120 JAHRE VILLIGER-ZIGARREN: Jubiläum mit Schall und Rauch gefeiert

Sie haben neun Enkelkinder. Und sie sind mächtig stolz auch auf sie: Martina und Heinrich Villiger. Jetzt dürfen der Firmenchef und seine Gattin zusätzlich stolz sein: auf ein äusserst gelungenes Jubiläumsfest ihres Familienunternehmens.

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Geniessen auf der Bühne die Jubiläumszigarre: Die Gebrüder Heinrich und Kaspar Villiger. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Geniessen auf der Bühne die Jubiläumszigarre: Die Gebrüder Heinrich und Kaspar Villiger. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Mit viel Glanz und Rauch wurde am Freitagabend auf dem Schloss Lenzburg das 120-jährige Bestehen der Innerschweizer Zigarrenfabrik Villiger gefeiert. Stark: Die Zürcher Schauspielerin Isabel Florido bewies dabei auch ihr Können als Gala-Moderatorin.

Das neuste Villiger-Kind
Höhepunkt Nummer eins des Abends: Heinrich Villiger bat seinen Bruder, den früheren Bundesrat Kaspar Villiger, auf die Bühne und entzündete mit ihm feierlich das jüngste Villiger-Kind, die Zigarre mit der Zahl 1888 drauf. Es ist das Gründungsjahr der Firma. «Kompliment, schmeckt fein», sagte Kaspar Villiger. 23 Jahre lang stand er mit seinem Bruder an der Unternehmensspitze, bevor er für 15 Jahre «ziemlich unverhofft» in die hohe Politik wechselte. «Meine Erfahrungen als Unternehmer waren meiner politischen Tätigkeit sehr dienlich», hatte Villiger zuvor in seiner viel beachteten, in Englisch gehaltenen Jubiläumsansprache gesagt.

Höhepunkt Nummer zwei des Abends: Othella Dallas betrat die Bühne und legte mit ihrer tief-sonoren Stimme ein Feuerwerk von feinstem Jazz und Soul hin. «Geniale Musik! Eine richtige Powerfrau», staunte Kaspar Villigers Ehefrau Vera. Und konnte wie andere Gäste kaum glauben, dass die Sängerin aus Memphis, die seit Jahren in der Schweiz lebt und in Basel auch als Tanzlehrerin tätig ist, 83 Jahre alt ist.

Zigarre beruhigt
Und wann, bitte schön, geniessen Prominente denn eine Zigarre am liebsten? «Praktisch nur bei der Arbeit, um die Nerven zu beruhigen», verriet Heinrich Villiger, der noch immer am liebsten «unsere gute, alte Krumme» raucht. Kaspar Villiger sagte: «Ich bin nur ein gelegentlicher Vergnügungsraucher. Am liebsten geniesse ich eine Zigarre nach einem feinen Essen draussen im Garten, wenn es schön mild ist.» Als reine Genussraucher bezeichnen sich FDP-Nationalrat Otto Ineichen, Luzerns Finanzminister Marcel Schwerzmann und Ex-Tourismusdirektor Kurt H. Illi. Der Luzerner SVP-Nationalrat Felix Müri bekennt offen, dass er «gerne und öfter» Zigarren raucht. «Am liebsten mit meinen drei Nachbarn bei einem Polit-Gespräch in unserem Garten», fügte er an.

Gegenüber am Tisch zündete derweil Kurt H. Illi die Lady-Zigarre von Ruth Humbel an. «Ich bin zwar keine Raucherin», erzählte die Aargauer CVP-Nationalrätin, die im elegantesten Kleid des Abends erschien. «In meiner Jugendzeit habe ich gelegentlich eine Niele geraucht. Und auf Zypern und in der Türkei habe ich auch schon eine Wasserpfeife genossen.» Ganz tiefsinnig wurde Ricci Riegelhuth: Der Mann, der die deutsche Prominenz (unter anderen Udo Lindenberg) mit Zigarren beliefert, meinte: «Zigarren rauchen ist vor allem immer ein Kommunikationsmittel, schlicht eine Frage der Beziehung.» Punkt Mitternacht schloss sich dann im Schlossgarten der Kreis des Jubiläums. Ein «Happy Birthday» erklang, die Gläser klirrten. Martina und Heinrich Villiger eilten herbei zu einem, auf den sie auch so stolz sind: zu Enkelkind Philipp, dessen 22. Geburtstag gerade begonnen hatte ?

André Häfliger, Lenzburg