Expansion
Ideale Ergänzung des Portfolios: Das verspricht sich die IST AG mit dem Kauf der Infrasolid in Dresden

Die IST AG produziert in Ebnat-Kappel Sensoren, die in verschiedenen Messgeräten Anwendung finden. Nun hat sie mit der Infrasolid in Dresden ein Start-up zur IST-Gruppe gebracht, das Infrarotstrahler unter anderem für Messgeräte entwickelt und herstellt.

Sabine Camedda
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Auch nach dem Kauf durch die IST AG bleibt die Produktion bei der Infrasolid in Dresden.

Auch nach dem Kauf durch die IST AG bleibt die Produktion bei der Infrasolid in Dresden.

Bild: PD

Knapp 700 Kilometer liegen zwischen Ebnat-Kappel und Dresden. Doch die Toggenburger Ortschaft und die Stadt in der ehemaligen DDR haben seit einigen Wochen eine Verbindung. Die in Ebnat-Kappel beheimatete Innovative Sensor Technology IST AG hat die Führung des Dresdner Start-ups Infrasolid übernommen.

CEO Jörn Lützen sieht diesen Schritt als eine Win-win-Situation. Die IST konnte sich vergrössern und ihr Portfolio mit einer neuen Produktsparte verbreitern, die Infrasolid bekommt durch die Zusammenarbeit einen grösseren Marktauftritt.

Produktpalette mit optischen Strahlern ergänzt

Am Firmensitz ist noch wenig von dieser Übernahme zu sehen. Einzig in den Vitrinen sind neben den Sensoren der IST AG einige Sensoren der neuen Tochterfirma ausgestellt. Gemeinsam ist den beiden Produkten, dass sie als Komponenten in Messgeräte eingebaut werden und dass es sie in unterschiedlichen Grössen gibt.

Die Sensoren der Infrasolid arbeiten mit Infrarot.

Die Sensoren der Infrasolid arbeiten mit Infrarot.

Bild: PD

«Unsere Sensoren reagieren auf Temperatur, Feuchte, Strömung und Leitfähigkeit», erklärt CEO Jörn Lützen. Die in Dresden entwickelten Infrarotstrahler funktionieren optisch. Das heisst, sie senden Infrarotspektren aus. Eingesetzt werden sie in verschiedenen Bereichen wie in der Analyse von Gasen und Abwasser. In der Entwicklung befinden sich Anwendungen unter anderem in Smarthome-Produkten und bei Alkoholtestern im Auto.

«Uns verbindet ausserdem, dass mit unseren Produkten allein noch nichts gemacht werden kann. Sie sind Komponenten in Systemen und müssen in diese integriert werden», erklärt Jörn Lützen.

Infrasolid-Produktion bleibt in Dresden

Jörn Lützen, CEO der Innovative Sensor Technology IST AG.

Jörn Lützen, CEO der Innovative Sensor Technology IST AG.

Bild: PD

Die Infrasolid ist 2017 als Start-up an der Technischen Universität Dresden gegründet worden. Die Unternehmensführung sei auf der Suche nach neuen Investoren gewesen, sagt Jörn Lützen. Die IST ihrerseits habe nach einem Partner gesucht, um ihr Produktportfolio weiterzuentwickeln. Jörn Lützen findet, dass die Kombination perfekt passt:

«Sie haben eine grosse Kompetenz und ein hohes Qualitätsbewusstsein bei der Herstellung der Infrarotstrahler. Die Prozesse sind unseren ähnlich wie auch die Bauformen ihrer Produkte.»

14 Personen sind in Dresden für die Infrasolid tätig, hinzu kommen externe Dienstleister bei der Herstellung.

Die Geschäftsleitung der Infrasolid: (von links) Tobias Ott, R&D Manager, Marco Schossig und Benjamin Buchbach, beide Geschäftsführer.

Die Geschäftsleitung der Infrasolid: (von links) Tobias Ott, R&D Manager, Marco Schossig und Benjamin Buchbach, beide Geschäftsführer.

Bild: PD

«Es ist geplant, dass die Infrasolid in Dresden bleibt», sagt Jörn Lützen. Die Räumlichkeiten im Umfeld der Universität passen und die Mitarbeiter haben sich das entsprechende Know-how angeeignet. Es könne aber durchaus sein, dass einige Prozesse externer Dienstleister mit der Zeit nach Ebnat-Kappel transferiert werden.

Die Leitung der Firma bleibt in den bewährten Händen. Gemäss der Philosophie ihres Mutterhauses Endress+Hauser setze auch die IST auf eigenverantwortliches Handeln bei der Tochterfirma, sagt Jörn Lützen.

Eng wird die Zusammenarbeit bei der Vermarktung. Die Sales-Abteilung der IST, die auf der ganzen Welt tätig ist, bietet nun auch die optischen Strahler an. Dazu Jörn Lützen:

«Wir können so neue Firmen als Kunden gewinnen, die wir bisher mit unseren Produkten nicht bedienen konnten. Und die Infrasolid kann so auf dem Markt auftreten, wie sie es als Start-up bisher nicht konnte.»