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Starke Regenfälle in der Ostschweiz ++ ++ Splügenpass bis Montag geschlossen ++ Kran rettet Autoinsassen aus reissendem Fluss ++ Kapo Thurgau muss Baumstamm von Brückenpfeiler entfernen

In der Nacht auf Mittwoch hat es in der ganzen Schweiz erneut stark geregnet. Vor allem das Misox und das Tessin sind von den Unwettern betroffen, in der Ostschweiz gilt mittlerweile Gefahrenstufe 3. In Splügen GR kam es zu einer spektakulären Rettungsaktion. Die neuesten Abflussprognosen zeigten nun eine neue, zweite Hochwasserwelle an.
Luca Ghiselli/Alexandra Pavlovic
Spektakuläre Rettungsaktion in Splügen: Zwei Autoinsassen werden mit einem Kran aus dem reissenden Bach geborgen. (Bild: Kapo GR)

Spektakuläre Rettungsaktion in Splügen: Zwei Autoinsassen werden mit einem Kran aus dem reissenden Bach geborgen. (Bild: Kapo GR)

(ghi/lex/sda) Aufgrund der starken Regenfälle der vergangenen Nacht ist die Hochwasserlage vielerorts kritisch. Besonders stark betroffen sind das Misox im Kanton Graubünden und das Tessin. Weil der Pegel der Moesa stark anstieg, musste gar die A13 im Misox gesperrt werden. Als Konsequenz ist derzeit auch der San-Bernardino-Tunnel in beide Richtungen gesperrt. Geschlossen werden musste ausserdem Splügenpass.

Die A13 wird am Donnerstag morgen um 9 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben, wie es bei der Kantonspolizei Graubünden auf Anfrage hiess. Der Splügenpass bleibt sicher bis Montag geschlossen.

Auch andernorts waren die Graubündner Blaulichtorganisationen vergangene Nacht und am Mittwochvormittag im Dauereinsatz. So wurde in Splügen im Bereich des oberen Bergbahnparkplatzes ein Auto vom ansteigenden Hüscherabach erfasst und mitgerissen. Mit einem Kranfahrzeug konnten die beiden Insassen unverletzt, aber unterkühlt geborgen werden, wie die Kantonspolizei Graubünden mitteilt. In Cama wurden zwei Familien und in Medels Bewohner eines Hauses vorsorglich evakuiert.

Die überflutete und gesperrte A13 bei Medels.

Die überflutete und gesperrte A13 bei Medels.

Bodenseepegel steigt weiter

In den Kantonen St.Gallen, Thurgau und beiden Appenzell ist die Lage weniger kritisch, bleibt in den kommenden Stunden aber dennoch angespannt. Das Naturgefahrenbulletin des Bundesamts für Umwelt meldet zwar, dass die meisten von Hochwasser betroffenen Flusspegel in den nächsten Stunden weiter sinken werden. «Aufgrund der räumlich und mengenmässig weiterhin schwierig vorherzusagenden Niederschlags- und Schneeschmelzentwicklung, bleiben die aktuellen Wasserstandvorhersagen unsicher.» Insbesondere für den Alpenrhein werde ein weiterer Anstieg vorhergesagt.

«Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Wasserstände am unteren Alpenrhein in die Gefahrenstufe 3 steigen.»

Die Wasserstände des Inns steigen noch und verbleiben im Bereich erhöhter Gefahrenstufen. Der Wasserstand des Bodensees wird aufgrund der weiterhin hohen Zuflüsse aus dem Alpenrhein weiter steigen. Die neuesten Abflussprognosen zeigten nun eine neue, zweite Hochwasserwelle an, teilte die Internationale Rheinregulierung am Mittwochnachmittag mit.

In Diessenhofen war auch die Kantonspolizei Thurgau gefordert. Sie musste einen Baumstamm entfernen, der sich in einem Pfeiler der Rheinbrücke verfangen hatte.

Im Fussacher Durchstich habe sich flussabwärts der Brücke Höchst-Lustenau auf 50 Metern «ein Bruch der rechten Mittelgerinnewuhre ereignet». Dadurch sei die Hochwassersicherheit aber nicht beeinträchtigt.

Das Rheinvorland wurde abwärts der Brücke Mäder-Kriessern und oberer Rheinspitz gesperrt. Die Pächter seien über die Situation informiert worden.

Ein Blick ans Seeufer in Rorschach zeigt: Derzeit kitzelt der See an der Uferkante. Am Nachmittag könnte er bei Wind auf die Uferpromenade schwappen.

Auch andernorts sind die Wasserpegel hoch, so etwa im Toggenburg. Die Thur in Wattwil führte ebenso viel Wasser.

Rhein ebenfalls mit hohem Pegelstand

In St.Margrethen hatte der Rhein bereits am Dienstag einen hohen Pegelstand erreicht, die Rheinvorländer waren überflutet und gesperrt worden.

Am Mittwoch war der Pegel des Rheins immer noch hoch. Auf Höhe Vaduz/Sevelen führte er so viel Wasser, wie schon lange nicht mehr.

Rhein Höhe Vaduz/Sevelen. (Bild: Jessica Nigg)

Rhein Höhe Vaduz/Sevelen. (Bild: Jessica Nigg)

Ein Fussweg auf der Schweizer Seite des Rheins steht sogar unter Wasser. Für Fussgänger bei den Rheinbrücken bei Vaduz und Sevelen heisst es hier: kein Durchkommen mehr.

Auch in Au SG war trat das Wasser über die Ufer.

Laut Prognosen soll sich die Situation aber im Verlauf des Nachmittags entspannen. Der Regen lässt im ganzen Land nach. Am Nachmittag dürfte es gar zu Auflockerungen kommen.

Die von den Wassermassen bedrohte A13 bei Soazza.

Die von den Wassermassen bedrohte A13 bei Soazza.

Die Temperaturen klettern auf bis zu 19 Grad im Norden und 24 Grad im Süden. Schauer und Gewitter sind im nördlichen Tessin und in den Alpen aber noch möglich.

Zwischen Simplonsüdseite und Sopraceneri fielen seit Sonntag fast 200 Millimeter Regen

(pd/ghi) Wie Meteo News in einer Mitteilung schreibt, sind von Sonntag bis heute Vormittag (vergangene 72 Stunden) verbreitet grosse Regenmengen gefallen (vgl. Grafik unten). Von der Region Bern über die Zentralschweiz bis weiter in die Ostschweiz summierten sich die Niederschlagsmengen verbreitet auf 30 bis 60 Millimeter. Einzig im Baselbiet sowie im Zentralwallis fielen die Mengen mit 20 bis 30 Millimeter etwas geringer aus. In der Romandie, entlang des Juras, im Chablais, im Obergoms, im Gotthardgebiet sowie in Teilen der Surselva kamen verbreitet 60 bis 90 Millimeter, stellenweise auch über 100 Millimeter Regen zusammen. Am meisten Niederschlag fiel zwischen der Simplonsüdseite und dem Sopraceneri mit flächig 150 bis knapp 200 Millimetern.

Die gemessenen Niederschlagsmengen der vergangenen 72 Stunden übersteigen teilweise die Regenmengen, welche durchschnittlich im Juni über den ganzen Monat verteilt fallen (z.B. in Airolo, Andermatt oder Binn). Nichtsdestotrotz reichte es bei Weitem nicht für neue Niederschlagsrekorde. In Binn beispielsweise fielen zwischen dem 12. und 15. Oktober 2000 mehr als 504 Millimeter innerhalb von 72 Stunden. In den kommenden Stunden entspannt sich die Situation deutlich. Bis am Abend sind nur noch einzelne Schauer zu erwarten.

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