ADVENT: «Ländler und Advent beissen sich nicht»

Vorweihnachtlich war nur die Dekoration. Sonst wurde an der Ländler-Weihnacht in Ruswil zwei Nächte lang urichg-ausgelassen musiziert und getanzt.

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Es wurde viel und fröhlich getanzt an der 10. Ländler-Weihnacht in Ruswil, hier zu den Klängen der «Chnöpflidröcker» aus Hergiswil bei Willisau. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Es wurde viel und fröhlich getanzt an der 10. Ländler-Weihnacht in Ruswil, hier zu den Klängen der «Chnöpflidröcker» aus Hergiswil bei Willisau. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Ein grosser Weihnachtsmann neben den Formationen auf der Bühne, Lichterketten wohin das Auge reicht, grosse und kleine Sterne am Himmel der Mehrzweckhalle. Diese platzte am Freitag und auch gestern Abend aus allen Nähten. Gegen 3000 Fans der Volksmusik waren an den beiden stimmungsvollen Nächten mit 11 Formationen und 80 Helferinnen und Helfern im Hintergrund dabei.

Dass Ländlermusik durchaus auch in der Adventszeit Platz hat, beweist die Beliebtheit des Anlasses, der dieses Jahr schon zum 10. Mal stattfand. «Im ersten Jahr war der Ansturm bei nur einem Abend bereits so gross, dass wir im Jahr darauf sofort auf zwei Abende ausweiteten», erinnert sich OK-Chef Ferdinand Brühlmann. Inzwischen nimmt man sogar Rücksicht auf Näfels, die zweite grosse Ländler-Weihnacht in der Szene: «Wir sprechen unsere Daten untereinander ab, denn wir wollen uns nicht konkurrenzieren», so Brühlmann.

Spass gehört zum Advent
Die Veranstalter seien, erklärte Brühlmann weiter, «selber immer wieder überrascht», wie gut die Ländlermusik auch in der Adventszeit ankommt. «Das hat viel auch mit Vorfreude auf das Weihnachtsfest zu tun», erklärte Brühlmann. «Bei uns stimmt man sich sehr fröhlich und sehr friedlich auf das Fest ein.» Aus erster Hand weiss er, dass sich Ländler und Advent überhaupt nicht beissen: Seit 27 Jahren ist er Kirchensiegrist – und zwar zuerst 17 Jahre in der Katholischen, seit 10 Jahren in der Reformierten Kirche. «Unterhaltung und Spass gehört doch auch zur Adventszeit», ist er überzeugt. «Im Gegensatz zu anderen Ländlerkonzerten bieten wir eben auch viel Tanz, auch das ist Bestandteil unseres Erfolges.» Reich werde man als Veranstalter nicht, aber alle Unkosten seien gut gedeckt.

Weihnacht mit dem Örgeli
Auch Sieger spielten an der Ländler-Weihnacht in Ruswil auf: Etwa das Luzerner Quartett Bucher-Liem-Odermatt (Gewinner der Ländlernacht Menzberg), das Entlebucher Quartett Äbneter-Giele (2. in Menzberg), oder die «Chnöpflidröcker» aus Hergiswil bei Willisau, die am «Kleinen Prix Walo 2010» triumphierten. «Wir haben auch schon Weihnachtslieder mit unseren Schwyzer-Örgelis gespielt. Das passt absolut und ist eine schöne Abwechslung», erzählte der 13-jährige Gerry Müller aus diesem Quartett.

Wie begehrt die Auftritte in Ruswil sind, sagt Gerrys Vater Kurt Müller: «Auch für uns ist es eine grosse Ehre, hier erstmals aufspielen zu dürfen.» Ehre wem Ehre gebührt: Das Entlebucher Trio Fankhauser, das nächstes Jahr aufhört, durfte an beiden Abenden loslegen – weil es an der 1. Lädler-Weihnacht bereits dabei war. Das 9-köpfige OK schliesslich trumpfte singend auf der Bühne auf – mit einem eigens von Festwirt Herbert Hofstetter komponierten Jubiläumslied.

André Häfliger / Neue LZ