175 JAHRE EICHHOF: Traditionen, Bodenständigkeit und Bierideen

Ganz im Trend, nämlich total bodenständig, feierte die Brauerei Eichhof am Dienstagabend in ihrer Heineken-Zentrale auf Luzerner und Krienser Boden ihr 175-jähriges Bestehen.

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Prosit: Luzerns Stadtpräsident Urs W. Studer, Heineken-Schweiz-Präsident Willem C. A. Hosang, Luzerns Regierungspräsident Max Pfister und Eichhof-Direktor Marcel Erne (von links) mit den beiden Tätschchappe-Musikanten Alceo Benedetti (links) und Dani Büchel. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Prosit: Luzerns Stadtpräsident Urs W. Studer, Heineken-Schweiz-Präsident Willem C. A. Hosang, Luzerns Regierungspräsident Max Pfister und Eichhof-Direktor Marcel Erne (von links) mit den beiden Tätschchappe-Musikanten Alceo Benedetti (links) und Dani Büchel. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Das, was alle Freunde des Traditionshauses Eichhof am liebsten hören, wurde von den Festrednern kurz und bündig gleich mehrfach betont. Die Marke Eichhof bliebt auch über das Jubiläum hinaus bestehen, genauso wie der Standort in der Zentralschweiz. «Ich finde das rüüdig guet», sagte Willelm C. A. Hosang, der Leiter von Heineken-Schweiz mit Bündner Wurzeln, in perfektem Luzerner Dialekt. «Darüber sind wir glücklich und stolz, Eichhof ist in besten Händen», erklärte Luzerns Regierungspräsident Max Pfister. Was findet er denn eine Bieridee? «Dass Vaduz in der obersten Schweizer Fussball-Liga spielt», schmunzelte Pfister. Und korrigierte sich sofort: «Nein, das ist im Gegenteil eine ganz gute Idee. Sonst wäre ja der FC Luzern jetzt Tabellen-Zweitletzter?»

Radio- und TV-Star Kurt Zurfluh, der das Jubiläumsfest locker und humorvoll moderierte, fuhr sich über das Haar: «Ich finde es eine absolute Bieridee, dass man mit 60 Jahren Haare lassen muss.» 25 Jahre lang waren er und Hans Jucker Kollegen in der Sportredaktion des Schweizer Fernsehens. «Es mag eine Bieridee sein, dass ich im Säuliamt eine Beiz habe und an vier Lokalen beteiligt bin», schmunzelte Jucker, der schon 45 Jahre beim Fernsehen ist. «Aber wohl nur deshalb, weil wir dem Eichhof-Bier seit Jahren treu sind.» Auch Luga-Gründer Alfred N. Becker musste schmunzeln: «Ich finde es eine Bieridee, wenn man in der Brauerei Eichhof ein Carlsberg bestellt?»

Auch Wein wirkt?
Der Nidwaldner Nationalrat Edi Engelberger gab zu: «Es mag wohl eine Bieridee gewesen sein, als ich vor 37 Jahren im Stanser Gemeinderat in die Politik einstieg. Eine sehr gute Idee hingegen war es, in der FDP einzusteigen.» Das hörte natürlich auch FDP-Kantonsrätin Heidy Lang-Iten gern. «Ich hoffe, dass es keine Bieridee ist, kurzfristig dem kantonalen Schwingfest von Ende Mai in Hitzkirch im Sponsoring mitzuhelfen und damit etwas Geld an Bord zu bringen.» CVP-Nationalrat Pius Segmüller dachte vor elf Jahren zuerst, es sein eine Bieridee, die Nomination zum Chef der Schweizer Garde in Rom anzunehmen. «Wie sage ich bloss meiner Frau?» Das sei damals die grosse Frage gewesen. «Nun, ich ging am Abend in den Weinkeller, holte die beste Flasche raus und ging es ihr als frohe Botschaft beichten», erinnerte sich der Spitzenpolitiker.

Steinbrück ein Obwalder?
Als eine Bieridee würde es Migros-Zentralschweiz-Chef Ernst Weber eben bezeichnen, auf Marke und Standort von Eichhof zu verzichten. «Wenn die Neue Luzerner Zeitung nun Heineken kaufen würde, wäre das wohl sogar eine Schnapsidee», lachte die Luzerner CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann-Hunkeler. Und Obwaldens SVP-Nationalrat Christoph von Rotz meinte auf den Stockzähnen lächelnd: «Was für eine Biereidee, wenn jetzt der Deutsche Finanzminister Peer Steinbrück Bauland in unseren neuen, bevorzugten Wohnzonen kaufen würde!» SVP-Nationalrat Felix Müri schliesslich findet den Vorstoss von Parteikollege Ulrich Giezendanner, eine Formel 1-Strecke in der Schweiz zu bauen, eine «ziemlich grosse» Bieridee.

André Häfliger