Der RC Oberriet-Grabs muss seine Aufstiegs-Vision um ein Jahr verschieben

In diesem Jahr wollte der RC Oberriet-Grabs in die höchste Schweizer Liga aufsteigen. Doch nun findet die Meisterschaft nicht statt.

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RCOG-Kämpfer Janis Steiger (blau) im Kampf mit Thomas Epp während der Aufstiegsbegegnungen 2019 gegen Schattdorf.

RCOG-Kämpfer Janis Steiger (blau) im Kampf mit Thomas Epp während der Aufstiegsbegegnungen 2019 gegen Schattdorf.

Bild: PD

(mz) Sämtliche Vereine haben am letzten Freitag an einer dreistündigen Videokonferenz, welche vom Ringerverband organisiert wurde, teilgenommen. Der Ringerverband hat den Vereinen vor Wochen ein Schutzkonzept zugestellt, welches zur Durchführung der Mannschaftsmeisterschaft umgesetzt werden muss.

Verschiedene Vereine haben sich daraufhin beim Verband gemeldet, da für sie die Umsetzung aufgrund der vorhandenen Infrastruktur (Sporthalle) nicht möglich erscheint. Da in den drei Ligen (1. Liga, Challenge League, Premium League) verschiedene Modi angewendet werden, sind die Anforderungen des Schutzkonzeptes auch für jede Liga unterschiedlich.

Nur Premium League wird stattfinden

Die Wettkämpfe in der 1. Liga, in welcher die zweite Mannschaft des RC Oberriet-Grabs kämpft, finden immer mit fünf bis sechs Mannschaften zusammen statt. Eine Durchführung mit so vielen Mannschaften an einem Wettkampftag ist unter Einhaltung der Vorgaben im Schutzkonzept nicht möglich. Kommt hinzu, dass sich bereits vor der ausserordentlichen Versammlung Vereine gemeldet haben und informierten, dass sie in dieser Saison nicht starten werden. Somit war ziemlich schnell klar: Die 1. Liga wird komplett ins Wasser fallen.

Dasselbe Szenario in der zweithöchsten Schweizer Liga, der Challenge League, in welcher die erste Mannschaft des RC Oberriet-Grabs kämpft. Sieben von acht Vereinen haben sich gegen einen Meisterschaftsstart ausgesprochen.

In der Premium League waren sich die Vereine nicht so einig. Die RR Schattdorf und die RR Hergiswil haben schnell mitgeteilt, dass sie in diesem Herbst nicht an der Mannschaftsmeisterschaft starten werden. Die restlichen Vereine sehen sich in der Lage, das vom Verband erlassene Schutzkonzept umzusetzen. Somit findet die Premium League mit nur vier Mannschaften (RC Willisau, RS Freiamt, RS Kriessern und RR Einsiedeln) statt. Der Start ist auf Anfang September geplant. Es wird ein Meister gekürt werden, einen Absteiger wird es aber keinen geben.

Keinen unnötigen Risiken aussetzen

Den Verantwortlichen des RCOG blutet das Ringerherz. Aber auch für sie war klar, dass in der aktuellen Situation ein Start zur Mannschaftsmeisterschaft nicht möglich sei. Die Gesundheit der Ringer, Funktionären und der Gesellschaft hat oberste Priorität.

Bei einer allfälligen Quarantäne der Sportler hätte dies negative Auswirkungen auf die Sportler, deren Umfeld und die Arbeitgeber. Und gerade die Arbeitgeber sind während des ganzen Jahres immer sehr positiv gegenüber dem Ringsport eingestellt. Sei es als Sponsor des RCOG, oder wenn es darum geht, zusätzliche Absenzen der Ringer in Kauf zu nehmen. Daher ist es aus Sicht der RCOG-Verantwortlichen richtig, die Ringer nicht unnötigen Risiken auszusetzen.

Aufstiegswilliger Verein hofft nun auf Saison 2021

Das 2015 vom RC Oberriet-Grabs lancierte Projekt «Vision 2020» hatte unter anderem den Aufstieg des RCOG bis 2020 in die Premium League vorgesehen. Im letzten Jahr scheiterte man denkbar knapp in den Aufstiegskämpfen gegen die Ringer aus Schattdorf. Umso grösser war die Motivation, dieses Ziel in diesem Jahr umzusetzen. Die Ringer haben sich sehr gut auf den Ligastart vorbereitet und wären bereit gewesen, alles für den Aufstieg zu geben.

Doch 2020 ist nichts so, wie es vorgesehen war. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Oberriet-Grabs wird nächstes Jahr versuchen, die «Vision 2021» zu bewerkstelligen.