Freizeitangebot
«Das Schwimmbad Wattwil war und ist ein Service public»: Gemeinde reagiert auf SP-Kritik

Die SP Wattwil kritisierte die gestiegenen Eintrittspreise der Badi. Nun nimmt der Gemeinderat Stellung: Die Eintrittspreise seien gezielt abgestimmt und spiegelten die komplett neue Infrastruktur wider.

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Das Schwimmbad Wattwil zwei Tage vor der Neueröffnung am 3. Juni 2022.

Das Schwimmbad Wattwil zwei Tage vor der Neueröffnung am 3. Juni 2022.

Bild: Beat Lanzendorfer

Mit einer Medienmitteilung reagiert die Gemeinde auf Kritik der SP Wattwil. Diese hatte moniert, dass die Eintritts- beziehungsweise Abopreise nach dem Umbau des Schwimmbads unverhältnismässig erhöht wurden. Die Badi Wattwil sei weiterhin zu moderaten Eintrittspreisen für alle zugänglich, antwortet nun die Gemeinde.

Auf den Saisonstart habe der Gemeinderat einen leicht angepassten Tarif einstimmig genehmigt. «Mit Ausnahme einer punktuellen Anpassung in einer Einzelkategorie galt das Tarifsystem unverändert seit der Übertragung der Infrastruktur an die Gemeinde im Jahre 2004», hält die Gemeinde fest.

Eintrittspreise in Bandbreite mit Anlagen in der Umgebung

Damit nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden, habe der Gemeinderat die Preise mit Schwimmbädern in der Umgebung abgestimmt. Die Wattwiler Eintrittspreise lägen in einer Bandbreite mit Anlagen, die ähnliche Ausrüstungsmerkmale aufweisen. So koste etwa ein Einzeleintritt bis 16 Jahre gleich viel wie in Ebnat-Kappel, für Kinder bis sechs Jahre sei der Eintritt kostenlos. Wattwil biete Lehrlingen und Studierenden vergünstigte Einzeleintritte und Abonnements an. Die Gemeinde schreibt:

«Zudem werden ab 17 Uhr vergünstigte Abendeintritte angeboten.»

Saisonabonnements für Familien seien mit 220 Franken gleich teuer wie in Ebnat-Kappel. In der Region Toggenburg müssten nicht alle öffentlichen Anlagen identisch positioniert sein, sondern in der Summe alle Bedürfnisse abdecken. Dazu leiste die Badi Wattwil als Anziehungspunkt und Begegnungsort einen wichtigen Beitrag.

Ausstattung und Energieversorgung als Faktoren

Weiter begründet die Gemeinde die nach der Sanierung gestiegenen Preise auch mit der Nachhaltigkeit und Betriebssicherheit: Das Schwimmbad werde über den Wärmeverbund mit Holz aus der Region temperiert. Anders als in anderen Schwimmbädern sei mit dieser Lösung bewusst auf den Einsatz von bisher billigem Gas verzichtet worden. Der Betrieb sei so auch unter den aktuellen energiepolitischen Gegebenheiten gewährleistet.

Die Gemeinde betont in ihrem Schreiben die Ausstattung mit Chromstahlbecken, dem neuen Bistro und diversen weiteren Verbesserungen. Damit nimmt sie indirekt Bezug auf die Kritik der SP, die die Eintrittspreise mit denen des Lichtensteiger Schwimmbads verglichen hatte, nicht beispielsweise mit der Badi in Ebnat-Kappel.

Kein gewinnorientierter Betrieb des Schwimmbads angestrebt

Die SP hatte ebenfalls kritisiert, dass eine Badi keinen Gewinn schreiben müsse, sondern Teil des Service public sei. «Das Schwimmbad Wattwil war und ist ein Service public», antwortet nun die Gemeinde. Von einer kostendeckenden Rechnung oder gar von einem gewinnorientierten Betrieb sei man weit entfernt. Viel mehr sei die Badi durch die Allgemeinheit über Steuergelder und moderate Beiträgen der Nutzerinnen und Nutzer getragen. Die Gemeinde Wattwil nennt dies einen «gezielten Service public». (pd/ser)