Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Auch St.Galler Kinder werden im kritisierten Zürcher Spital operiert – die Kantonsärztin sieht «keinen Anlass zu Beanstandungen»

Das Zürcher Kinderspital steht wegen seiner Sterblichkeitsrate in der Kritik. Der Kanton St.Gallen hat ihm einen Leistungsauftrag für Herzeingriffe erteilt. Am Ostschweizer Kinderspital werden diese nicht durchgeführt.
Katharina Brenner
Zu den Leistungsaufträgen des Ostschweizer Kinderspitals gehören Neugeborenen-Intensivpflege, Onkologie und Polytrauma. (Bild: Urs Bucher)

Zu den Leistungsaufträgen des Ostschweizer Kinderspitals gehören Neugeborenen-Intensivpflege, Onkologie und Polytrauma. (Bild: Urs Bucher)

«Die aktuellen Berichte machen betroffen», sagt Guido Bucher, Direktor Stiftung Ostschweizer Kinderspital. Er meint jene über das Zürcher Kinderspital. Eine wissenschaftliche Studie zeigt, dass die Sterblichkeit gewisser Patienten dort doppelt so hoch ist wie andernorts. Gemäss Insidern beeinflussen massive Konflikte im Kinderherzzentrum die Qualität.

Das Ostschweizer Kinderspital arbeite bei Herzerkrankungen eng mit dem Kinderspital Zürich zusammen, so Bucher. Es hat selbst keinen Leistungsauftrag für Herzeingriffe. Einen solchen hat der Kanton St.Gallen dem Zürcher Kinderspital erteilt. Bucher sagt:

«Unser Kardiologe im Haus führt das ganze diagnostische Verfahren durch.»

Operiert wird in Zürich. Auch das Hypoplastische Linksherzsyndrom. Kinder, die mit diesem schweren Herzfehler zur Welt kommen, müssen drei Mal operiert werden. Wie viele überleben, ist einer der Indikatoren dafür, wie gut ein Kinderherzzentrum ist.

Von 57 Kindern haben 39 Prozent nicht überlebt

Das Kinderspital Zürich hat eine Studie veröffentlicht mit Zahlen aus den Jahren 2001 bis 2014. Von den 57 in der Studie erfassten Kindern starben 39 Prozent. Das Kinderherzzentrum im deutschen Giessen führte eine Studie mit Zahlen von 1998 bis 2013 durch. Dort starben 15 Prozent der Kinder. Das Kinderspital im holländischen Utrecht weist zwischen 2004 und 2010 eine Todesrate von 19 Prozent aus.

Felix Sennhauser, Verwaltungsratspräsident der St.Galler Spitalverbunde, war während 20 Jahren Direktor der medizinischen Klinik und Ärztlicher Direktor am Kinderspital Zürich. Also zu der Zeit, als die Zahlen für die Studie gesammelt wurden. 2018 trat er zurück. Er wollte am Dienstag keine Stellung nehmen zu den Berichten über das Kinderspital Zürich.

Ostschweizer Kinderspital will «genau hinsehen»

Guido Bucher sagt:

«Wir müssen noch in die Tiefe gehen, was das für die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten bedeutet.»

Man müsse dabei genau hinsehen, denn die Interpretation von Studien sei «fachlich sehr anspruchsvoll». Und in der Herzchirurgie würden grosse Teams zusammenarbeiten.

Danuta Reinholz, St.Galler Kantonsärztin (Bild: pd)

Danuta Reinholz, St.Galler Kantonsärztin (Bild: pd)

Über den Leistungsauftrag für das Zürcher Kinderspital entscheidet die St.Galler Regierung. Kantonsärztin Danuta Reinholz sagt zu einer allfälligen Übertragung des Leistungsauftrags an ein anderes Spital: «Darüber heute zu spekulieren, wäre unprofessionell.» Das Hypoplastische Linksherzsyndrom wird in Zürich, Bern und Genf operiert. Gemäss Reinholz führt Zürich die meisten Eingriffe durch. Die aktuellen Mortalitätszahlen der Zentren Bern und Genf seien nicht veröffentlicht.

Kantonsärztin mit Leistungen zufrieden

Die zitierte Studie müsse «genau analysiert und die Situation genau beobachtet werden», so Reinholz. Beim Vergleich mit ausländischen Zentren sei «Vorsicht geboten», da die Gruppen von behandelten Patientinnen und Patienten je nach Spezialisierung des Zentrums «sehr unterschiedlich» sein könnten.

Das Kinderspital Zürich sei «der präferierte und langjährige Partner» des Kantons St.Gallens und des Ostschweizer Kinderspitals im Bereich der Kinderherzchirurgie.

«Die Sicherstellung der Qualität der erbrachten Leistungen gab bisher keinen Anlass zu Beanstandungen.»

Lesen Sie auch:

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.