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Unterricht auf der Baustelle: Gewerbliches Berufs- und Weiterbildungszentrum St.Gallen wird bei laufendem Betrieb saniert

Der Kanton St.Gallen möchte das Gewerbliche Berufs- und Weiterbildungszentrum (GBS) im Riethüsli erneuern. Das 111-Millionen-Vorhaben in St.Gallen ist politisch breit abgestützt, wie die aktuelle Diskussion im Kantonsrat zeigt. Saniert wird die Schule während sechs Jahren. Bei laufendem Betrieb und fast ohne Provisorien.
Roger Berhalter
Der Hauptsitz des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums (GBS) im Quartier Riethüsli in St.Gallen. Das neue Alterszentrum im Quartier ist vis-à-vis am grünen Hang geplant. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der Hauptsitz des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums (GBS) im Quartier Riethüsli in St.Gallen. Das neue Alterszentrum im Quartier ist vis-à-vis am grünen Hang geplant. (Bild: Hanspeter Schiess)

Das Riethüsli erhält ein neues Gesicht. Im Quartierzentrum an der Ecke Demut- und Teufener Strasse stehen gleich zwei Grossprojekte an. Das Gewerbliche Berufs- und Weiterbildungszentrum (GBS) soll nach 40 Jahren komplett saniert und um einen Anbau ergänzt werden. Am Hang vis-à-vis ist zudem ein Alterszentrum mit 40 Wohnungen geplant. Die Bauherrin, die Christlichsoziale Wohnbaugenossenschaft, stellt derzeit die Unterlagen für ein aktuelles Baugesuch zusammen, um dieses bei der Stadt einzureichen. 2020 soll Baubeginn sein.

Statt sieben Standorte nur noch fünf

Ebenfalls im kommenden Jahr soll der Architekturwettbewerb zum neuen GBS starten. Ein 111-Millionen-Franken-Projekt, das diese Woche in einer ersten Lesung im Kantonsrat auf breite Zustimmung stiess. Die grösste Berufsfachschule des Kantons wurde 1975 eröffnet und ist inzwischen dringend sanierungsbedürftig. Die Haustechnik ist veraltet, weder Brandschutz noch Absturzsicherheit erfüllen die heute gültigen Normen, das Gebäude ist nach modernem Massstab viel zu schlecht gedämmt.

Der GBS-Hauptsitz wird auch aufgestockt und bekommt einen Erweiterungsbau. Auf diese Weise sollen weitere Abteilungen der Schule an der Demutstrasse Platz finden. Einerseits jener Teil der Schule für Gestaltung, der sich heute im ehemaligen Primarschulhaus Bild an der Zürcher Strasse 430 befindet. Anderseits die Abteilung Dienstleistungsberufe, die heute an der Grütlistrasse 1 untergebracht ist.

Gibt das GBS diese zwei Standorte auf, spart der Kanton fast 800'000 Franken Mietkosten. GBS-Rektor Lukas Reichle sagt:

«Es handelt sich um unsere zwei abgelegensten Standorte.»

Heute verteilt sich die Schule auf sieben Standorte. Danach sollen es –abgesehen vom Hauptgebäude im Riethüsli – nur noch vier sein: an der David- und Schreinerstrasse sowie in der Kugel- und Kirchgasse. «Alle in Gehdistanz zum Bahnhof», betont Reichle.

Erweiterungsbau macht Rochaden möglich

Rund sechs Jahre dürfte die Sanierung des GBS dauern, wie ein erster Terminplan zeigt. Während dieser Bauphase soll der Unterricht aber dennoch stattfinden. «Diese Sanierung im laufenden Betrieb wird eine grosse Herausforderung werden», sagt Lukas Reichle. Dank «geschickter Logistik und optimaler Planung» soll es klappen. So wird der neue Erweiterungsbau zuerst errichtet, um in der Bauphase als Rochadegebäude zu dienen. Zudem werden besonders laute Arbeiten auf die Ferien verlegt.

Provisorische Bauten seien durch dieses Vorgehen kaum nötig und würden auf ein Minimum reduziert, sagt Projektentwicklerin Judith Brändle vom kantonalen Baudepartement.

«Beispielsweise ist während der Phase der Küchenerneuerung ein Küchenprovisorium als Mietlösung angedacht.»

Doch wie die konkrete Lösung aussieht, werde erst der Architekturwettbewerb zeigen.

Neue Räume für Zivilschützer

Das GBS-Gebäude an der Demutstrasse in St.Gallen ist in erster Linie ein Schulhaus. Doch auch eine Zivilschutzanlage mit fast 1000 Schutzplätzen ist dort untergebracht. Die Stadt St.Gallen und das Amt für Militär und Zivilschutz wollen die Anlage weiterhin betreiben. Sie wird auf Kosten der Stadt ebenfalls erneuert, wenn die Berufsfachschule saniert wird.

Städtische Institutionen nutzen im kantonalen GBS noch weitere Räume: Entsorgung St.Gallen betreibt ein Pumpwerk, den Stadtwerken gehört eine Trafostation. Bis 2014 befanden sich im Keller auch Büros und Lager der städtischen Schul- und Büromaterialverwaltung. Mittlerweile ist dort das Strassenwärtermagazin Riethüsli untergebracht. Es ist veraltet und zu klein geworden, wie es in der Kantonsratsvorlage heisst. In Zukunft soll das Magazin deshalb in einem «funktional und betrieblich eigenständigen Volumen» im südwestlichen Teil des Grundstücks Platz finden.

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