Säntisgebiet: Lawinen zerstören Transportseilbahn am Rotsteinpass

Nicht nur die Säntisbahn litt unter den Schneemassen: Wegen Lawinen wurde auch die Transportseilbahn beim Berggasthaus Rotsteinpass beschädigt. Der Schaden beträgt mehrere zehntausend Franken.

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Die Wirte des Berggasthauses Rotsteinpass gehen von mehreren zehntausend Franken Sachschaden aus. (Bild: pd)

Die Wirte des Berggasthauses Rotsteinpass gehen von mehreren zehntausend Franken Sachschaden aus. (Bild: pd)

(red.) Die Schneemassen der letzten Wochen haben offenbar nicht nur auf der Schwägalp für Zerstörung gesorgt: Wie der Interkantonale Bergführerverband (IKBV) auf Facebook schreibt, sei die Materialtransportseilbahn zwischen dem Berggasthaus Rotsteinpass und der Thurwis beschädigt worden. «Mehrere Lawinen drückten die Seilbahnmasten um, sodass die Seile ab den Rollen sprangen», heisst es im Beitrag. Es sei von einem Schaden in der Höhe mehrerer zehntausend Franken auszugehen.

Albert Wyss, der Wirt des Berggasthauses Rotsteinpass, bittet Skitourengänger und Bergsteiger, genügend Abstand zur Seilbahn zu halten. Die Seile hätten sich ineinander verdreht, weshalb eine grosse Spannung vorhanden sein könne. «Es ist zu befürchten, dass hohe und gefährliche Kräfte freigesetzt werden, wenn die verspannten Seile aus dem Schnee springen.» Zudem bestehe die Gefahr, mit den Ski in die Seile zu fahren und dabei verletzt zu werden. Die Gefahren könnenen laut Wyss wohl erst im Frühling oder Frühsommer beseitigt werden.

Die Materialtransportbahn, welche das Berggasthaus Rotsteinpass (2119 M.ü.M.) und die Thurwis (1207 M.ü.M.) verbindet, gibt es seit der Saison 2014/15.

Schwägalp von mehreren Lawinen heimgesucht

Am 10. Januar waren beim Abgang einer Lawine vom Nordhang des Säntis auf die Schwägalp drei Personen leicht verletzt worden. Gleichzeitig wurde das 2015 neu gebaute Hotel bei der Säntisbahn-Talstation und zahlreiche parkierte Autos stark beschädigt. Am selben Abend löste sich eine weitere kleine Folgelawine.

Innert kürzester Zeit waren rund 200 Polizei- und Rettungskräfte mit Such- und Aufräumarbeiten im Einsatz. Am Sonntag konnte Vattioni dann Entwarnung geben: Es gebe keine weiteren vermissten Personen. «Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen.» Kurz darauf mussten aufgrund der anhaltenden Schneefälle und Orkanböen die Aufräumarbeiten wegen hoher Lawinengefahr unterbrochen werden. Nur wenige Stunden später ging die dritte Lawine runter.

Nur vier Tage später beschädigte eine weitere Lawine die erste Stütze der Säntis-Schwebebahn. Der Betrieb muss aus Sicherheitsgründen während mehrerer Monate eingestellt werden.