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Kommentar

St.Galler Hundegesetz: Ein vernünftiger Kompromiss – doch der schweizweite Wildwuchs an Regelungen ist ärgerlich

Das St.Galler Kantonsparlament hat sich beim Hundegesetz zu einem Kompromiss durchgerungen. Das ist vernünftig - doch das Problem des schweizweiten Regel-Wirrwarrs bleibt bestehen.
Adrian Vögele
Adrian Vögele, Redaktor Ostschweiz (Bild: Ralph Ribi)

Adrian Vögele, Redaktor Ostschweiz (Bild: Ralph Ribi)

Die meisten Hunde verhalten sich unproblematisch – weil die meisten Halterinnen und Halter ihre Aufgabe ernst nehmen. Regeln braucht es trotzdem. Erst recht, da die Zahl der Hunde und der Menschen im öffentlichen Raum stetig zunimmt und damit auch das Potenzial für Konflikte steigt. Darum ist es höchste Zeit, dass der Kanton St.Gallen sein über 30-jähriges Hundegesetz anpasst. Das Parlament hat sich am Mittwoch zu einem vernünftigen Kompromiss durchgerungen – allerdings nur mit Müh’ und Not.

Am meisten gestritten wurde um das Geld. Die Gemeinden dürfen verständlicherweise die heikelsten Aspekte des Hundewesens an den Kanton abgeben, etwa die Abklärung von Beissvorfällen und den Umgang mit sogenannten Problemhunden. Dass den meisten Gemeinden hierfür die Fachleute fehlen, bestritt im Rat niemand. Dass der Kanton aber für diese Aufgaben einen Anteil der Hundesteuer erhalten soll, kam bei Mitte-Rechts schlecht an. Natürlich wäre es passend, wenn der Kanton seine Kosten direkt den fehlbaren Hundebesitzern belasten könnte. Leider zeigt sich in der Praxis, dass diese Rechnung nicht aufgeht und die öffentliche Hand den grösseren Teil oft selber zahlen muss. Darum ist der kantonale Steueranteil gerechtfertigt.

Unbefriedigend ist der Wildwuchs an Regelungen von Kanton zu Kanton. So ist in St.Gallen die Ausbildung der Hundehalter freiwillig. Im Kanton Zürich hingegen hat sich das Stimmvolk vor kurzem dafür ausgesprochen, am Kursobligatorium für Besitzer grosser Hunde festzuhalten. Sinnvoll wäre eine Bundesregelung, wie sie vor drei Jahren diskutiert wurde: Wer zum ersten Mal einen Hund hält, soll einen Kurs absolvieren müssen. Das ist zwar kein Wundermittel gegen Konflikte. Aber es könnte dem Wohl von Mensch und Tier dennoch nur nützen.

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