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Die Umgestaltung der Bahnhof- und Poststrasse nimmt Form an

Mit dem Projekt wird das eigentliche Ortszentrum neugestaltet und zu einem attraktiven öffentlichen Raum aufgewertet. Die Postbrücke als Verbindung der nord- und südufrigen Ortsteile mit dem Kirchplatz und dem Bräkerplatz steht im Mittelpunkt der neuen Einkaufsstrasse.

Im Auftrag von Gemeindeverwaltung Wattwil
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Liebe Wattwilerinnen, liebe Wattwiler

Die Umgestaltung Bahnhof- und Poststrasse befindet sich auf Kurs. Der Zeitplan ist bis jetzt perfekt aufgegangen. Auch werden die Konturen des neuen Strassenraums bereits sichtbar: Am der Bahnhofstrasse lässt sich zwischen Bahnhofkreisel und Dosenbach die Dimensionen der neuen Gehwege und Aufenthaltsbereiche erahnen. Auf dem Gemeindeparkplatz kann die Rampe bei der katholischen Kirche sogar bereits benutzt werden. Bis in einem Jahr werden diese den Strassenraum verschönern und ihn komfortabel, gemütlich und erlebenswert machen. Das beauftragte Team mit Landschaftsarchitektin Rita Mettler, Grafikdesignerin Andrea Gmünder und Lichtdesigner Mario Rechsteiner haben die geplanten Elemente mit grosser Sorgfalt entwickelt. Sie werden mit heimischen Materialien umgesetzt, darauf bedacht, die lokale Eigenart mit der Zentrumsfunktion von Wattwil zu verbinden. Wie immer kommt das Beste zuletzt: Am 26. Juni ist bereits die halbe Bauzeit um. Aus diesem Anlass lädt die Gemeinde die Bevölkerung zur Besichtigung der Baustelle ein. Der Gemeinderat freut sich, Sie zu begrüssen und sich mit Ihnen über den Projektfortschritt zu unterhalten.

Für den Gemeinderat
Alois Gunzenreiner, Gemeindepräsident


Rund um die Postbrücke entsteht ein neuer, grosszügiger öffentlicher Raum beidseits der Thur. Der hellfarbige Asphalt zwischen Bräker- und Kirchplatz definiert das neue pulsierende Zentrum Wattwils. Die Platzfläche spannt sich über die Brücke und springt über die Thur. Grosszügige Flächen bieten zusammen mit prägnanten Baumgruppen ruhige Aufenthaltsorte. Bäumen und Pflanzen werden klimagerecht neu angepflanzt. Am Bräkerplatz wird für die alte Blutbuche, welche wegen ihren Verletzungen an Stamm und Wurzeln gefällt werden musste, ein neuer Baum gepflanzt. Um diese herum entsteht eine Baumgruppe aus Sommerlinden (Tilia plathypyllos). Diese filtern mit ihrem Laub das Sonnenlicht und sorgen auch an heissen Tagen für ein angenehmes Klima. Eine mächtige Eiche ersetzt die Blutbuche Die Lücke am Bräkerplatz soll wieder durch einen grossen Baum geschlossen werden. Für Bäume dieser Statur muss man weit suchen: Der neue Wattwiler «Dorfbaum» ist eine mächtige Eiche (Quercus frainetto), welche die Landschaftsarchitektin Rita Mettler in einer belgischen Baumschule entdeckt hat. Eingepflanzt wird sie im kommenden November. Der Ersatzbaum ist rund 12 Meter hoch und hat einen Stammumfang von über einem Meter. Der Kronendurchmesser beträgt sechs bis sieben Meter. Um sicherzustellen, dass sie an ihrem neuen Ort gedeiht, ist die Baumpflanzung mit einem fünf Jahre dauernden Pflegeauftrag verbunden. Schmuckstücke für Bräkerplatz und Kirchplatz Die neuen Plätze werden mit je einem unterschiedlichen Wasserspiel ausgestattet. Das Wasser wird dadurch zu einem erlebbaren Element. Eine geschliffene Betonplatte mit Wasserdüsen bei der neuen Eiche auf dem Bräkerplatz lädt an heissen Sommertagen die Kinder zum Planschen ein. Am Kirchplatz wird unter dem neuen Baumdach ein Brunnen aus Maggia-Gneis in Form eines Wollknäuels installiert. Beide Wasserspiele verwenden Grundwasser. Dieses wird hochgepumpt und dann wieder in die Thur geleitet. Die Positionierung der Wasserspiele und der Rhythmus des Wassers schaffen eine visuelle Verbindung zwischen den Plätzen. Holzbänke bieten beschauliche Sitzpunkte mit Blicken auf die Thur und auf das lebendige Zentrum. Am Bräkerplatz wird unter der neuen Eiche eine Rundbank mit Sitzlehne platziert. Das Zentrum wird grüner Als Kontrapunkt zur Baumallee entlang der Thur rhythmisieren Baumgruppen und Einzelbäume den neuen Raum zwischen Bahnhofkreisel und Dorfplatz. Die Baumgruppen schaffen differenzierte Räume und stärken die Aufenthaltsqualität. Europäische Zürgelbäume (Celtis australis), Baumhaseln (Corylus colurna) und Lederhülsenbäume (Gleditsia triacanthos "Skyline") setzen neue Schwerpunkte und sorgen für ein angenehmes Klima. Die Baumkronen werden auf vier Meter aufgeastet. Dadurch bilden sie eine Art natürliche Säulenhalle mit einem bunten und lichten Blätterdach. Die Baumgruben werden mit einer heimischen Saatmischung aus Schweizer Wildblumen und -gräsern aufgewertet. Die Mischung blüht bis spät in den Herbst und erhöht den ökologischen Mehrwert des neuen Zentrums. Die besthende Bepflanzung des Bahnhofkreisels wird mit Geophyten (Krokusse, Schneeglöckchen, Tulpen) und heimischen Stauden aufgewertet. Damit wird der der Eingang zum Ortszentrum akzentuiert.


Herkunft hat Zukunft: Die Designsprache von Wattwil

Die Sitzbänke, die neuen Warteunterstände für Busnutzende sowie die Info-Elemente nehmen Bezug auf die bestehenden Gestaltungselemente und das Mobiliar, welche bereits beim Umbau des Bahnhofsplatzes eingesetzt wurden. Die Kreuzchenstich-Typografie nimmt Bezug auf die traditionelle Weberei und auf die vergangene Textilproduktion. Damit wird im gesamten öffentlichen Raum des Ortszentrums eine einheitliche Designsprache gepflegt.

Das vom Bahnhofplatz bekannte Kreuzchenstich-Design im Toggenburger-Dialekt wird weitergepflegt.

Das vom Bahnhofplatz bekannte Kreuzchenstich-Design im Toggenburger-Dialekt wird weitergepflegt.

Grundmaterial der Infoelemente ist heimisches Holz mit Ausfräsungen im Chrüzlistich – analog der Bänkli.

Grundmaterial der Infoelemente ist heimisches Holz mit Ausfräsungen im Chrüzlistich – analog der Bänkli.

Interview mit Grafikerin Andrea Gmünder:

«Eine Sensation für Einheimische und Gäste»

Sie haben das Erscheinungsbild der Bahnhof und Poststrasse mit entwickelt. Welches ist aus Ihrer Sicht als Signaletikplanerin das prägendste Gestaltungselement im neuen Strassenbild von Wattwil? Und was wird es bei der Betrachterin oder dem Betrachter auslösen? Schon bei der Konzeption der Umgestaltung des Bahnhofplatzes stand die Idee, ein Gestaltungselement zu schaffen, welches eigenständig für Wattwil und die Region steht. So ist das Muster des «Chrüüzlistich » entstanden, welches an die textile Vergangenheit von Wattwil erinnert und auch eine hohe Wiedererkennbarkeit erzeugt. Seit mittlerweile acht Jahren werden Reisende beim Bahnhof in Mundart mit «Grüezi Wattwil» im ‹Chrüüzlistich› inmitten eines ‹bestickten› Asphalt-Teppichs begrüsst. Mit der Umgestaltung der Bahnhof-/Poststrasse wurde diese Idee konsequent weitergedacht. Ich wollte, dass es entlang des gesamten neuen Strassenzugs immer wieder etwas zu entdecken gibt, das die Leute zum Schmunzeln bringt oder auch zum Diskutieren anregt. So entstand die Idee mit den Toggenburger Mundart-Begriffen. Diese spielerische Intervention in der Strassengestaltung soll vor allem Sympathie wecken, ein Bewusstsein für den Ort und dessen Geschichte schaffen und Wattwil ein selbstbewusstes und frisches Image verleihen. Eine wirklich neue Dimension in diesem Auftritt sind die Mundartausdrücke. Wo haben Sie die verschiedenen Ausdrücke «ausgegraben»? In meiner Recherche bin ich auf das Buch von Röbi Brunner aus dem Jahr 2007 gestossen. Unter dem Titel «Hoo, Aseweg!» sammelt und erklärt es Wörter, Ausdrücke und Redensarten aus dem Toggenburg. Ich war fasziniert und erhielt damit ein amüsantes Sammelsurium, aus dem ich schöpfen konnte. Das Kreuzchenstich-Design ist ja nicht nur auf dem Strassenbelag, sondern auch auf Infostelen und Bushaltestelle zu finden. Wie sind diese Elemente ausgestaltet? Und gibt es noch mehr zu entdecken? Auch die Möblierungselemente knüpfen an das beim Bahnhofplatz realisierte Konzept an. Das elegantkantige Bänkli aus hiesigem Lärchen-Holz mit den eingefrästen Kreuzchen und dem markant geschnittenen Sichtbetonsockel bildete die Referenz für sämtliche Elemente, vom Busunterstand bis zu den Informationsstelen. Das Holz und der «Chrüüzlistich» sind bei allen Elementen prägend. Wattwil erhält damit etwas ganz Eigenständiges und Unverwechselbares. Welches Element bzw. welche Anwendung finden Sie besonders gelungen? Gibt es etwas, dass auch für auswärtige Gäste einen Besuch an der umgestalteten Bahnhof- und Poststrasse lohnenswert macht? Die neue Einkaufsstrasse wird eine Sensation für Einheimische wie auch für Gäste. Mit der Neugestaltung wird der öffentliche Raum aufgewertet und die Aufenthaltsqualität spürbar erhöht. Dies liegt auch am hochwertig gestalteten Mobiliar. Sämtliche Gestaltungselemente wurden gesamtheitlich und im Team entwickelt und spielen zusammen: Strassengestaltung, Bepflanzung, Wasserspiele, Sitzgelegenheiten, Beleuchtung und Informationselemente – alles ist aus einem Guss und wird verzücken.

Andrea Gmünder
Grafikerin SGD
Feinform Grafik


Die Dialekt-Ausdrücke wurden von einer Projektgruppe mit alt Gemeinderat Hansheiri Keller, Gestalterin Andrea Gmünder und Hansjörg Fehle, Pfarrer und ehem. Präsident der Toggenburger Vortrags- und Lesegesellschaft zusammengestellt.