Damals: Als Martin Sailer seine Hundespiele bei Aeschbacher präsentierte

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Mit Hingabe und Köpfchen am Werk: Martin Sailer aus dem Obertoggenburg demonstriert ein Spiel für Hunde. (Bild: PD)

Mit Hingabe und Köpfchen am Werk: Martin Sailer aus dem Obertoggenburg demonstriert ein Spiel für Hunde. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

19. März: Obertoggenburg. Dass die Holzpreise teilweise im Sinken begriffen sind, bewies eine letzthin abgehaltene Gant aus den Kreisalpen Krummenau-Nesslau, wo das Langholz 40 bis 50 Prozent unter dem Höchstpreis vom letzten Herbst ersteigert wurde. Das Brennholz dagegen ist immer noch begehrt und im Preise hoch.

19. März. Bodensee-Toggenburgbahn. Die Generaldirektion der Bundesbahnen hat der Bodensee-Toggenburgbahn bei Beantwortung einiger Fragen in Bezug der Elektrifikation ihrer Linien mitgeteilt, dass sie bereit sei, der Bodensee-Toggenburgbahn für den Fall ihrer sofortigen Elektrifizierung unter gewissen Bedingungen zu gestatten, die Bundesbahnstrecke Wattwil-Ebnat zu elektrifizieren und auf den Gemeinschaftsbahnhöfen St.Gallen, Lichtensteig, Wattwil und Ebnat eine Anzahl Bundesbahngeleise für den elektrischen Betrieb auszurüsten.

Vor 50 Jahren

14. März: Wattwil. Seit 1936 nicht mehr aus dem Leben unser Toggenburger Bäuerinnen wegzudenken. 610 Bäuerinnen hatten sich zur Tagung angemeldet, und erfahrungsgemäss sind es jeweils noch etwas mehr, die sich einfinden. Der Saal war frühlingshaft dekoriert; Sonntags- und Werktagstrachten belebten die vollbesetzten Stuhlreihen. Als Präsident der Bauernpolitischen Vereinigung hiess Gemeindammann Hans Brunner, St.Peterzell die Landfrauen willkommen. Bei dieser Gelegenheit erwähnte er, dass die Wattwiler Tagung als eine der imposantesten im ganzen Kanton gilt. Als Tagesreferentin konnte Fräulein Dr. Seiler aus St.Gallen gewonnen werden. Das Thema «Heutige Jugend und wir» wusste sie sehr interessant und lebendig anzupacken. Fräulein Dr. Seiler betonte auch, dass die Welt, in die die heutige Generation hineinwächst, einen keine Ruhe lässt – und Nachrichten, Mitteilungen, Zerstreuungsangebote eröffnen hier andere Perspektiven als früher. Ein träfes Beispiel des Unterschiedes konnte die Referentin mit dem «Hansli» darlegen, der früher sein Quartier, das Nachbardorf, Wiesen und Wälder der Umgebung sowie Haustiere und solche auf freier Wildbahn kannte, und heute? Er kennt bereits fremde Städte und Länder, die Autos und die Autobahnen, aber nicht mehr das Leben in der Umgebung. Nachdem das spendierte Schinkenbrot mit grossem Appetit verzehrt worden war, freute man sich an den folkloristischen Darbietungen der Bäuerinnenvereinigung Ganterschwil.

17. März: Bazenheid. Kein Kirchen-Neubau. Noch nie erschienen die aufgerufenen Bürger so zahlreich zu einer Versammlung. Grund zu dieser Versammlung bot eine allgemeine Unzufriedenheit mit dem Projekt für eine neue Kirche. Es wurde auf beiden Seiten heftig argumentiert und die örtliche Zeitung konnte zeitweise viele Einsendungen und Meinungsäusserungen kaum plazieren. Nebst dem Vorwurf, dass die neue Kirche nicht ins Dorfbild passen würde, gaben auch die Kostenberechnungen zu berechtigter Kritik Anlass. Der seinerzeit beschlossene Kredit für die neue projektierte Kirche wurde von den Stimmbürgern annulliert und ein neuer Kredit für die Kostenberechnung einer Renovation gutgeheissen.

Vor 20 Jahren

15. März: Bütschwil. Der Zusammenschluss der Raiffeisenbank Bütschwil-Ganterschwil ist Tatsache. Fast 600 Genossenschafter liessen es sich nicht nehmen an der ordentlichen Generalversammlung teilzunehmen. Einstimmig beschlossen sie den Zusammenschluss ihrer Raiffeisenbank Bütschwil mit der Ganterschwiler Bank.

19. März: Wattwil. Baumbestand sukzessive verjüngen. Fünf Bäume werden in diesem Jahr am Thurweg gefällt. Dies nach einem schon viele Jahre alten Gemeinderatsbeschluss, wonach die Baumallee sukzessive erneuert werden soll. Alle Bäume am Thurweg wurden vor 85 Jahren im Zusammenhang mit der Thurkorrektion gesetzt. Sie sind also nun schon viele Jahre alt und teilweise morsch.

Vor 10 Jahren

14. März: Unterwasser. Martin Sailer aus Unterwasser ist zu Gast bei Aeschbacher auf SF 1. Allerdings nicht mit dem Kleintheater Zeltainer, mit welchem man ihn in erster Linie in Verbindung bringt, sondern mit intelligenten Hundespielen. Kennengelernt hat Martin Sailer den TV-Mann in der Jury der Appenzeller Kabaretttage, wo sie beide letztes Jahr zusammen mit anderen Experten Einsatz hatten. Er müsse unbedingt einmal zu ihm in die Sendung kommen, habe Kurt Aeschbacher ihm gesagt. Daraufhin wurde er von einem Redaktor des Schweizer Fernsehens «angerufen, ausgehorcht und ewig lang befragt» – und dann nach Zürich eingeladen. Dort durfte er eine Auswahl seiner intelligenten Hundespiele vorzeigen. Interessiert waren die TV-Macher von allem an seinen Spielkreationen aus Haushaltsgegenständen.