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«Die Hitzewelle ist stressig für die Pflanzen»: Deshalb bleibt dieses Jahr die Erdbeerschwemme in der Region aus

Die Erdbeersaison geht in den Endspurt. Lokale Produzenten blicken auf Monate mit wechselhaftem Wetter zurück. Das führte dazu, dass es diese Jahr keine richtige Erdbeerschwemme gab.
Urs-Peter Zwingli
Das Erdbeerfeld von Martin Germann in Lömmenschwil. (Bild: Michel Canonica)

Das Erdbeerfeld von Martin Germann in Lömmenschwil. (Bild: Michel Canonica)

Zuerst kamen die ungewöhnlich warmen Monate Februar, März und April, dann der verregnete Mai mit verbreiteten Bodenfrösten: Die Erdbeerbauern in der Region mussten sich diesen Frühling verschiedenen Wetterkapriolen stellen. «Wegen der Anfang Jahr warmen Temperaturen haben die Pflanzen früh geblüht. Doch der kalte Mai mit teils strengen Frösten hat die Reifung gebremst», sagt Pirmin Brandes, Betriebsleiter des Waldhofes in Berg. Die Familie Brandes baut auf rund 30 Aaren Erdbeeren in Folientunneln an. Sämtliche Früchte werden im Hofladen verkauft. «Auf dem Höhepunkt der Ernte um Mitte Juni waren das an die 150 bis 200 Kilo Beeren pro Tag», sagt Brandes.

Das insgesamt wechselhafte Wetter habe aber dazu geführt, dass es dieses Jahr keine eigentliche «Erdbeerschwemme» gab, bei der innert weniger Tage ein grosser Teil der Früchte pflückreif wird. «Die aktuelle Hitzewelle ist stressig für die Erdbeerpflanzen», sagt Brandes. Er rechnet darum mit einigen Ausfällen.

«Zum Glück haben wir rund zwei Drittel der Erdbeeren bereits abgeerntet, die Saison dauert nicht mehr allzu lange.»

Extreme wie die jetzige Hitzewelle sind nie gut

Zu den grösseren Erdbeerenproduzenten in der Region gehört Lehmann Früchte in Bernhardzell: Laut Inhaber Rico Lehmann werden davon rund sieben Hektaren angebaut. «Auf dem Höhepunkt der Saison werden täglich mehrere Tonnen abgelesen», sagt Lehmann. Seine Plantagen sind alle gedeckt, darum waren die verregneten Mai- und Junitage nicht problematisch. Anders die aktuelle Hitzewelle: «Extreme sind nie gut», sagt Lehmann. Die Hitze hinterlasse Schäden an den Erdbeeren. Zudem reifen diese bei grosser Wärme sehr schnell und sind weniger lang haltbar. «Insgesamt war die Erdbeersaison aber zufriedenstellend», sagt Lehmann. Seine Früchte verkauft er vor allem an Grossverteiler, auf dem Hof ist aber auch ein Laden täglich geöffnet. In den nächsten zwei Wochen werden nochmals grosse Mengen geerntet. Danach werden bis und mit September zwar noch Erdbeeren verkauft, die Erträge auf dem Feld sinken aber laufend.

Als «herausfordernd» bezeichnet Bauer Roman Schildknecht aus Mörschwil das Wetter in diesem Frühjahr: Viel Regen im Mai, dazu kamen die Fröste. «Durch den starken Regen steigt die Gefahr, dass die Früchte faulen oder aufplatzen», sagt Schildknecht. Von seinen 180 Aaren Erdbeeren sind lediglich fünf in Tunneln gedeckt und vor der Witterung geschützt.

Da die Freilandsaison für Erdbeeren fast vorbei ist, macht die Hitzewelle Schildknecht keine grossen Sorgen: «Die meisten Früchte sind abgeerntet.» Auf dem Höhepunkt der Ernte vor gut zehn Tagen wurden auf Schildknechts Hof täglich 300 bis 400 Kilogramm Erdbeeren von Hand gepflückt. Wie Brandes und Lehmann setzt Schildknecht über die warmen Sommermonate auf die Hilfe von Saisonarbeitern aus Osteuropa.

«Der verregnete Mai war schlimm»

Ein besonderes Konzept verfolgt Familie Germann aus Lömmenschwil: Auf ihrem Hof können Interessierte die Erdbeeren unter dem Motto «Erdbeerspass» selber pflücken. «Die meisten Kunden sind Familien mit Kindern», sagt Betriebsleiter Martin Germann. An einem schönen Wochenende gehen so bis zu 500 Kilogramm Erdbeeren weg.

Regen führt zu Fäulnis

Germann baut auf etwa 70 Aaren ausschliesslich Freilanderdbeeren an. Die Saison dauert nur noch gut zwei Wochen. Es ist erst das zweite Jahr, in dem Germann Erdbeeren anbaut, darum fehle ihm noch ein wenig die Erfahrung. «Aber die grossen Regenmengen im Mai und in den ersten Junitagen waren schlimm.» Viele Früchte seien von Fäulnis befallen gewesen, was zu einigen Ernteausfällen geführt habe. Die Hitzewelle sei tendenziell ein Stress für die Erdbeeren, die nun besonders schnell reifen. «Dafür werden sie sehr süss.»

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