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Ohne den Teddy geht es am Samstag nicht in der Kellerbühne

Am Samstag feiert in der St.Galler Kellerbühne «Eine etwas sonderbare Dame» Premiere. Die Komödie handelt von einer scharfsinnigen Millionärswitwe, von gierigen Erben und seltsamen Patienten.
Marlen Hämmerli
Mrs. Burton nimmt den Teddy auch ins Bett: «Denn für einen Mann bin ich zu alt.» (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Mrs. Burton nimmt den Teddy auch ins Bett: «Denn für einen Mann bin ich zu alt.» (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Mrs. Burton spinnt, davon sind ihre drei Stiefkinder überzeugt. Ständig schleppt die Millionärswitwe einen Teddy mit und spendet für unnötige Zwecke. Damit Mrs. Burton das Erbe nicht weiter verschwenden kann und um rascher ans Geld zu kommen, weisen die Stiefkinder Mrs. Burton kurzerhand in ein Sanatorium ein. Dort ist die Seniorin die einzige mit klarem Verstand, fühlt sich aber trotzdem ganz wohl. Doch die Idylle währt nicht lang, denn die Stiefkinder setzen Mrs. Burton zunehmend unter Druck. Nun gilt es, die raffgierigen Erben auf falsche Fährten zu locken.

Soweit der Plot der Komödie, die das Amateurtheater St.Galler Bühne Samstagabend erstmals in der Kellerbühne aufführt. Die Vorbereitungen dafür haben vor über vier Monaten mit der Stückauswahl begonnen. «Es gibt nicht viele gute Komödien», sagt Regisseurin Ursula Kaspar. «Aber an dieser hat alles gestimmt. Das Stück ist rührend, lustig, fliesst und hat interessante Figuren.»

Am Text waren einige Änderungen nötig

Trotzdem änderte Kaspar viel am Text, den John Patrick um 1950 verfasst hatte. Zum einen versetzte sie das Stück sprachlich ins Jahr 2000, zum anderen übersetzte sie es in die Mundart. Der Verein hat sich deren Pflege verschrieben, wie auf seiner Website steht. Das habe einen einfachen Grund, sagt Vereinspräsident Felix Zöllig: «Um Bühnendeutsch zu sprechen, müssten wir noch mehr üben als sowieso schon.» Im Schnitt probten die Schauspielerinnen und Schauspieler seit Januar zwei Abende pro Woche. Parallel dazu stellten zehn Vereinsmitglieder die Kostüme und Requisiten zusammen und bauten das Bühnenbild.

«Dabei war klar, dass wir eine Treppe brauchen», sagt Regisseurin Kaspar. Diese führt in den Zuschauerraum, so dass die Schauspieler direkt vor dem Publikum spielen können. «Elf Spieler in der Kellerbühne, das ist sehr eng und mit ein Grund, dass wir auf zwei Ebenen auftreten», sagt Präsident Zöllig. Dafür haben nun nur 118 statt 148 Zuschauer Platz, denn für die Treppe mussten drei Stuhlreihen entfernt werden.

Den Verein gibt es seit fast hundert Jahren

In zwei Jahren wird der Theaterverein hundertjährig. Der Verein sei 1921 wohl auch entstanden, weil es den Leuten finanziell gut ging und sie sich das Schauspielern leisten konnten, sagt Zöllig. Anders während des Zweiten Weltkriegs: «Damals kamen die Leute mit Holzschittli zur Probe, um heizen zu können.» Trotzdem spielt der Verein seit 1921 jährlich mindestens ein Stück und seit 1989 zusätzlich ein Märchen.

Und warum schleppt die Witwe ständig einen Teddy mit? «Für einen Mann bin ich zu alt und für eine Katze zu wählerisch», behauptet sie. Doch ob das alles ist, erfahren die Zuschauerinnen und Zuschauer erst am Ende.

Premiere: Samstag, 13. April, 20 Uhr, Kellerbühne. www.st-galler-buehne.ch

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