ADOLF OGI EXKLUSIV: «Eitel Freude herrscht in Frauenfeld!»

Adolf Ogi in einer Exklusiv-Kolumne über das Schwingen und Eidgeössische Schwing- und Älplerfest in Frauenfeld.

Drucken
Teilen
Genauer Sägemehl-Beobachter: Alt Bundesrat Adolf Ogi am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2010 in Frauenfeld. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Genauer Sägemehl-Beobachter: Alt Bundesrat Adolf Ogi am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2010 in Frauenfeld. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Was ist Schwingen, eidgenössisches Schwingen?Spitzensport, Spiel, Spass, Freude, Folklore, Begegnung, Respekt, Disziplin – und eine eindrückliche Organisation. Wenn die eidgenössischen Schwinger zusammen greifen, schaut die ganze Schweiz hin.

Warum?

Weil eine Besinnung auf die traditionellen Werte zugenommen hat und weil der friedliche Ablauf des Anlasses von einer Qualität zeugt, die bei anderen Sportarten nicht immer zu finden ist.

Der Sicherheitsdienst ist noch zu bezahlen. Ohne Streitereien zwischen Verband, Stadt und Kanton. Der Respekt der Schwinger bei Sieg und Niederlage ist eindrücklich. Hier in Frauenfeld – bis zum gestrigen Samstagabend – ohne Entgleisungen. Die Freude und der Stolz der Organisatoren sind augenfällig. Zu recht!

Wer in Frauenfeld live anwesend war, hat gestaunt und war begeistert über:

  • die eindrückliche Kulisse und den besonderen, ja einmaligen eidgenössischen Rahmen des Festes
  • die guten Brienzer, Schlunggs, Hüfter, Kurz, Übersprünge und schliesslich Buurs, die am Boden gezeigt wurden
  • die typische Eigenart der Schweiz wird in der reinen Form der Eidgenossenschaft einmalig praktiziert
  • über die Tatsache, dass das Schwingen eine moderne Sportart ist, die die urchige Herkunft bewahren konnte und mit Bräuchen und Traditionen eng verbunden bleibt
  • die aufmerksamen Organisatoren, die trotz Grösse des Anlasses das heimelige und Persönliche nicht vernachlässigt haben.

Fazit: Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest ist eine tolle Verbindung zwischen Tradition, Sport und Fortschritt.

Eine Spezialität des Schwingens ist auch das Kampfgericht. Es wird nach jedem Gang bestimmt, wer gegen wen zu schwingen hat. Die Karten werden nach jedem Gang neu gemischt. Ein Spielplan ist nicht möglich, wie das beispielsweise bei einem Fussballturnier der Fall ist. Auch hier gehen die Schwinger eigene Wege, die aus der Sicht der letzten Erfahrungen im Fussball sympathisch wirken und vor allem in der Schwingerwelt unumstritten sind!

Es herrschte eitel Freude am ersten Tag in Frauenfeld! Ein Bravo an alle! Ganz besonders auch ans Militär, das die Festorganisation in dieser Dimension mit dem Waffenplatz dank seiner logistischen Unterstützung schlussendlich ermöglichte.

Adolf Ogi, Frauenfeld