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«Hier besitzt manch einer mehrere Autos»: In Mörschwil gibt es pro Kopf am meisten Autos in der Region St.Gallen

Je abgelegener die Gemeinde, desto mehr Autos – könnte man meinen. Am meisten parkieren aber in Mörschwil. Am wenigsten sind in Wittenbach gemeldet. Der Gemeindepräsident sieht die Erklärung im ÖV.
Perrine Woodtli

Für die einen sind sie Leidenschaft, für die anderen ein Mittel zum Zweck – so oder so stehen sie in zahlreichen Garagen in der Region: Autos. In der Stadt St.Gallen waren Ende 2018 34'440 Autos gemeldet, 122 mehr als 2017. Somit liegt der Motorisierungsgrad, also die Zahl angemeldeter Autos pro 1000 Einwohner, bei 456. Obwohl es in der Stadt wieder mehr Autos gibt, ist der Grad dort am tiefsten verglichen mit den umliegenden Gemeinden.

Ein Blick in die Statistik zeigt: Vor allem in ländlichen Gemeinden gibt es mehr Autos. Mörschwil jedoch sticht heraus: Die Gemeinde befindet sich mit einem Motorisierungsgrad von 613 an der Spitze. Dies erklärt sich Gemeindepräsident Paul Bühler damit, dass dort viele vermögende Menschen leben. «Hier besitzt manch einer mehrere Autos.»

Er betont, dass die Anzahl Autos aber nichts mit den gefahrenen Kilometern zu tun hat. Schliesslich könne man das Auto auch in der Garage lassen. Mörschwil verfüge zudem über «eines der besten ÖV-Netze der Region» und dieses werde sehr gut genutzt, sagt Bühler.

«Ich bin überzeugt, dass etwa in Andwil viel mehr Kilometer zurückgelegt werden als in Mörschwil.»

Wittenbacher steigen auf Bus oder Zug um

Andwil ist es auch, das direkt hinter Mörschwil liegt – mit 609 Autos pro 1000 Einwohner. Darauf folgen die Gemeinden Waldkirch, Muolen und Häggenschwil, die mit 587 und 586 fast denselben Motorisierungsgrad aufweisen. Berg, Eggersriet und Gossau befinden sich im Mittelfeld. Am wenigsten Autos pro Einwohner gibt es in Gaiserwald und Wittenbach.

In Wittenbach hat auch der Motorisierungsgrad am wenigsten zugenommen. Seit 2011 stagnieren die Zahlen. In der Gemeinde sind am wenigsten Autos pro Kopf gemeldet. Dort kommen auf 1000 Einwohner 508 Autos. Den Grund dafür sieht Gemeindepräsident Oliver Gröble darin, dass Wittenbach gut mit dem ÖV erschlossen ist. «Zudem gibt es verkehrsbelastete Strassen wie die St.Gallerstrasse, wo täglich 16'500 Fahrzeuge durchfahren.» Diese würde viele dazu veranlassen, auf den Zug oder den Bus umzusteigen. Dass der Motorisierungsgrad in den vergangenen Jahren nicht zugenommen habe, sei erfreulich.

In Muolen kommen 586 Autos auf 1000 Einwohner. Je ländlicher das Dorf, desto mehr Autos also, weil man darauf angewiesen ist? Gemeindepräsident Bernhard Keller würde das so nicht unterschreiben.

«Es gibt aber in der Tat Gebiete, bei welchen die Distanz rund drei Kilometer bis zum nächsten ÖV-Angebot beträgt.»

Da sei es möglich, dass dies zusammenhänge. Eine Erklärung für den Motorisierungsgrad sieht Keller in der «tollen Verkehrslage». Von Muolen aus sei man mit dem Auto in 20 Minuten auf der Autobahn in Richtung Weinfelden, in Richtung Oberbüren, in Richtung Gossau sowie am See und in der Stadt.

In Muolen hat der Motorisierungsgrad am stärksten zugenommen. Die allgemeine Verkehrszunahme mache auch vor Muolen nicht Halt, betont Keller. Im Vergleich zu früher könnten sich heute zudem bereits jüngere Personen ein Auto leisten.

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