61. BAMBI-VERLEIHUNG: Shakira: «Mein Bambi bleibt nackt, basta!»

Die vergoldete Statuette hat einen Wert von rund 5000 Franken – der Bambi. 17 dieser europäischen «Oscars» wurden am Donnerstagabend in Potsdam vergeben.

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Shakira nimmt von den Scorpions den Bambi in der Kategorie «Pop international» entgegen. (Bild Gisela Schober/Hubert Burda Media)

Shakira nimmt von den Scorpions den Bambi in der Kategorie «Pop international» entgegen. (Bild Gisela Schober/Hubert Burda Media)

Die vergoldete Statuette aus Bronze ist 28 Zentimeter gross, 3600 Gramm schwer und hat einen Wert von rund 5000 Franken – der Bambi. Am Donnerstagabend sind in Potsdam 17 dieser europäischen «Oscars» zum 61. Mal vergeben worden. Eislaufkönigin Katarina Witt, 1988 die erste Bambi-Preisträgerin der damaligen DDR, führte mit Sportreporter Tom Bartels durch die glamouröseste Europa-Gala des Jahres. 206 Köche und Kellner verwöhnten die 800 Gäste, 6500 Rosen und Hortensien schmückten die Metropolishalle des Filmparks Babelsberg. «Wir wollen Menschen mit Visionen ehren, deren herausragenden Erfolge und Leistungen sich im ablaufenden Jahr in den Medien widerspiegelten», erklärte der Gastgeber, Verleger Hubert Burda (u. a. «Bunte», «Focus»), dessen Ferienhaus in St. Moritz gerade komplett renoviert wird.

Winslet bei Burdas
Burda kam mit seiner Ehefrau, Schauspielerin und Ärztin Maria Furtwängler. An ihrem Tisch sass auch die Oscar-Preisträgerin 2009, Kate Winslet («Der Vorleser») – in einem dezenten schwarz-grauen Abendkleid. «Ich musste lange überlegen, was ich anziehen soll», schmunzelte die britische Schauspielerin, die ihren Bambi von ihrem Schweizer Kollegen Bruno Ganz erhielt. Und auch zugeben musste: «Auch der Oscar hat mich nicht von Nervosität und Lampenfieber befreit.» Nun, vielleicht schafft das der Bambi ja?

Geweckte Emotionen
Was die süsse Statuette auf jeden Fall auch am Donnerstag wieder meisterhaft geschafft hat: Sie hat Emotionen geweckt. Etwa bei der Übergabe des Millennium-Bambis an Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl, die wegen dessen angeschlagenen Gesundheit bei ihm zu Hause aufgezeichnet wurde. «Wir haben Frieden. Mehr durften wir gar nicht erwarten», so die bewegenden Worte des 79-jährigen Kanzlers der Einheit 20 Jahre nach dem Mauerfall. Er nehme den Bambi als «langjähriges Symbol des Friedens äusserst dankbar» entgegen. Gegen 1000 Bambis sind seit 1948 vergeben worden. Mit 12 Auszeichnungen führt Heinz Rühmann die Hitliste an. Bald einmal gefolgt von Johannes Heesters, der am 5. Dezember 106 Jahre alt wird und dieses Jahr seinen Bambi Nummer 7 bekam.

Klitschko-Duell?
Hinter den Kulissen scherzten zwei Menschen der Mode aus lauter Spass an der Freude über die legendären Statuetten. «Oh, unsere Bambis ist ja so nackt wie die Oscars», lachte Roberta Armani, die Nichte des verhinderten Giorgio Armani, zu Wolfgang Joop. «Dann schlage ich vor, dass Giorgio die Bambi-Kleider und ich die Oscar-Roben entwerfen», schmunzelte dieser zurück. Dann könnte ja Shakira (erstes Englisches Album: «Laundry Service») für den Wäscheservice sorgen. «Sicher nicht», grinste der kolumbianische Superstar. «Mein Bambi bleibt nackt, basta!» Ebenfalls «ganz so wie er ist» wollen Bühnen- und Filmlegende Maximilian Schell, der künftige FC Bayern-Präsident Uli Hoeness, die Band Silbermond sowie Vitali und Wladimir Klitschko ihre Bambis belassen. Warum boxen die Klitschkos eigentlich nie gegeneinander? «Ganz einfach», erklärte Vitali. «Unsere Mutter hat es uns verboten.»

André Häfliger, Potsdam