ABSCHIED VON RADIO BEROMÜNSTER: Roberto Blanco strahlte mit seiner Luzandra

Diesen Abschied wird Beromünster und seine bald Fusions-Nachbargemeinde Gunzwil so schnell nicht vergessen: Die Ära des Senders Beromünster ging zu Ende.

Drucken
Teilen
Robert Blanco mit Freundin Luzandra Strassburg strahlte um die Wette im Festgelände. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Robert Blanco mit Freundin Luzandra Strassburg strahlte um die Wette im Festgelände. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Mit einem grossen Volksfest, einer Livesendung mit viel Prominenz und einem Superstar verabschiedet sich am Wochenende nach 77 Jahren der Radio-Landessender Beromünster. «Die Technik ist veraltet, die Strahlung zu gross. Wir kommen gar nicht darum herum, den Sender auf Ende Jahr endgültig zu schliessen», erklärte Radiodirektor Walter Rüegg. Und versprach: «Die Anlagen hier sollen nicht verschwinden. Ich wünsche mir, dass sie als wichtiges Zeitzeugnis in Form eines öffentlich zugänglichen Museums samt legendärem und wunderschönem Sendeturm erhalten bleiben. Wir haben schon Interessenten und mögliche Sponsoren.»

Blanco kennt das Radio?
Dies zu hören freute sich auch der Superstar des Abends. «Radio Beromünster ist mir ein Begriff», erklärte Roberto Blanco, der mit seiner kubanischen Freundin Luzandra Strassburg am Nachmittag vor dem Sound-Check mit der 18-köpfigen Dani Felder-Bigband noch gemütlich durch Beromünster geschlendert war. «Ich habe davon gehört, dass er der einzige neutrale Deutschsender während des zweiten Weltkrieges war. Und jetzt freut und ehrt es mich, in Friedenszeiten hier sein zu dürfen.»

?und logierte in Sursee
Blanco, der sogar für zwei Nächte («weil es so schön ist») im herrlichen «Bellevue» in Sursee logierte, sagte es vor seinem 40-minütigen, viel applaudierten Auftritt mitten im bunten Festtreiben mit vielen Marktständen vor dem 2184 Gäste fassenden Zelt. «Eine Stimmung wie am Oktoberfest in München», schmunzelte Blanco. «Mehr als ein bisschen Spass muss hier wohl sein?»

Prominenz hatte Spass
Viel Spass hatten beim tollen Galaabend auch zahlreiche Radio-Legenden, wie etwa das Traumduo Elisabeth Schnell und Ueli Beck, das am Tisch mit Bühnenstar Walter Roderer, Sängerin Lys Assia sowie Festredner und Regierungsrat Anton Schwingruber sass. «Ich habe mir meinen ersten Transistor-Radio selber zusammengebastelt», erzählte der langjährige Amerika-Korrespondent Heiner Gautschy. «Und wir durften zu Hause unter keinen Umständen den Sendeplatz von Beromünster verändern», erinnerte sich Nationalrat Pius Segmüller. Auf der Bühne für Furore sorgten dann unter vielen anderen auch das Trio Eugster, Maja Brunner und die Superländlerkapelle ihres Bruders Carlo Brunner. Sie waren total gestresst, eilten knapp aus der «Hopp de Bäse»-Live-Fernsehsendung mit Kurt Zurfluh aus Mels an.

André Häfliger