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Der Fussballclub Rorschach-Goldach verliert Platz eins und braucht nun Altstätter Hilfe

Der FC Rorschach-Goldach ist nicht mehr Leader in der 2. Liga. In Altstätten verliert er nach einem lange ausgeglichenen Spiel mit 1:4. Innenverteidiger Claudio Bosshart hofft bis zur 89. Minute auf ein Unentschieden.
Beni Bruggmann
Claudio Bosshart (links) spielt in der Verteidigung des FC Rorschach-Goldach. (Bild: Benjamin Manser)

Claudio Bosshart (links) spielt in der Verteidigung des FC Rorschach-Goldach. (Bild: Benjamin Manser)

Auf allen Fussballplätzen stehen die Spielerbänke nahe beieinander. In Altstätten sind am Samstagabend Jubel und Niedergeschlagenheit, ausgelassene Freude und abgrundtiefe Enttäuschung, Champagner und Tränen Nachbarn. Vor der Altstätter Bank tanzen Spieler und Betreuer gemeinsam im Kreis, daneben hocken oder liegen die Rorschacher am Boden, verstreut, regungslos, fassungslos. Nach langer Zeit rappelt sich einer auf, nimmt seine Schuhe in die Hand und trottet gesenkten Hauptes in Richtung Garderobe. Die andern folgen, in Abständen. Am Schluss hockt noch einer dort. Er blickt ins Leere.

Und dann steht auch der Spieler mit der Nummer acht auf. Unterwegs zur Kabine macht er Halt und gibt Auskunft, zuerst noch eher zurückhaltend, aber im Verlauf des Gesprächs immer lockerer.

Abstimmung fehlt

Claudio Bosshart ist 1,72 m gross. Er spielt in der Innenverteidigung. Sein Gegenspieler Ramon Gächter ist um einen Kopf grösser. Das Manko macht der Kleinere mit Ruhe und Übersicht wett, und wenn das nicht reicht, ist sein grosser Verteidigerkollege Patrice Baumann zu Stelle. Die beiden harmonieren, mit einer Ausnahme. Schon nach drei Minuten entweicht Altstättens Adis Hujdur zwischen diesen beiden durch die Mitte und erzielt die Führung. «Die Abstimmung hat nicht geklappt.» Der Realist ist einsichtig.

Man merkt rasch, dass er oft im Mittelfeld gespielt hat. «Ob in der Verteidigung oder im Mittelfeld, ich spiele auf beiden Positionen gerne.» In diesem Match entwickelt der bewegliche Abwehrspieler Offensivdrang, spielt präzise weite Bälle auf die Flügel, geht bei jedem Angriff mit und fordert seine Mitspieler auf, dasselbe zu tun. Wenn ein Freistoss in der gegnerischen Platzhälfte zu treten ist, so ist das eine Angelegenheit für ihn. Er spielt jeden Ball mit dem linken Fuss. «Den Rechten habe ich nur, um darauf zu stehen.» Der Humor ist zurück. Aber zufrieden ist er gar nicht. «Heute habe ich mit den Freistössen nichts erreicht.»

Auch sein Team erreicht nichts. Den frühen Rückstand vermag es noch vor der Pause durch Oliver Baumann auszugleichen. Auch nach dem 1:2 nach einer Stunde ist noch nichts verloren. «Ich habe immer an ein Unentschieden geglaubt», sagt er. Bis zur 89. Minute.

Vom Gegner zum Verbündeten

Bosshart wächst in Thal auf, spielt zuerst beim FC Staad und später im Team Rheintal-Bodensee. Dort hat er mit einigen Altstätter Spielern zusammengespielt. «Ich bin froh, dass wir in der Rheintaler Gruppe eingeteilt sind. So treffe ich immer wieder auf Kollegen.» Mit 16 tritt er zum ersten Mal in der ersten Mannschaft des FC Staad an. Seit 2012 spielt er beim FC Rorschach. Allerdings mit einem langen Unterbruch.

Er macht die KV-Lehre bei Frisco in Rorschach. Später studiert er an der Fachhochschule St.Gallen und schliesst mit dem Bachelor ab. Während des Studiums verbringt er einen längeren Aufenthalt in Santiago de Chile. So spricht er neben Englisch auch Spanisch. «Ich wurde ins kalte Wasser geworfen», sagt er, «aber ich habe die Zeit dort sehr genossen, weil ich mich auch für Kultur interessiere.» Der Fussball rückte in den Hintergrund. Heute wohnt der 28-Jährige – er ist ledig – in Goldach und arbeitet als Junior Product Manager bei Fust in Oberbüren. Sein Bereich sind Drucker und Computer, und er ist für die Werbung und den Einkauf zuständig.

Beim Verlassen des Fussballplatzes in Altstätten sagt er: «Ich denke stets positiv. Wir haben noch eine Chance. Altstätten wird im letzten Spiel Weesen bezwingen.» Aus dem Gegner der vergangenen Partie ist ein Verbündeter geworden.

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