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Vereinsverantwortlicher über mutmassliches Missbrauchsopfer: «Für uns wirkt das Mädchen glaubwürdig»

Nachdem das 17-jährige mutmassliche Missbrauchsopfer eines Kunstturntrainers am Regionalen Leistungszentrum Ostschweiz (RLZO) dieser Zeitung ihr Leiden und ihre Version geschildert hat, reagiert der Trägerverein des Zentrums.
Odilia Hiller
Am Freitag hat das mutmassliche Missbrauchsopfer eines Trainers am Regionalen Leistungszentrum Ostschweiz (RLZO) auf eigenen Wunsch das Gespräch mit ihren Kunstturnkolleginnen sowie deren Eltern gesucht. (Bild: Michel Canonica)

Am Freitag hat das mutmassliche Missbrauchsopfer eines Trainers am Regionalen Leistungszentrum Ostschweiz (RLZO) auf eigenen Wunsch das Gespräch mit ihren Kunstturnkolleginnen sowie deren Eltern gesucht. (Bild: Michel Canonica)

Sven Bradke, Sprecher des Vorstands des Trägervereins des Leistungszentrums bestätigt, dass das mutmassliche Opfer des verhafteten Trainers am Regionalen Leistungszentrum Ostschweiz (RLZO) am Freitag in der Trainingshalle in Wil vor Wiederaufnahme des Trainings auf eigenen Wunsch vor die Eltern der Turnerinnen und Turner getreten sei. «Sie war flankiert von ihren Eltern, und das war so abgesprochen», sagt Bradke. Zuvor habe man klare Spielregeln definiert.

Bradke bestätigt auch Aussagen der 17-Jährigen im «Tagblatt», dass es ihr gegenüber kritische Reaktionen seitens der Eltern gegeben habe. Er sei aber auch Zeuge gewesen, wie jemand die Betroffene umarmt und ihr jede Unterstützung zugesichert habe. Der Sprecher:

«Es ist nicht so, dass niemand ihr glaubt.»

Glaubt der Vorstand ihr? «Das Mädchen wirkt für uns glaubwürdig. Für den Trainer gilt die Unschuldsvermutung. Wir müssen auch ihn schützen.»

Erstaunt, Details aus den Medien zu erfahren

Details zum Inhalt ihrer Anzeige habe das Mädchen keine preisgegeben, weshalb man nun erstaunt sei, in den Medien darüber zu lesen. Man habe eigentlich mit den Eltern besprochen, dass sie nicht mit den Medien redeten. Selbstverständlich stehe es ihnen frei, dies trotzdem zu tun. Dass die an den Trainer gerichteten Vorwürfe nicht ganz harmlos sein konnten, darüber sei man sich angesichts der angeordneten Untersuchungshaft im Klaren gewesen.

Die rund zehn Mädchen, die in der Spitzengruppe trainieren, wo auch die betroffene Turnerin trainiert, wurden bisher von zwei Trainerinnen und dem inhaftierten Trainer trainiert. Bei einer von beiden handelt es sich um die Ehefrau des Trainers. Sie sei nun krankgeschrieben, sagt Bradke. Alle drei Trainer sind ungarische Staatsangehörige.

«Wir wollen trainieren»

Auf die Frage, wie der Verein in Sachen Betreuung der über die Vorgänge zwangsläufig erschütterten Kinder nun weiterfahre, sagt Bradke im Namen des Vereins: «Wir wollen trainieren. Das ist unser vorrangiges Ziel. Wir sind aber auch dabei, weitere psychologische Unterstützung zu organisieren.» Der Zusammenkunft mit den Eltern habe auch ein ausgebildeter Sozialarbeiter mit psychologischer Zusatzausbildung beigewohnt. Über das weitere Vorgehen berate der Vorstand täglich.

Für alles andere werde man den Gang der polizeilichen Ermittlungen abwarten und alles daran setzen, den Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten.

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