Frisch diplomierte Pflegefachkräfte sollen auf leise Klänge hören

25 Diplome an neue Pflegefachkräfte HF konnten an einer Feier am Berufs- und Weiterbildungszentrum Sarganserland BZSL überreicht werden. Die Gesundheitswelt wartet auf Menschen mit Herz und Verstand.

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Sieben Absolventinnen und Absolventen aus der Region Werdenberg durften das Diplom entgegennehmen. (Bild: PD)

Sieben Absolventinnen und Absolventen aus der Region Werdenberg durften das Diplom entgegennehmen. (Bild: PD)

(pd) Vier Herren und 21 Damen absolvierten an der Höheren Fachschule Pflege am BZSL ihr Studium zum diplomierten Pflegefachmann, zur diplomierten Pflegefachfrau HF. An der Schule in Sargans wurde der Abschluss und Aufbruch mit vielen Gästen gefeiert. Werni Wildhaber, Abteilungsleiter Gesundheit am BZSL betonte in seinem Grusswort, dass in der Gesundheitswelt immer noch der Mensch aus Fleisch und Blut an erster Stelle stehe. Kein IT werde die Pflegefachfrau oder den Pflegefachmann ersetzen und die Arbeit machen. Kein Laptop werde die Patienten satt machen und das Essen eingeben. Auch kein Tablet werde einen Patienten in einer Krise betreuen und auch kein Smartphone werde vor Ort gegen Durchfall und Verstopfung eingesetzt.

Gefühl für Mut und Verantwortung gestärkt

Werni Wildhaber gab der Überzeugung Ausdruck, dass die 25 jungen Menschen nun das Handwerkszeug für eine gute, umfassende Pflege haben und ihnen auch das Gefühl für Mut und Verantwortung gestärkt wurde. Er hoffe, dass die neuen Pflegefachleute im direkten Kontakt von Mensch zu Mensch inspiriert wurden – zum Denken, zum Nachdenken, zum Weiterdenken. Im Hinblick auf die digitale Welt meinte Werni Wildhaber: «Denken sie daran, dass nur bereits gute Pflege mit den geeigneten Hilfsmitteln der IT unterstützt werden kann. Bleiben sie dafür offen und kritisch.»

Vom Glöckchen zur Glocke

Die Diplomrede hielt Ursina Schmid, Berufsschullehrerin an der HF Pflege. Als Mutter und Hausfrau bediente sie sich für ihre Ansprache im Bücherregal ihrer Kinder. Sie liess Bilder aus «Schellenursli» von Alois Carigiet sprechen. Die Studierenden waren zum Eintritt an die HF Pflege mit einem kleinen Glöckchen losgezogen. Jeder sei mit seinem Glöckchen und seinem eigenen Klang gestartet.

Die Glöckchen waren am ersten Schultag noch etwas leise, scheu und beobachtend. Schon bald aber füllte ein jeder den Raum um sich mit seinem Klang. Die Klänge, welche sie gehört habe, so Ursina Schmid, waren präsent, strahlend, heiter, jubelnd, fröhlich und plätschernd, manchmal aber auch zurückhaltend und nachdenklich. In der beruflichen Tätigkeit würden die Pflegefachpersonen immer wieder auf die unterschiedlichsten Klänge stossen. Oftmals seien dies Klänge des Leidens, der Trauer, der Hoffnungslosigkeit, der Angst und Klänge des Schmerzes.

Ursina Schmid gab mit auf den Weg, diesen Klängen mit Achtsamkeit und Ernsthaftigkeit zu begegnen. Klänge können verbinden, gemeinsame Klänge erleichtern. Für die Zukunft der neu Diplomierten gab die Festrednerin mit auf den Weg, dem Klang der Welt zuzuhören, neue Klänge zu entdecken. Das Diplom in der Hand könne stolz nach Hause getragen werden. So wie sinngemäss der Schellen Ursli seine riesige «Plumpa» nach Hause trägt. Mit einem grossen «Geschäll» wurde der neue Lebensabschnitt eingeläutet. Franz Anrig, Rektor des BZSL übergab die lang erwarteten Diplome.

Die Absolventen aus dem Werdenberg

Lukas Näf, Weite; Marissa Tinner, Sax; Stefan Stalder, Sevelen; Melanie Hanselmann, Buchs; Jasmin Benz, Buchs; Anina Bachmann, Buchs; Michaela Eggenberger, Grabs