St.Galler Social-Media-Polizist rettet Luftmatratzenverkäufer in Sardinien vor dem Ertrinken

Trotz Ferien im Einsatz: Der St.Galler Stadtpolizist Thomas Christen ist auf der Insel Sardinien zum Lebensretter geworden. 

Martin Oswald
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Thomas Christen und der Fels, bei dem er einen Mann vor dem Ertrinken rettete. (Bild: Zvg)

Thomas Christen und der Fels, bei dem er einen Mann vor dem Ertrinken rettete. (Bild: Zvg)

«Ich schwimme jeden Tag am Strand von Costa Rei meine Runden», erzählt Thomas Christen. Der St.Galler Stadtpolizist, der sich auf Social Media mit der Bevölkerung austauscht, weilt in diesen Tagen mit seiner Frau in den Ferien auf Sardinien.

Plötzlich habe er Kinder im Wasser in der Nähe eines Felsen «Aiuto» rufen gehört. Er sei dann sofort zu ihnen geschwommen. «Ich sah in ihren Augen, dass die Situation ernst ist.». Christen kletterte auf den Felsen und entdeckte dahinter einen Mann im Wasser treiben; Kopf unter Wasser. Zwar sei seine Ausbildung zum Rettungsschwimmer schon 17 Jahre her, aber Christen zieht den Mann blitzschnell aus dem Wasser.

«Da musst du einfach reagieren – egal, ob du Polizist bist, oder nicht.»

Dann kam ein Bademeister mit einem Surfbrett zu Hilfe und sie konnten den Mann gemeinsam auf das Brett legen, wo dieser sich sofort übergeben habe. «Zum Glück, er lebt», schoss es Polizist Christen durch den Kopf. Zurück am Strand kamen weitere Rettungsschwimmer zu Hilfe. «Ich kann nicht besonders gut italienisch», erzählt Christen weiter. Seine Frau sei dazugekommen und habe übersetzt.

Der Gerettete wurde auf einen Liegestuhl gelegt und erholte sich rasch. Erst als sein Bruder dazukam, lichtete sich der Fall. Es handelte sich um einen Strandverkäufer. «Wir können alle nicht schwimmen», sagte sein Bruder. Offenbar paddelte er trotzdem mit einer Luftmatratze ins Meer hinaus, wo er in Not geriet und nur dank einiger aufmerksamer Kinder und der raschen Hilfe von Polizist Thomas Christen gerettet werden konnte.

«Er und sein Bruder bedankten sich immer wieder bei mir und dem Bademeister.» Eine Stunde später hätten die beiden Strandverkäufer ihre Waren wieder den Touristen feil geboten.