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Der Aufstiegsplan für den FC Wil liegt in der Schublade bereit

Zurzeit herrscht Winterpause in der Challenge League, der viertplatzierte FC Wil weilt im Trainingslager. Gedanken über einen möglichen Aufstieg will man sich trotz positivem Saisonverlauf noch keine machen – vorgesorgt hat der Club gleichwohl.
Nicola Ryser
Im Falle des Aufstiegs müsste der FC Wil Änderungen am eigenen Stadion vornehmen, um die Anforderungen der Liga zu erfüllen. (Bild: Urs Bucher)

Im Falle des Aufstiegs müsste der FC Wil Änderungen am eigenen Stadion vornehmen, um die Anforderungen der Liga zu erfüllen. (Bild: Urs Bucher)

Es war ein guter Saisonstart, den der FC Wil im Herbst hingelegt hat. Nach sieben Spielen katapultierte sich der Verein auf den ersten Rang der Challenge League, verweilte dort vier Runden lang als Leader. Auch danach konnte sich der FC in den oberen Tabellenregionen halten.

Nun ist Halbzeit in der zweithöchsten Schweizer Fussballliga, Wil liegt mit 29 Punkten auf Rang 4, zwei Zähler hinter einem Barrageplatz, acht hinter dem Führenden FC Servette. Die Aufstiegschancen sind intakt.

Zusätzliche Tribünen für die Übergangsphase

Aktuell bereiten sich die Spieler des FC Wil in Andalusien auf die Rückrunde vor. Die Clubführung plant derweil bereits ein bisschen weiter. «Wir sind daran, die Lizenz für die Super League zu beantragen», sagt Vereinspräsident Maurice Weber. Diese erhält der Verein, wenn er im Falle des Aufstiegs gewisse Auflagen der Swiss Football League (SFL) erfüllt, darunter unter anderem die Anzahl der gedeckten Sitzplätze, die in der Vorgabe bei mindestens 8000 liegt. Die IGP-Arena im Bergholz bietet jedoch lediglich für 6000 Zuschauer Platz, darunter 5300 ungedeckte Stehplätze.

Die Alternative, die Heimspiele nach St. Gallen in den Kybunpark zu verlegen, ist laut Weber keine Option, da die dortige Stadtpolizei aus Kapazitätsgründen keine zwei Polizisten pro Wochenende in der Videoüberwachung zur Verfügung stellen kann. Somit muss das Problem in der eigenen Arena gelöst werden. Ein Stolperstein auf dem Weg zum Aufstieg?

FC Wil-Präsident Maurice Weber. (Bild: Sabrina Stübi)

FC Wil-Präsident Maurice Weber. (Bild: Sabrina Stübi)

«Wir haben bereits vor einigen Jahren zu Zeiten der türkischen Investoren vorgesorgt», sagt Weber. Damals habe man zweimal die Lizenz für die Super League beantragt und Gespräche mit der SFL geführt. «Die ganzen Infrastrukturplanungen wie Sicherheitsdispositiv, Kamerastände auf den Sechzehnerlinien und hinter dem Tor oder Container für die Medienlandschaft haben wir schon vorbereitet.»

Und die Tribüne? «Wir haben provisorische Tribünenlösungen mit überdeckten Gegentribünen, darauf Sitzplätze in Form von Nussschalen konzipiert.» Von Vorteil sei, dass die Vorgabe der 8000 Plätze nicht gleich bei Saisonbeginn im August erreicht werden müsse, am Anfang genüge ein kleineres Kontingent, betont Maurice Weber. «Es wäre eine Übergangslösung. Wenn wir dann tatsächlich aufsteigen und längerfristig planen müssen, wird es ein hektischer Sommer. Aber die Lösungen für die aktuelle Situation liegen in der Schublade bereit.»

Mit Fokus auf den eigenen Nachwuchs

Ungeachtet der Vorbereitungen und sportlich guten Leistungen: Das Wort Aufstieg wählt Präsident Maurice Weber mit Bedacht. Nicht nur dauere die Saison weitere 18 Spiele, man könne sich mit dem aktuell vierten Platz auch noch nichts kaufen. «Zuerst müssen wir mal einige Punkte sammeln, um dem Abstiegskampf zu entkommen. Vom Aufstieg sind wir noch meilenweit entfernt.»

Sowieso beschäftigen Weber zurzeit andere Themen: «Wir haben zahlreiche Verpflichtungen bei Spielern, deren Verträge noch mit den türkischen Investoren verhandelt wurden.» Zwar sei man schuldenfrei und viele Verpflichtungen konnten abgeschlossen werden, doch die Liquidität stelle weiterhin ein Problem dar. «Da suchen wir von Woche zu Woche nach Lösungen.» Würde bei einem solchen finanziellen Engpass ein Aufstieg nicht helfen? «Wir bekämen sicher andere Gelder zur Verfügung, beispielsweise Fernseh- oder Werbegelder. Abheben wollen wir deswegen aber nicht.»

«Mir ist wichtiger, dass die Mannschaft Charakter hat.»

Dementsprechend plant der Verein keine grossen Investitionen im aktuell offenen Transferfenster, vielmehr setzt er auf sein Eigengewächs. «Zurzeit laufen fünf unserer Nachwuchsspieler für die U20-Nationalmannschaft auf. Wir haben einige junge, talentierte Spieler, die wir früher oder später bei uns im Team einbauen wollen, damit diese sich beweisen können.»

Weber sieht die Nachwuchsarbeit beim FC Wil als eine der grossen Stärken des Clubs. Man versuche, die Jungen zu fördern, fordern und zu inspirieren und ihnen als Wegbegleiter eine Plattform zu bieten. «Das ist unsere Philosophie. Auf diesem eingeschlagenen Weg wollen wir bleiben.» Folglich legt Weber den Fokus nicht auf einen möglichen Aufstieg oder die Tabelle, sondern verfolgt ein anderes Ziel: «Mir ist wichtiger, dass die Mannschaft Charakter hat. Und dass die Fans nach den Spielen nach Hause gehen und sagen: ‹Wow, die Jungs haben heute wirklich gekämpft›.»

Hinweis

Der FC Wil startet am 1. Februar 2019 auswärts gegen Aarau in die Rückrunde der Challenge League. Am 10. Februar findet dann das erste Heimspiel des Jahres statt, der Gegner ist Schaffhausen.

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