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ABU DHABI: Für 450 Millionen in den «Louvre»

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman ist der Käufer von da Vincis «Salvator Mundi». Woher die Kaufsumme stammt, ist nicht bekannt.
Michael Wrase, Limassol/Abu Dhabi
Da Vincis «Salvator Mundi» kurz vor der Versteigerung durch das ­Auktionshaus Christie’s. (Bild: Justin Lane/EPA (New York, 15. November 2017))

Da Vincis «Salvator Mundi» kurz vor der Versteigerung durch das ­Auktionshaus Christie’s. (Bild: Justin Lane/EPA (New York, 15. November 2017))

Michael Wrase, Limassol/Abu Dhabi

Das teuerste Kunstwerk der Welt, der angeblich von Leonardo da Vinci gemalte «Salvator Mundi», ist nach Erkenntnissen ameri­kanischer Geheimdienste vom saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman erworben worden. Wie das «Wallstreet Journal» gestern berichtete, soll der ambitionierte Königssohn seinen Vertrauten Farhan al-Saud beauftragt haben, das kürzlich restaurierte Jesus-Gemälde bei Christie’s in New York zu er­steigern. Die Kaufsumme betrug 450,3 Millionen Dollar, was für ein Bild, welches nach Einschätzung von Kunstexperten womöglich nur aus «der Werkstatt da Vincis» stammt und nicht vom Meister selbst gemalt wurde, ein extrem hoher Preis ist.

Der saudische Kronprinz, so scheint es, wollte den «Salvator Mundi» offenbar um jeden Preis. Woher die Kaufsumme stammt, ob sie «verdient» wurde oder nicht, ist in Saudi-Arabien kein Thema. Das wäre Majestätsbeleidigung. Berechtigt wäre die Frage nach der Herkunft der Millionensumme allemal. Schliesslich werden gegenwärtig mehr als 200 saudische Kronprinzen und andere hochgestellte Persönlichkeiten angeklagt, Staatsgelder im dreistelligen Milliardenbereich in die eigene Tasche gesteckt zu haben.

Bin Salman hatte bereits vor einem Jahr rund 450 Millionen für eine Luxusyacht bezahlt. Der Verkäufer war der russische Wodka-Fabrikant Yuri Shelfer. Auch der «Salvator Mundi» gehörte einem russischen Oligarchen. ­Dimitri Rybolowlew, Besitzer des Fussballclubs AS Monaco, hatte das Werk vor vier Jahren vom Schweizer Kunsthändler Yves Bouvier für 127,5 Millionen Dollar gekauft. Der Öffentlichkeit präsentiert werden soll das umstrittene Da-Vinci-Gemälde bald im Louvre von Abu Dhabi. Eine Überraschung ist dies nicht. Bin Salman und Scheich Mohammed bin Zayed Al Nayhan, der Kronprinz des grössten Emirates an der arabischen Golfküste, sind gute Freunde. Als die De-facto-Herrscher ihrer Länder stimmen sie ihre Politik miteinander ab. Gemeinsam lassen sie den Jemen bombardieren und versuchen – bislang vergeblich – das benachbarte Emirat Katar zu isolieren. Mit der Louvre-Zentrale in Paris wurde die bevorstehende Salvator-Präsentation in Abu Dhabi nicht abgesprochen. Die Leih­gabe, heisst es an der Seine, sei nicht im Rahmen des Partnerschaftsvertrags zwischen den ­beiden Museen zu Stande gekommen. Die Scheichs hätten auf eigene Faust gehandelt.

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