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Unzufriedene Wittenbacher: Gemeinderat ärgert sich über längere Wartezeiten

Mit der Umstellung auf den Fahrplan 2019 drohen den Wittenbachern längere Wartezeiten in St. Gallen. Der Gemeinderat macht einen verwegenen Vorschlag, für Änderungen dürfte es aber zu spät sein.
Johannes Wey
Mit dem Fahrplan 2019 müssen die Wittenbacher in St. Gallen warten. (Bild: Michel Canonica (10. Februar 2017))

Mit dem Fahrplan 2019 müssen die Wittenbacher in St. Gallen warten. (Bild: Michel Canonica (10. Februar 2017))

Die Bedeutung der Gemeinde Wittenbach wächst unvermindert. Mit rund 9700 Einwohner kratzt man an der Schwelle zur Stadt, im Richtplan zählt die Gemeinde zum «urbanen Verdichtungsraum», wo ein Grossteil des kantonsweiten Bevölkerungswachstums stattfinden soll. Dazu gehört auch eine ÖV-Anbindung mit grossen Kapazitäten.

Erstaunt hat man deswegen im Gemeindehaus von den vorgesehenen Fahrplanänderungen auf das kommende Jahr hin Kenntnis genommen. Denn wer nicht bloss in die Stadt St. Gallen, sondern weiter in Richtung Zürich will, fährt schlechter. Oder eben länger. «Die Wartezeiten bei Anschlüssen in Richtung Zürich betragen im Fahrplan 2019 11 bis 14 Minuten», hat Gemeindepräsident Fredi Widmer errechnet. Diese Verschlechterung sei «nicht akzeptabel».

Bei seinen Berechnungen habe er bewusst ein Augenmerk auf die Anschlüsse an den Fernverkehr gelegt. «Vonseiten der Regio Appenzell AR – St. Gallen – Bodensee, welche die Stellungnahmen der Gemeinden koordiniert, wusste ich, dass hier die Knacknüsse liegen.»

Stadtbusse sollen im 7,5-Minuten-Takt fahren

Eine entsprechende Stellungnahme hat der Gemeinderat dieser Tage dem kantonalen Amt für öffentlichen Verkehr zukommen lassen. «Ich gehe davon aus, dass unsere Einwände sehr ernst genommen werden», sagt Widmer. Denn die Änderungen seien in einem urbanen Siedlungsgebiet «einschneidend» und würden zu «prekären» Situationen führen. Zusammen mit der Kritik hat der Gemeinderat auch einen Lösungsvorschlag eingereicht, wie die Situation bis zu grundsätzlichen Anpassungen behoben werden könnte: Die VBSG-Linie 4, die anstelle des Postautos künftig Wittenbach bedienen wird, soll im 7,5-Minuten-Takt statt im Viertelstundentakt verkehren. «Die Kosten dazu können jedoch nicht von Wittenbach getragen werden, da es sich nicht um einen zusätzlichen Bedarf, sondern um eine Kompensationsmassnahme für unzulängliche Verbindungen handelt», heisst es in einer Mitteilung des Gemeinderats.

Kritik an der schlechteren Anbindung an den Fernverkehr gab es auch seitens der FDP Wittenbach-Muolen (Tagblatt vom 12. Juni). Alle relevanten Anschlüsse würden um wenige Minuten verpasst, die Wittenbacher vom Fernverkehr «regelrecht abgehängt». Gemeindepräsident Fredi Widmer begrüsst dieses Vorgehen im Grundsatz, da die Stellungnahme des Gemeinderats damit unterstrichen werde.

Mit der S-Bahn ohne Umsteigen ins Fürstenland

Selbst für Markus Schait vom Amt für öffentlichen Verkehr sind die Auswirkungen auf die Wittenbacher Anschlüsse an den Fernverkehr «nicht glücklich». Es seien viele Umstände, die zu dieser Verschlechterung geführt hätten, unter anderem die geänderte Abfahrtszeit der Fernverkehrszüge.

Allerdings gelte es, die schlechteren Anschlüsse zu relativieren: Wer künftig mit der S-Bahn von Wittenbach nach St. Gallen kommt, verpasse zwar den «langsameren» Intercity mit Halt in Gossau, Flawil, Uzwil und Wil, mache aber auf dem «schnelleren» Zug ohne diese Zwischenhalte bis Winterthur wieder Zeit gut. Zudem werde die S8 in St. Gallen neu mit der S1 nach Wil verknüpft, was weiterhin gute Verbindungen ins Fürstenland gewährleiste, ohne dass die Pendler umsteigen müssten.

Geringe Chancen für Änderungen vor Wechsel

Die Inputs aus der Gemeinde Wittenbach nehme man auf, sagt Schait. Allerdings würde der Vorschlag des Gemeinderats, beim Bus auf einen 7,5-Minuten-Takt umzustellen, «einen enormen Angebotsausbau» bedeuten.

So oder so macht er den Wittenbachern wenig Hoffnung, dass die schlechteren Fernverkehrsanschlüsse im Fahrplan 2019 noch abgewendet werden können: «In dieser kurzen Zeit grundlegende Änderungen vorzunehmen, ist schwierig.» Deshalb sei es wahrscheinlich, dass man auf die Kritik aus Wittenbach erst auf das übernächste Jahr reagieren könne.

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