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«Touristenmassen wie in Venedig» - Die Diskussion zum Besucheransturm im Alpstein

Zu viele Touristen, zu wenig Platz und zu wenig Geld für Investitionen sind der Grund, warum das Ehepaar Nicole und Bernhard Knechtle die Pacht des «Aeschers» im Alpstein auf Ende Saison gekündigt hat. Auch am Tag danach sorgt die Aufgabe des Bergrestaurants auf den sozialen Medien für Gesprächsstoff.
Rossella Blattmann

Die Pächter des «Aeschers» gehen. Nach vier Jahren haben Nicole und Bernhard Knechtle genug. Damit geht die «Ära Knechtle» nach 31 Jahren zu Ende. Nachdem es das Bergrestaurant 2015 auf das Cover des «National Geographic» geschafft hatte, wurde der «Aescher» auch bei internationalen Touristen zu einem der beliebtesten Fotosujets.

Ein Facebook-Post des amerikanischen Schauspielers Ashton Kutcher löste 2014, im selben Jahr, als das Pächterpaar die Bergbeiz von Bernhard Knechtles Eltern übernahm, einen enormen Besucheransturm aus. Auf dem Facebook-Account des «Tagblatts» wird rege diskutiert: Ist der Besucheransturm im Alpstein mehr Segen oder Fluch?

Touristenansturm eine «Katastrophe»

Ein grosser Teil der Nutzer ärgert sich über die zahlreichen Touristen und zeigt Verständnis für das Pächterpaar. Userin Christa-Maria Ledergeberber hat eine geteilte Meinung zum Besucheransturm im Alpstein. «Die Besucher sind Segen und Fluch zugleich. Tendenz Richtung Fluch, leider.»

Deutlichere Worte zum Touristenboom findet hingegen User Urs Harder: «Es schadet ganz sicher, ist ja eine Katastrophe, wie es im Alpstein zu und her geht.» Nur von Montag bis Donnerstag sei es einigermassen möglich, die Bergwelt im Alpstein zu geniessen. «Die Route vom Hohen Kasten über die Stauberen bis zum Fälensee werden sie vermutlich bald teeren, damit man auch mit Halb-und Turnschuhen wandern gehen kann», befürchtet Harder. «Den Bahnbetrieb an gewissen Tagen einstellen, und es herrscht wieder Ruhe im Alpstein.»

Touristenmassen wie in Rom oder Venedig

Massentourismus: Ein Graus, sind sich viele Facebook-User einig. «An vielen Orten auf der Welt ist der Tourismus zunehmend ein Fluch. Nehmt mal Venedig. Grauenvoll. Die Riesenschiffe dampfen mit Gestank mitten in die Stadt und spucken Herden (oder besser Horden) von Touristen aus», sagt Alfred Widmer. «Oder Rom! Da prügelt man sich schon um ein Selfie vor dem Brunnen.»

Dennoch wird auch Kritik am Wirtepaar laut. «Die waren einfach zu faul, um zu wirten», meint etwa David Monteiro. Die Pächter hätten letztes Jahr aus reiner Faulheit die Übernachtungen gestrichen. Zudem kritisiert Monteiro die Gebühr von 2 Franken, die das Pächterpaar pro Besteck verlangte: «Schon ein wenig kontraproduktiv.» Dagegen kontert Ursula Wild: «Nein, das mit dem Besteck finde ich in Ordnung. Wasser zum Abwaschen kommt auch nicht vom Himmel.»

Bedauern ist gross

Trotz des Ärgers ist das Bedauern über die Kündigung von Nicole und Bernhard Knechtle gross. «Ich wünsche der Familie Knechtle alles Gute für die Zukunft und möchte mich bedanken für viele gemütliche Stunden, welche ich jeweils mit lieben, fröhlichen, spassigen Menschen dort oben verbringen durfte», schreibt Nutzerin Nelly Ammann. Die Geselligkeit mit der Wirtefamilie Knechtle, den Kindern und dem Personal sei unvergesslich gewesen.

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