Genderkonforme Sprache: Diese Warnung ist ernst zu nehmen

Eine Textform, die keinen ästhetischen Anspruch zu erfüllen hat, soll sich an alle richten – auch an Frauen. 

Seraina Hess
Drucken
Teilen
Seraina Hess. (Bild: Urs Bucher)

Seraina Hess. (Bild: Urs Bucher)

Zwei Monate ist es her, als die linken Stadtparlamentarierinnen gegen einen rein männlichen Verwaltungsrat der City Parking AG protestierten. Sie setzten zwar ein Zeichen – erreicht haben sie aber nichts, denn ihre Stimmenthaltungen brachten natürlich keine Frau ins Gremium.

Auch am Dienstag ist es den Politikerinnen nicht gelungen, ihren Antrag durchzusetzen und eine genderkonforme Sprache zu erwirken. Doch derart knapp, dass die Warnung bis zur letzten Stadträtin und zum letzten Stadtrat durchgedrungen sein muss. Und vielleicht sogar zur einen oder anderen Stadtparlamentarierin, die das Anliegen ihrer Kolleginnen boykottiert.

Es ist eine Sache, wenn Belletristik auf die fortlaufende Wiederholung von Doppelformen oder unschöne neutrale Formulierungen verzichtet. Eine andere aber, wenn das eine Textform tut, die keinen ästhetischen Anspruch zu erfüllen hat. Sie soll sich in diesem Fall – trotz oder gerade wegen des männerdominierten Zivilschutzes – an alle richten. Auch an Frauen.