnung.
  • Mücken legen ihre Eier in stehende Gewässer. Daher sollten sie es vermeiden, Wasser in Vogeltränken oder gefüllte Gieskannen und Regentonnen allzu lange stehen zu lassen. Tauschen Sie das Wasser in Untersetzern von Blumentöpfen oder im Planschbecken regelmässig aus. Wenn möglich, sollten Sie Wasserbehälter leer lassen, wenn Sie diese nicht mehr gebrauchen.
  • Wer bei der Vertreibung der kleinen Plagegeister noch eine Stufe weiter gehen möchte, kann die Räuchermethode einsetzen. Dafür ist Salbei ein bewährtes Hausmittel. Zünden Sie eine Handvoll getrockneter und zerriebener Salbeiblätter in einer feuerfesten Schale an. Die glimmenden Salbeiblätter verströmen dabei einen Geruch, den Mücken nicht riechen mögen.

So vertreiben Sie Wespen

Wenn Wespen in Ihre Nähe kommen, bewahren Sie Ruhe. Durch wildes Um-sich-Schlagen oder gar Anpusten fühlen sich die Insekten bedroht und werden angriffslustig.

Hilft im Sommer: Wassersprüher gegen Wespen

Hilft im Sommer: Wassersprüher gegen Wespen

Bild: Elke Schroeder
  • Bestimmte Gerüche können Wespen nicht leiden: Natürliche ätherische Öle wie Pfefferminze oder Lavendel in einer Duftlampe können helfen, die Plagegeister fernzuhalten.
  • Was tatsächlich eine wirksame Methode zur Vertreibung von Wespen ist, ist Sprühnebel aus einer Sprühflasche. Man nimmt eine gründlich gereinigte Sprühflasche und benetzt die Wespen mit leichtem Sprühen. Die Tiere nehmen dann an, dass es regnet und ziehen sich in ihr Nest zurück.
  • Ein weiterer Tipp, der häufig genannt wird, ist Kaffeepulver als wirksames Hausmittel gegen die Plagegeister. Geben Sie ein paar Esslöffel in eine feuerfeste Schale und zünden Sie das Pulver an. Das Pulver fängt an zu glühen und stösst die Wespen durch die entstehenden Röstaromen ab. Ob sie sich aber wirklich davon irritieren lassen und die deutlich besser riechenden, süssen Esswaren vom Tisch ausser Acht lassen, ist umstritten.

Draussen übernachten

Zeitpunkt: Eine Nacht im Freien verbringen braucht etwas Vorbereitung und einen genauen Blick auf die Wetterprognosen. Ideal ist eine warme Nacht mit Temperaturen über zehn Grad. Der Wetterbericht sollte stabile Bedingungen und keinen Niederschlag ankünden, denn ein ungeplantes Gewitter kann einem das Erlebnis ziemlich vermiesen.

Ort: Bei der Wahl des Übernachtungsortes gilt es einige Regeln zu befolgen. So sind beispielsweise Waldreservate, Pflanzenschutzgebiete und Naturschutzzonen mit besonderen Bestimmungen tabu. Bei Übernachtungen auf Weiden oder im Wald ist es ratsam, die Erlaubnis des Grundeigentümers einzuholen. Auch sollte der Ort leicht zu Fuss und sicher erreichbar sein. Gut, wenn Sie auch im Dunkeln noch wissen, wie Sie wieder zurück zum Auto oder nach Hause finden.

Ausrüstung: Je weniger Ausrüstung, desto grösser das Abenteuer. Für die erste Nacht unter freiem Himmel sind eine Isomatte und ein Schlafsack aber in jedem Fall sinnvoll. Abhängig vom Schlafsack und der Wahl des Schlafplatzes benötigen Sie gegebenenfalls noch einen Wetterschutz. Als Schutz vor dem Regen kann man zum Beispiel eine Plane als kleines Dach über den Liegeplatz spannen. Mit ins Gepäck gehört auch eine Stirn- oder Taschenlampe.

Tiere: Keine Sorge: Dachse, Wildschweine und Füchse neigen in der Regel nicht zum Angriff und halten normalerweise einen recht grossen Abstand zum Menschen. Wenn Sie in der Nähe von Gewässern übernachten, könnten Sie hingegen von Mücken geplagt werden. Bei der Wahl des Lagerplatzes müssen Sie auch auf Ameisen achten, sonst wird die Nacht ungemütlich. Ein gewisser Schutz vor Tieren bietet auch ein Lagerfeuer, welches allerdings die ganze Nacht über brennen sollte.

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